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Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2006
Übersicht
Pressemitteilung vom 62. Rolex Sydney Hobart Yacht Race
27. Dezember 2006
Mastbrüche, Verletzte und ein gesunkenes Boot
Neun Yachten aus dem Rennen / „Wild Oats XI“ knapp vor „Skandia“
Sydney. Unerwartet stürmischer Wind und steile Wellen verursachten am
Mittwoch (27. Dezember) am zweiten Tag des 62. Rolex Sydney Hobart-Rennens
einige Seenotfälle. Auf der neuseeländischen 30-Meter-Yacht „Maximus“ wurden
mehrere Crewmitglieder verletzt, als der Mast brach. Die Mannschaft der
historischen „Koolmooloo“ verließ das sinkende Schiff, konnte aber aus ihren
Rettungsinseln geborgen werden. Nach 24 Stunden hatten bereits neun der 78
Teilnehmer aufgegeben, die am Zweiten Weihnachtstag zur Segelregatta von
Sydney aus über 628 Seemeilen (mehr als 1.000 Kilometer) nach Hobart auf
Tasmanien gestartet waren. An der Spitze des Felds führte die
Vorjahressiegerin „Wild Oats XI“ knapp vor der „Skandia“ (beide Australien).
Zu den prominenten Opfern gehörte auch das Team der „ABN AMRO One“, das erst
im Sommer das Volvo Ocean Race rund um die Welt überlegen gewonnen hatte. Um
3.08 Uhr australischer Zeit funkte es ihren Mastbruch an die Regattaleitung.
Zu diesem Zeitpunkt herrschte Windstärke sieben bis acht, in Böen neun –
erheblich mehr, als die vorhergesagten fünf Beaufort.
„Für uns war das eigentlich nichts Außergewöhnliches“, kommentierte Skipper
Mike Sanderson aus Neuseeland, der das Boot schon durch wesentlich extremere
Bedingungen gesegelt hat. „Es gab zwei laute Knalle, und dann fiel das Rigg
in Einzelteilen herunter“, so Sanderson, „zurück blieb ein Maststumpf
unterhalb der ersten Saling“. In stockdunkler Nacht blieb der Grund für den
Schaden ein Geheimnis, wobei die Mannschaft Materialermüdung an kritischer
Stelle vermutete.
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Die Koomooloo kurz vor Untergang
Foto: Jan Mainbridge/Daily Telegraph

ABN ONE mit Mastbruch

Maximus - Rettungsaktion
Fotos: Daniel Forster/Rolex
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Um den Kohlefaserrumpf nicht zu gefährden, kappte die Crew alle noch
bestehenden Verbindungen zum Mast und versenkte den abgebrochenen Teil im
Ozean. Unter Motor machte sie sich auf zurück nach Sydney. Sanderson: „Wir
sind sehr enttäuscht, weil es bis dahin gut für uns lief. Aber immerhin sind
alle an Bord wohlauf.“
So glimpflich ging es für die „Maximus“-Crew zwar nicht ab, bei der nur
kurze Zeit später bei Windstärke sechs bis sieben der Mast „von oben kam“.
Und dennoch war sie froh, mit zahlreichen Blessuren davon gekommen zu sein.
„Ich glaube, wir hatten riesiges Glück, das niemand ums Leben gekommen ist“,
meinte Ian Trelaven. Er war für kurze Zeit bewusstlos geblieben, als das
Vorstag (Verbindung zwischen Bug- und Mastspitze) am Bugbeschlag brach und
nach hinten ins Cockpit schleuderte. Dabei zerbrach es an den Handgriffen
der Grinder („Kaffeemühlen“ zum Segeltrimmen) und den beiden Steuerrädern.
