Sönke Roever : Zu Zweit von Deutschland nach Neuseeland

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03.06.2007
Binnentörn durch Friesland
Hinter uns liegen zehn ereignisreiche Tage. Über Emden und Delfzijl sind wir von Norderney nach Leeuwarden gesegelt. Allerdings nicht buten auf der Nordsee, sondern binnen auf der so genannten Staandemastroute - der stehenden Mastroute. Sie heißt so, weil Segelschiffe auf der gesamten Strecke von Delfzijl nach Harlingen trotz zahlreicher Brücken nicht den Mast legen müssen. Was "nach oben" sehr komfortabel klingt, ist "nach unten" schon komplizierter. Als maximaler Tiefgang werden 1,8 Meter empfohlen. Ab Werft hat unsere Gib'Sea 106 1,8 Meter - so voll beladen, wie das Schiff im Moment ist, jedoch eher 1,9 Meter. Wie dem auch sei. Bisher brauchten wir nur an zwei flachen Stellen mehrere Anläufe. Daher meinen wir: 1,9 Meter Tiefgang sind trotz der Empfehlung mit etwas Geduld auch möglich!

(C)2007 Sönke Roever
Im Vergleich zu unseren Erfahrungen aus deutschen Gewässern ist Holland alles andere als eine Servicewüste. Im Gegenteil. Wir haben seit Tagen das Gefühl, als Sportboot ständig Vorfahrt zu haben und überall willkommen zu sein. Kaum, dass wir uns einer Brücke auch nur annähern, signalisiert der Brückenwärter "Bereitschaft" und passt die Öffnung der Brücke der Geschwindigkeit des Schiffes an. Das ist beeindruckend. Ach ja, und falls das mal ein Wärter vergisst, kann man alle Brücken über Funk erreichen.

Seit zwei Tagen liegen wir in Leeuwarden, einer wunderschönen Universitäts-Kleinstadt, mitten in Friesland. Wir haben einen traumhaften Liegeplatz am alten Wallkanal mitten in einem Park. Strom, Duschen, Wasser und sogar einen Müllschlucker direkt am Schiff. Außerdem nur sieben Euro Hafengeld pro Nacht. Internet in Laufweite, tolle Supermärkte, Geschäfte aller Art, ein nettes Kneipenviertel und und und. Kurzum. Hier bleiben wir jetzt erstmal eine Woche und erledigen die letzten Arbeiten am Schiff. Bis gestern waren durchgehend seit Hamburg Familie oder Freunde um uns herum, da wollten wir natürlich nicht die Zeit mit basteln verbringen. Es war halt alles etwas knapp vor der Abreise.

Apropos "knapp vor der Abreise": Von Emden aus haben wir einen Abstecher nach Hamburg gemacht, weil wir vor der Abfahrt eben nicht alles geschafft hatten und noch ein paar Kleinigkeiten erledigen mussten. Außerdem haben wir zu viele Sachen an Bord gepackt - einen Teil haben wir wieder nach Hamburg getragen. Es war total befremdlich, in den Zug zu steigen und "nach Hause" zu fahren. Wir wären am liebsten in Leer sofort wieder ausgestiegen. Das machen wir nicht noch mal. Wieder was gelernt.

So, genug der Vorrede - nun kommen die Bilder und da könnt ihr sehen, dass ein Binnentörn durch Holland allemal eine Reise wert ist - auch für ein Segelboot.
Liebe Grüße
Judith und Sönke

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Segeln blindes gif
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