19. Dezember 2005
Rolex Sydney Hobart Yacht Race
Sydney, AUS
86 Crews zum 61. Hochseeklassiker Rolex Sydney Hobart Race gemeldet
Dirk Wiegmann führt deutsch-australisches Team auf einer Beale 45
Die Bandbreite reicht von den keine zehn Meter langen Mumm 30, kaum mehr als ein 30-Fuß-Dingi, bis zu den 98 Fuß langen Maxis, die größten für diese Regatta zugelassenen Rennyachten. Und die Erwartungen der 86 gemeldeten Mannschaften sind so unterschiedlich wie ihre Boote. Doch eines haben sie fest vor Augen: sicher und so schnell wie möglich im Zielhafen des Rolex Sydney Hobart Yacht Race auf Tasmanien anzukommen, das traditionell am Zweiten Weihnachtstag gestartet wird.
Denn voriges Jahr bot der 628 Seemeilen lange Hochseeklassiker Australiens eine sehr raue Passage, auf der auch von den größten Teilnehmern, den Maxis, einige das Rennen aufgeben mussten. Die neuesten, gerade zu Wasser gelassenen Modelle der Super-Maxis "Alfa Romeo" und "Wild Oats XI" hoffen sicher auf einen schnellen Vorwindgang. Das Letzte, was sie gebrauchen könnten, wäre erneut eine stürmische Brise aus südlichen Richtungen verbunden mit der dann oft steilen, unangenehmen See.
Moderate Bedingungen kämen sicher auch dem einzigen deutschen Skipper beim diesjährigen Rolex Sydney Hobart Yacht Race zu pass. Schließlich ist es für den Hamburger Dirk Wiegmann das erste Rennen über die berüchtigte Bass-Straße. Für seine Beale 45 "Conergy" hat er eine deutsch-australische Mannschaft aus ambitionierten Seglerinnen und Seglern vom Kieler Yacht-Club und aus Lokalgrößen zusammengestellt. "Wir erwarten nicht, zu gewinnen, aber wir wollen im ersten Viertel dabei sein. Das wird kein Fahrtentörn", versprach der Bereichsleiter einer Firma aus der Branche Erneuerbare Energien.
Wenn den kleineren Yachten zwischen 40 und 50 Fuß gegen die übermächtig erscheinenden Maxis überhaupt etwas nützt, dann wäre es wohl heftiger Wind von vorn. Darauf hofft zum Beispiel Ray Roberts, Eigner der DK46 "Quantum Racing". Nach seinem Sieg beim King's Cup in Malaysia gefolgt von der Dominanz bei der Rolex Trophy in Sydney muss Roberts als einer der Favoriten auf den Gesamtsieg nach berechneter Zeit angesehen werden.
"Ich glaube, wir brauchen Bedingungen gegen an. Wenn die großen Maxis leichte bis mäßige Winde bekommen, werden sie mit ihren Schwenkkielsystemen nicht zu halten sein. Aber wenn wir es 30 Stunden wirklich hart von vorne auf die Nase bekommen, sollte abgewartet werden, ob ihre Boote das aushalten. Natürlich hoffe ich, dass sie halten, aber die harten Bedingungen kämen uns kleineren Yachten sicher entgegen."
Theoretisch hat jede der 86 Yachten eine Chance, den Tattersalls Cup für die schnellste nach berechneter Zeit zu gewinnen. Aber die Realität ist, dass viele nur gemeldet haben, um dabei zu sein, und um das Ziel in Hobart überhaupt zu erreichen. Allein das wäre für manche ein Erfolg und eine Genugtuung in sich. Zu den Mitfavoriten gehören aber einige Teams. Neben "Quantum Racing" ist mit Geoff Ross' "Yendys" zu rechnen, einem 52-Fuß langen Judel/Vrolijk-Design. Sogar mit Schwenkkiel starten Stephen Ainsworth auf seinem 60-Füßer "Loki" und Michael Hiatt und seine "Living Doll", eine Farr-designte Cookson 50.
Es gibt aber noch ganz andere Gründe, an der herausfordernden Regatta teilzunehmen. Eine der bemerkenswertesten Geschichten ist die der "Berrimilla", ein robuster, 1977 gebauter 33-Füßer. Wenn Alex Whitworth und Peter Crozier das Rennen vollenden können, würde es auch das Ende einer ganz außergewöhnlichen Tour rund um die Welt markieren. Sie nahmen am vorigen Rolex Sydney Hobart Yacht Race teil und fuhren anschließend über die Falkland-Inseln weiter nach Großbritannien, um beim Rolex Fastnet Race dabei zu sein. Hier wurden sie Zweite in der Zweihand-Klasse, aber sie hatten wenig Zeit zum Feiern, weil sie sofort wieder los mussten, um rechtzeitig zum Zweiten Weihnachtstag nach Sydney zurückzukehren. Und sie scheinen es zu schaffen.
Zu den Meldungen aus Übersee (Europa) gehören auch Gerard O'Rouke's Cookson 50 "Chieftain" aus Irland und Alex Thomson's Open 60 "Hugo Boss" aus Großbritannien. Der erfahrene Hochseesegler und Halter der 24-Stunden-Distanzweltrekords, Thomsen, hat ein starkes Team zusammengestellt. Zu dem gehören Australiens Hochseelegende Nick Moloney, Olympiamedaillengewinner und Skiffsegler Simon Hiscocks sowie Jeremy Robinson, Steuermann des vorjährigen Tattersalls Cup-Gewinners "Aera".
Wenn das Rennen am Zweiten Weihnachtstag startet, wird wieder halb Australien auf den Beinen sein und den Start verfolgen. Die Fans wünschen den Aktiven vor allem eine sichere Reise nach Hobart.
Weitere Informationen:
Internationale Presseinformationen:
Key Partners (KPMS)
Ph: +41 32 7242829
info@regattanews.com
www.regattanews.com
Rolex Sydney Hobart Media Team
Nicole Browne
Ph: +61 (0)414 673 762
Nicole_browne@hotmail.com
Anna Wallin
Ph: +61 (0)408 632 657
anna.wallin@ozemail.com.au
|