26 Dec 2007
Rolex Sydney Hobart Yacht Race
Sydney/Hobart, Autralia
Das Event
Neben dem Rolex Fastnet Race und dem Newport to Bermuda Race auf der Nordhalbkugel ist
das Rolex Sydney Hobart Yacht Race einer der drei weltweit wichtigsten Hochseeklassiker. In
den vorangegangenen 62 Jahren wurde das 628 Seemeilen lange Rolex Sydney Hobart Yacht
Race eine Ikone des australischen Sportsommers, die in Bezug auf das Publikumsinteresse mit
Großveranstaltungen wie dem berühmten Pferderennen Melbourne Cup, dem Davis Cup im Tennis
und den Kricket-Matches zwischen Australien und England mithalten kann. Mit Ausnahme des
America’s Cup und des Volvo Ocean Race, die jeweils etwa alle drei Jahre stattfi nden, erzielt keine
Segelregatta der Welt ein derartiges Medieninteresse wie der Start im Hafen von Sydney jedes Jahr
am Zweiten Weihnachtstag, dem 26. Dezember.
Im Laufe der Zeit haben das Rolex Sydney Hobart Yacht Race und der Ausrichter, der Cruising
Yacht Club of Australia (CYCA), den internationalen Hochseeregattasport geprägt. Der Club hat
die Segelwelt in Bezug auf die Kommunikation über das Rennen und die Sicherheit auf See positiv
beeinfl usst, auch indem er die höchsten Standards in der Yachtkonstruktion, der Besegelung und
der Stabilität für Hochseerennyachten als Teilnahmevoraussetzungen festlegte.
Das Rennen wird mithin als einer der härtesten Tests in punkto Seemannschaft betrachtet, den
der Segelsport bieten kann. Fast jedes Jahr trifft das Teilnehmerfeld auf seinem Weg nach Süden
auf Schwerwetterbedingungen. Die Regatta ist dafür berüchtigt, quasi aus dem Nichts wildeste
Bedingungen zu bieten. Besonders hart war es 1998, als sechs Segler bei extremem Sturm ums
Leben kamen.
Seit 1945 ist die Regatta ohne Ausnahme jedes Jahr gesegelt worden. Bei Redaktionsschluss
umfasste das Teilnehmerfeld der 63. Aufl age des Rennens in 2007 Anmeldungen aus Australien,
Neuseeland, den USA, Großbritannien und, zum ersten Mal überhaupt, aus Mexiko. Der Tattersall’s
Cup, die Trophäe für den Gesamtsieg beim Rolex Sydney Hobart Yacht Race, steht dem Boot
zu, das nach berechneter Zeit nach IRC gewinnt. Daher haben auch in diesem Jahr die meisten
Teilnehmer theoretisch eine Chance, das Rennen nach berechneter Zeit zu gewinnen. In früheren
Jahren war nach IMS und zuvor nach IOR gesegelt worden.
Bei der Regatta wird es auch eine Cruising-Klasse geben, so dass Boote, die eher auf Komfort
denn auf Geschwindigkeit ausgelegt sind, sozusagen ein Rennen unter ihresgleichen nach
eigenen Regeln bestreiten können. Zwei Stunden nach dem Startsignal dürfen Fahrtenyachten
zum Beispiel bei zu schwachem Wind ihren Motor nutzen, die Selbststeuerungsanlage einsetzen
oder verschiedene Häfen entlang der Route anlaufen. Allerdings muss der Zieleinlauf unter Segeln
erfolgen, und Maschinenstunden und die in diesen zurückgelegten Seemeilen müssen im Logbuch
genau festgehalten werden.
Nachdem im Sydney Hobart Yacht Race 1998 sechs Segler ertrunken waren, hatte der Coroner
(richterlicher Beamter zur Untersuchung unnatürlicher Todesursachen) des australischen
Bundesstaats New South Wales diverse Empfehlungen an den Cruising Yacht Club of Australia
und den australischen Segelverband ausgesprochen, die in den Yachting Australia Racing Rules
of Sailing für 2005–2008 aufgenommen wurden. In seiner Ausschreibung verlangt der CYCA,
dass jedes teilnehmende Boot sich in den sechs Monaten vor dem Start mit einem Rennen von
mindestens 150 Seemeilen Länge qualifi ziert haben muss. Der Skipper und mindestens die Hälfte
der Crew jeder Yacht müssen zudem ein Kategorie-1-Rennen oder eine vergleichbare Überfahrt
absolviert haben. Die Zulassungsbestimmungen für die Crew verlangen, dass mindestens die Hälfte
der Crewmitglieder ein Sicherheitstraining (Yachting Australia Safety and Sea Survival Course) oder
etwas vergleichbares absolviert haben muss. Mindestens zwei Besatzungsmitglieder je Boot müssen
außerdem eine umfangreiche Erste-Hilfe-Prüfung (Senior First Aid Certifi cate) bestanden haben oder
eine vergleichbare Qualifi kation vorweisen können, oder als Arzt praktizieren.
Im Vorfeld zum Rolex Sydney Hobart richtet der Cruising Yacht Club of Australia an der Küste eine
Reihe von 24-Stunden-Regatten auf hoher See aus, die zur siebenteiligen Blue Water Pointscore
Series gehören. Der CYCA-Segelsommer in Sydney beginnt mit der prestigeträchtigen Rolex Trophy
One Design, die vor den Sydney Heads ausgesegelt wird. Die Wettfahrten der Einheitsklassen wie
Farr 40, Sydney 38, Sydney 32 und Mumm 30, werden am Freitag, dem 7. Dezember beginnen (Farr
40). Die anderen Klassen folgen ab dem Sonnabend. Alle Wettfahrten werden am Sonntag, dem 9.
Dezember abgeschlossen sein. Nach einer dreitägigen Unterbrechung treten die Handicap-Klassen
nach IRC und PHS (darunter viele Teilnehmer am Rolex Sydney Hobart Race) zur Rolex Trophy
Rating Series an. Die Rolex Trophy ist eine eigenständige Regatta für individuelle Yachten, die nicht
zum Rolex Sydney Hobart Yacht Race gehört. Während der Rolex Trophy One Design und der
Rating Series veranstaltet der Cruising Yacht Club of Australia seine SOLAS Big Boat Challenge für
Yachten zwischen 18 und 30 Meter Länge, die am Dienstag, dem 11. Dezember, im Sydney Harbour
stattfi ndet.
Die endgültigen Teilnehmer beim Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2007 wurden am Morgen
des 13. November beim Veranstalter Cruising Yacht Club of Australia bekannt gegeben. Das
Ankündigungssignal für das Rolex Sydney Hobart Race wird am Zweiten Weihnachtstag (Mittwoch,
26. Dezember) um 12.50 Uhr ostaustralischer Sommerzeit (2.50 Uhr deutscher Zeit) ertönen. Der
Start zum Rennen erfolgt vor Port Jackson am Sydney Harbour.
|