„Ich hockte unten in Lee, um am Leetraveller die geplante Wende
vorzubereiten, als ich das Krachen hörte“, erzählte Trelaven. „Der Großbaum
muss mich im Nacken erwischt und zu Boden gedrückt haben. Ich landete auf
einer Winsch. Zum Glück wurde ich dabei nicht noch härter getroffen.“
Der Neuseeländer David Mundy dagegen brach sich ein Bein und einige Rippen.
Er wurde als Erster von einem Rettungshubschrauber abgeborgen. Auch Glenn
Attrill, George Hendy und Martin Hannon erlitten verschiedene Verletzungen
am Becken, Rücken, Kopf und den Rippen. Im Morgengrauen wurden sie ebenfalls
ins Moruya-Hospital geflogen, das sie nach ambulanter Behandlung verlassen
durften, während ein Polizeiboot zwei weitere lädierte Crewmitglieder an
Land brachte.
Bei dem Unfall wurde auch das Ruder der „Maximus“ leicht beschädigt, die das
potenziell schnellste Schiff im Feld mit dem höchsten Handicap war. Außerdem
wickelte sich ein Segel um den Antriebspropeller. Erst nachdem das alles
klariert war, nahm die Maxiyacht der Co-Eigner Charles St Clair Brown und
Bill Buckley mit dem halben verbliebenen Steuerrad Kurs auf Ulladulla, 100
Seemeilen südlich von Sydney.
Als die zwölfeinhalb Meter lange „Koolmooloo“, die das Rolex Sydney Hobart
1968 gewonnen hatte, am Mittwochvormittag SOS funkte, lag die einheimische
Mannschaft von Mike Freebairn nach berechneter Zeit wieder in Führung. Bei
sechs Meter hoher See und Windstärke sechs fiel das Boot geradezu eine
Welle, die „keinen Rücken hatte“, herunter. Gleich darauf drang unter Deck
Wasser schneller ein, als es gelenzt werden konnte. Schweren Herzens, aber
umsichtig traf der Eigner und Skipper, der das Boot mit seinem Vater Don
zehn Jahre lange restauriert hatte, die Entscheidung, die „Koolmooloo“ zu
verlassen und aufzugeben. Unter Beobachtung von zwei Hubschraubern gelang es
schließlich der britischen Soldatencrew der 20-Meter-Yacht „Adventure“, die
acht Schiffbrüchigen aus deren Rettungsinsel an Bord in Sicherheit zu holen
und später an ein Polizeiboot zu übergeben.
Die ersten Zieleinläufe in Hobart werden im Laufe des Donnerstags (28.
Dezember) erwartet. Die Entscheidung in der Gesamtwertung dürfte jedoch noch
auf sich warten lassen, da auch viele der kleineren, vor allen der
klassischen Boote nach Handicap mit vorne lagen. Dazu gehörten die 1973
gebaute „Love & War“ von Simon Kurts, bereits zweimal Gesamtsieger und die
„Impeccable“ unter John Walker (beide Australien), dem mit 84 Jahren
ältesten Skipper im Feld. An der Spitze hatte es in den ersten 36 Stunden
zahlreiche Führungswechsel gegeben. Zuletzt wurde die Volvo Open 70 „Ichi
Ban“ von Matt Allen auf Eins vor Alex Whitworths „Berrimilla“ (ebenfalls
beide Australien) und der „Wild Oats XI“ berechnet.
HINWEIS für die Redaktionen: Von den Bergeaktionen mit Hubschrauber sowie
Yachten mit Mastbrüchen gibt es hochauflösende Fotos, die für den
redaktionellen Gebrauch freier Medien honorarfrei sind, sowie
Pressemitteilungen und Hintergrundinfos im Internet auf www.regattanews.com.
Radiointerviews vom Rolex Sydney Hobart Yacht Race sind im Internet zu hören
unter: www.regattanews.com.
Weitere Informationen über das Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2006
einschließlich aktueller Positionsberichte (alle 10 Minuten) auf der
Eventwebsite www.rolexsydneyhobart.com.
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Key Partners (KPMS) Germany
for Rolex Yachting Events
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