SEGELN AUF DER SERENA - TEIL 3

Das Cap-Corse, wegen seiner heftigen Winde bekannt und berüchtigt, zeigte sich von seiner schönster Wetterseite. Wind von West mit ca. 15 Knoten, ideal um achterlich zwischen dem Cap und der Ile de la Giraglia durchzusegeln und auf der Ostseite Korsikas, in Sichtweite der berühmten Gefangeneninsel Ile de Capraia (18sm östlich), in Macinaggio, einem recht verschlafenen Ort, anzulegen.
Macinaggio ist eine große Charterbasis und für fast alle Yachten, die in Korsika gechartert werden, Ausgangs- und Zielhafen. Der Ort selbst ist aber ziemlich trostlos und wenig attraktiv.




Am nächsten Morgen galt es aber endgültig Abschied zu nehmen und wir segelten bei leichtem Wind aus West, 12-14Knoten, mit ca. 5 Knoten Speed, auf die Ligurische Küste zu, Kurs San Remo (ca. 98sm). Es war ein sehr schöner Segeltag, als über Mittag der Wind weniger wurde, reduzierten wir die Segelfläche und legten eine 30m lange Schwimmleine aus. Wer wollte, konnte schwimmen bei einer Wassertiefe von über 2.000m, und erleben, daß nur 2 Knoten Fahrt auch für einen geübten Schwimmer ganz schon haarig sind. Ab 3 Knoten sollte man sich wirklich an der Leine festhalten und ab 4 Knoten reißt es beinahe die Arme ab und man hat Mühe, den Kopf über Wasser zu halten. Aber ein Spaß ist es natürlich schon für alle, sich wie an einer Perlenkette hintereinander durchs Wasser schleppen zu lassen. Anschließend wurde bei auffrischendem Wind wieder Vollzeug gesetzt, und wir segelten mit einem leichten Snack und alkoholfreien Getränken dem Sonnenuntergang entgegen.
Es war ein schöne Stimmung an Bord und ich versprach wiederum, daß wir jetzt aber heute ganz bestimmt die versprochenen Delphine oder gar einen Wal sehen. Wir legten unsere "wale-watch-CD" ein (Vivaldi, darauf stehen die Wale und hören es meilenweit) und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Doch nichts und niemand kam.
Gegen 2.00h morgens entdeckten wir, daß hier (unberechtigterweise!!) Riesentreibnetze ausgelegt waren und gerade eingeholt wurden.
Wir konnten das Ende der beiden Treibnetze erkennen, die Lücke dazwischen war etwa 200m breit und wir passierten in der Mitte, die Delphine immer noch hinter uns. Als wir genügend Abstand hatten und wieder auf unseren alten Kurs gingen, umkreisten uns die Delphine mehrmals und schienen sich zu bedanken. Kurz darauf waren sie verschwunden. Wir waren empört und segelten bei wieder auffrischendem Wind unter Vollzeug direkt auf San Remo zu.
Kurz nach 12.00 erreichten wir San Remo (43° 49´ 0 N - 07° 47´ 0 E). Der Hafen Portosole ist sehr groß, eine moderne Marina mit ca. 900 Yachten, davon für 80 Yachten bis 90m Länge! Die Toiletten sind nicht so sauber wie in den gepflegten Hafenanlagen von Cap-Ferrat, Calvi oder St. Florent, aber noch akzeptabel und dafür kostenfrei.
In San Remo gibt es ein Institut für Walbeobachtung. Dort, sowie auf der Capitainerie, meldeten wir unsere Beobachtungen. Nun wurde mir auch klar, warum wir auf diesem Törn keine Delphine und Wale gesehen haben.
Wir verbrachten noch einen Tag mit Shopping und Eis-Essen in der Eisdiele Lollypop (Bestes Eis in Ligurien), und wir bunkerten nochmals Mineralwasser, Prosecco und andere Getränke. Zum Abendessen ließen wir uns, wie immer in San Remo, eine Riesenpizza, so groß wie unsere Radsteuerung, bringen.
Am nächsten Vormittag waren wir in Nizza und besuchten die (unbedingt sehenswerte) Altstadt und den riesigen Markt, der täglich gehalten wird. Auf dem Fischmarkt holten wir wiederum leckere Gambas und einige Scheiben Schwertfisch zum Grillen.




Nachmittag dümpelten wir zur Badebucht, gerade mal 2sm ums Cap rum, und ankerten zum Schwimmen, Schnorcheln und Relaxen. Wir nutzten eifrig unseren Bootsmannstuhl, für alle, die SERENA mal von 15m oder mehr Höhe ankucken wollten und um tolle Fotos zu schießen.

Dann, am Freitag, gab es nochmals einige Stunden Küstensegeln, in die große Bucht von Villefranche, anschließend noch einen Landausflug nach EZE-Village, und abends Bummeln in Monaco.
Am Samstag, Abreisetag, wurde das Schiff innen und außen geputzt, daß es eine Freude war. Vor Verlassen des Schiffs ging der Skipper nochmals die Checkliste durch... Seeventile dicht.. Kühlschrank auf.. Flagge eingeholt... Hauptschalter aus... und so weiter.

Es folgte eine große und innige Verabschiedung von Heike mit ihren Söhnen, und trotz 2 Pausen waren wir nach ca. 9 Std. Fahrt gegen 22.00h abends wieder zu Hause.

Gerhard & Heike Rapp

Weitere Infos einschl. Schiffsriss siehe unter: www.serena-segeln.de

leicht gekürzte Fassung des Originalberichtes
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Segeln blindes gif
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