Sönke Roever : Zu Zweit von Deutschland nach Neuseeland

www.hippopotamus.de - www.ans-ende-der-welt.de> - Übersicht

06.07.2007 -
47 Tage unterwegs, 646,1 Seemeilen

Tiefdruck-Autobahn
Irgendwie ist es gar nicht so einfach, die passende Einleitung für diesen Logbucheintrag zu finden. Worüber sollen wir schreiben, wenn augenscheinlich nichts passiert ist? Nach fünf Tagen in Dover sind wir mittlerweile seit fünf Tagen in Eastbourne. In Summe: zehn! Zehn Tage von denen wir gerade mal acht Stunden nutzen können, um 46 Seemeilen zurückzulegen. Schuld daran ist das Wetter, das den Englischen Kanal derzeit in eine „Autobahn für Tiefdruckgebiete“ verwandelt. Böen der Stärke acht sind keine Seltenheit, von der Windrichtung ganz zu schweigen. Südwest bis West. Da wollen wir eigentlich hin!
Trotzdem empfinden wir die Zwangspause nicht als Belastung. Wir sehen sie eher als Mittel zum Zweck, unsere HIPPOPOTAMUS dem Zustand „fertig“ näher zu bringen. Mit Erfolg. Die Gasbox ist laminiert und gestrichen, der elektrische Kompass ist angeschraubt und angeschlossen (der Autopilot kann daher alsbald folgen), im Salon strahlen zwei Leselampen, die Leesegel sind montiert, alle Leinen haben Taklinge bekommen, der Dieseltank ist fixiert und zwei marode Bordsdurchlässe sind ersetzt. Das hebt die Stimmung!

Außerdem sind wir nicht alleine, wenn sich unsere Gedanken um die aktuelle Großwetterlage drehen. Dank einer Leser-Email („haltet doch mal nach einer 12 Meter langen quietschgelben Stahlyacht Ausschau“) haben wir Tanja, Frank und ihre beiden Söhne Joshua und Vincent kennen gelernt. Ihr Ziel? Neuseeland. Na, das passt doch. Dem nicht genug hat Henry – ein holländischer Einhandsegler mit dem Ziel Ibiza – daneben auch noch seine NAUSIKAA vertäut. Da Tanja und Frank die Kinder schlecht alleine lassen können, treffen wir uns täglich zum abendlichen Blauwasser-Klönschnack auf ihrer ANEMOS.

Für die nächsten Tage ist ebenfalls Starkwind angesagt, sodass wir Eastbourne und unserer kleinen Fahrtensegler-Familie noch ein wenig die Treue halten. Aber das überrascht uns nicht sonderlich, wo uns doch jeder Brite entschuldigend erzählt, dass dies der schlechteste Sommer aller Zeiten sei.

In diesem Sinne. Viel Spaß mit den „grauen“ Bildern…
Judith und Sönke

PS: Wie es der Zufall so will, ist Frank Orthopäde. Judiths Fuß ist also in guter Behandlung. Ein Übriges tun die vielen Emails mit Genesungs-wünschen. Danke dafür.

Copyright © 1996-2016 - SEGEL.DE





Diese Seite...


Segeln blindes gif
Segeln blindes gif