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Meer als ein Traum
7 Jahre mit der Iron Lady unterwegs
Besprechung des im Delius Klasing Verlag erschienenen Buches von Nathalie Müller und Michael Wnuk
WDR3-Interview-Video
mit Michael Wnuk und Nathalie Müller über ihre 7-jährige Weltumsegelung mit der Ironlady.
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Es gab zwei Ziele, auf die das junge Düsseldorfer Ehepaar Müller/Wnuk zusteuerten: sie beendete ihr Medizinstuduium, er baute eine Werbeagentur auf. Doch sollte es genug sein, den erworbenen Wohlstand auf touristischen Reisen und bei Partys wieder auszugeben ? Nein - die beiden nahmen sich vor, in einem Segelboot die Welt zu umrunden, mit viel Zeit zum Sehen und Erleben - und zum Sichselbstfinden.
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Und so begann diese Reise zum eigenen Ich und Wir mit Segelkursen und Schnuppertörns und kulminierte im Kauf der Iron Lady am Ijsselmeer. Mit einigen nautischen und handwerklichen Kenntnissen und viel Optimismus begann diese besondere Reise am 30.07.2000, die 6 1/2 Jahre später glücklich endete.
Mit viel Zeit und wechselnden Winden erreichen die beiden die Kanaren, danach die Kapverden, lernen dort die einfache freundliche Bevölkerung kennen und starten dann - nach bereits einem Jahr auf dem Wasser - über den Atlantik in Richtung Karibik. Wenn alles stimmt, erklingen an Bord Gitarrenklänge - Happy Sailing.
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Doch hat der Atlantik für das Seglerpaar auch stürmische Tage im Programm. Endlich wieder in einer geschützen Bucht läßt Michael seinen Gefühlen freien Lauf: "Nach dem Ankerfall gibt es nur eins: Sektkorken knallen lassen, die Familie über E-Mail informieren, dass wir gesund und munter angekommen sind. Fünf Minuten auf die Wirkung vom Alkohol warten und in die Koje fallen. Schlafen. Schlafen. Schlafen."
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Nach fast einem Jahr Bummeln an der Nordküste Südamerikas entlang erreichen die beiden die San Blas Inselgruppe vor der panamaischen Küste, wo 365 Sandhaufen mit ein paar Kokospalmen knapp aus dem Wasser ragen und einem kleinen abgeschotteten Völkchen einen gefährdeten Lebensraum bieten. In Panama müssen unsere Weltumsegler das logistische Kunststück vollbringen , den alten scheppernden Mercedes-Schiffsdiesel mit organisierten Ersatzteilen wieder ans Laufen zu bringen. Wo bekommt man einen passenden Simmering und eine richtige Dämpfungsfeder her?
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Auf den Galapagosinseln angekommen, gibt es nicht nur Gelegenheit die einzigartige Tierwelt zu erleben und sich über die "Massentouristen" zu ärgern - sondern auch den Pinsel in die Hand zu nehmen, um die Iron Lady vor dem Zerfall im Salzwasser der Ozeane zu bewahren. Außerdem müssen immer wieder finanzielle Probleme mit Hilfe des Verkaufs von Modems an Fahrtensegler für den emal-Verkehr nachhause - bei 500 Dollar Monatsbudget - gelöst werden.
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Und dann steht die große Überquerung des Pazifik an - aber nicht auf ausgetretenen Pfaden, entlang den Marquesas, sondern fernab der Autobahn über die Gambiers und Tuamotus nach Tahiti. Hier erleben unsere Düsseldorfer die ganze Romantik der Südsee, wenn auch das normale Leben dort manche Unwägbarkeiten und auch Entbehrungen bereithält. Auf dem Suwarrow-Atoll entfährt es Michael: "Immer wieder zieht es uns auf die Insel, wo wir einfach nur sitzen und schauen, teilhaben am Kreislauf des Lebens".
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In Penang im Norden Malaysias ist es dann im Juni 2005 - fast 5 Jahre nach Reisebeginn - soweit: Nachwuchs stellt sich ein und wird von allen Beteiligten und Unbeteiligten freudig begrüßt. Frisch rasiert und überglücklich sind alle bisherigen Abenteuer in den Orkus der Erinnerungen verdrängt.
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In seinen ehrlichen, nichts beschönigenden Erzählungen lassen uns Nathalie Müller und Michael Wnuk teinehmen an der weiteren Reise zu den Andamanen im Indischen Ozean und weiter bis an die Ostküste Südafrikas, der landschaftlich schönen sog. Gartenroute, die der Leser aus der Sicht des Skipperehepaares erlebt. Die Familie ist glücklich und sorgt bald für weiteren Nachwuchs, der einen Abbruch der Reise erzwingt. So endet diese lebensnahe, in Teamarbeit geschaffene Schilderung eines Lebenstraumes, der nicht nur unvergeßliche Erlebnisse bescherte sondern auch zwei Menschen wohl für alle kommenden Lebenssituationen zusammengeschweißt hat, in Knysa - in der gepflegten Atmosphäre einer kleinen Marina.
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