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Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2006
Übersicht
26. Dezember 2006
„Wild Oats XI“ führt das 78-Boote-Feld an
Sydney. Es ist jedes Jahr wieder ein besonderes Spektakel, das die Einwohner
von Sydney genauso wie die Besucher am Zweiten Weihnachtstag von ihren
Grillfesten entführt. Und der Start zum 62. Rolex Sydney Hobart, eine der
berühmtesten und berüchtigtsten Hochseesegelregatten der Welt über 628
Seemeilen, hätte nicht besser ausfallen können: Die Sonne sengte vom blauen
Himmel, aber eine respektable Brise sorgte für angenehme Abkühlung; die
Skyline rund um den Sydney Harbour mit dem Opernhaus und der Hafenbrücke
(Harbour Bridge) als Hintergrund boten die 1a-Kulisse, die sich ungezählte
Mengen von kleinen und großen Begleitbooten auf dem Wasser genauso wenig
entgehen lassen wollten, wie Zigtausende am Ufer. Sie alle sahen eine frühe
Führung der einheimischen Maxiyacht „Wild Oats XI“, die bereits im Vorjahr
für einen Doppelsieg mit neuem Streckenrekord gesorgt hatte. Die schnellsten
Boote werden am Donnerstag (28. Dezember) im Ziel vor Hobart auf Tasmanien
erwartet, die Kleinsten den Jahreswechsel auf hoher See verbringen.
Nach den aktuellsten Vorhersagen hatten alle Teilnehmer einen Spinnakerstart
erwartet. Doch letztlich kam der Wind mehr aus Südost als aus Südwest und
erreichte Stärke vier bis fünf (16 bis 18 Knoten) statt nur drei Beaufort.
So rauschte das 78 Boote umfassende Feld nach dem Startschuss mit halbem
Wind von der Seite und hoher Geschwindigkeit Richtung Sydney Heads. Am
nördlichen Ende der Startlinie, die in zwei Bereiche geteilt worden war,
zeigte die Crew von Eigner Bob Oatley gleich, warum die „Wild Oats XI“ zu
den Topfavoriten gehört. Schnell setzte sie sich von der „ABN AMRO ONE“ aus
den Niederlanden und der „Skandia“ unter Skipper Grant Wharington
(Australien) sowie dem Rest der Konkurrenz ab.
Die erste Wendemarke zwischen den Sydney Heads nach 1,9 Seemeilen erreichte
das führende Boot in nur 6 Minuten und 51 Sekunden vor seinen beiden anderen
30-Meter-Rivalen „Skandia“ und „Maximus“ von Charles Brown und Bill Buckley
aus Neuseeland. Letztere hatte die Gegenseite der Startlinie gewählt und
dort weniger Wind gehabt. Die beiden Volvo Open 70 „ABN AMRO ONE“ und „Ichi
Ban“ aus Australien folgten dicht auf. Als sie draußen auf offener See
waren, hatte die „Maximus“, die von der Papierform her schnellste Yacht mit
dem höchsten Handicap (Rating) im diesjährigen Rolex Sydney Hobart, Probleme
mit dem Fockfall und wurde langsamer. Das Team schickte einen Mann zur
Reparatur in den Mast. Nachdem das Problem behoben war, holte die „Maximus“
schnell wieder auf und zog gegen 17 Uhr Ortszeit wieder an der „Skandia“
vorbei.
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Fotos: Daniel Forster/Rolex

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Weiter hinten im Feld führte zu dem Zeitpunkt Geoff Ross’ brandneuer
55-Füßer „Yendys“ im Wettstreit der mittelgroßen Yachten eine Seemeile vor
der 60 Fuß langen „Loki“ von Stephen Ainsworth (beide Australien). Bei den
Vorregatten zum Rolex Sydney Hobart hatte sich die „Yendys“ als das
schwächere Boot bei leichten Winden offenbart. Das machte dem Eigner kurz
vor dem Auslaufen allerdings keine Sorgen mehr: „Ich glaube, das war nur ein
temporäres Trimmproblem. Wir finden nach und nach heraus, wie wir das Boot
schnell machen. Wir denken vielmehr daran, jederzeit sicherzustellen, dass
wir zur rechten Zeit am rechten Ort sind, um die günstigsten Bedingungen zu
nutzen.“
Die Erwartungen der Segler an die Wetterbedingungen des Hochseeklassikers,
bei dem es schon so manchen verheerenden Sturm gegeben hatte, waren vor dem
Start unterschiedlich. Der Amerikaner Dee Smith, Star an Bord der Cookson 50
„Quantum Racing“, prophezeite „Kälte, Feuchtigkeit und Wind von vorn“. „Es
wird am ersten Tag hohe Wellen geben, die hoffentlich danach abflachen. Hoch
am Wind dürfte es ein Rennen für die großen Yachten geben“, so Smith, „aber
das wissen wir erst dann genau, wenn es vorbei ist.“ Dagegen ging der
einheimische Eigner und Skipper der J/145 „Jazz“, Chris Bull, von eher
moderateren Bedingungen aus: „Es wird warm und trocken, glaube ich, geradezu
untypisch für das Rolex Sydney Hobart, aber taktisch umso anspruchvoller,
auch wenn der Wetter nicht so hart werden dürfte.“
Während der Start einen wunderschönen Sommertag mit mäßiger Brise und
leichten Wellen bei den Sydney Heads sah, rechneten die Meteorologen für die
Nacht mit deutlich brutaleren Bedingungen. Denn mitten in der Tasmanischen
See zwischen Australien und Neuseeland saß ein Tiefdruckgebiet, das am
Ersten Weihnachtstag stürmischen Wind mit bis zu 40 Knoten aus Südsüdwest
verursachte, – genau gegen an für das Rolex Sydney Hobart-Feld.
Barry Hanstrum, Regionaldirektor New South Wales des australischen
Meteorologiebüros: „Es ist ziemlich klar, dass die härtesten
Segelbedingungen in der ersten Nacht im Gewässern bei der Illawarra-Küste
herrschen werden, wo der Schwell drei bis vier Meter hoch sein wird, der vom
Tief ausgeht, das von Tasmanien wegzieht. Zur selben Zeit wird der
Südwestwind seine maximale Stärke fünf (20 Knoten) erreicht haben, was
zusätzlich ein bis zwei Meter Welle ausmacht. Entsprechend wird sich bei
Wollongong eine durchschnittlich fünf Meter hohe See auftürmen. Kein
Zuckerschlecken!“
„Zum Glück sagen wir für den Rest des Jahres eine Wetterberuhigung vorher,
weil sich über Tasmanien eine Hochdruckzone ausbreiten soll. Das gäbe den
kleineren Booten die Chance, gegen Ende des Rennens mit nordöstlichen Winden
von hinten schneller ins Ziel zu kommen. Für die schnellsten Yachten dürfte
es schwer werden, den 2005 aufgestellten Streckenrekord erneut zu brechen.
Dafür sind die Windbedingungen nicht geeignet“, so Hanstrum abschließend.
Radiointerviews vom Rolex Sydney Hobart Yacht Race sind im Internet zu hören
unter: www.regattanews.com
Weitere Informationen über das Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2006
einschließlich aktueller Positionsberichte (alle 10 Minuten) auf der
Eventwebsite www.rolexsydneyhobart.com
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