Volvo Ocean Race 2001/2002
www.VolvoOceanRace.org

zurück zur Übersicht

Pressemitteilung der illbruck Challenge am 5. Tag der 3. Etappe des Volvo Ocean Race
30. Dezember 2001
Erst drei Boote überholt, dann in einer Sturmböe aus dem Ruder gelaufen
Sydney/Hobart/Auckland – Die dritte Etappe des Volvo Ocean Race von Sydney nach Auckland hielt auch am fünften Tag die gesamte Bandbreite der Wind- und Wetterskala für die Hochseesegler vor. Die Leverkusener „illbruck“ berichtete zunächst von großen Klumpen Seetang am Kiel, als das Boot bei Schwachwind beinahe still stand. Später gab es eine schwere Sturmböe mit gleichzeitiger Winddrehung, in der die Yacht aus dem Ruder lief. Der Spinnaker zeriss, die Latten des Großsegels brachen, und 20 Minuten vergingen, ehe alles klariert war. Dennoch hatte die „illbruck“ nach dem Re-Start als Sechster von Hobart aus am Sonntag Mittag einen Platz gutgemacht. Noch war mehr als die Hälfte der 2.050 Seemeilen langen Strecke zurückzulegen.
„So extrem bin ich mein ganzes Seglerleben noch nicht aus dem Ruder gelaufen“, meinte Ross Halcrow, der bereits seit 1990 früher unter Willi Illbruck auf den erfolgreichen PINTA-Yachten dabei war. „Ich trimmte gerade den Spinnaker mit der Schot in der Hand, als uns von hinten eine dunkle Wolke erreichte. Wir waren darauf vorbereitet, den Spi notfalls zu bergen, falls die Wand zu viel Wind mit sich bringen würde. Doch als die Böe nicht nur mit Stärke acht statt sechs zuvor einfiel, sondern auch noch innerhalb von zwei Sekunden die Richtung um 40 Grad änderte, war nichts mehr zu retten.“
Das Boot lehnte sich gewaltig über, als der Steuermann abfallen wollte. Halcrow, der in Luv auf den Segelsäcken gesessen hatte, machte eine Rolle vorwärts durch die Gerätschaften. Mit dem Steiß (der inzwischen stark angeschwollen ist) traf er die Großschotwinsch. Kurz bevor er durch die Seereling gerutscht wäre, griff Roscoe einen Tampen einer Stautasche in Lee und suchte Halt beim Hamburger Tony Kolb, der gerade „auf dem Weg“ stand. „Das Letzte was ich wollte war baden gehen“, so Halcrow. Unterm Strich verlor die „illbruck“ dabei jedoch nicht auf die anderen Boote – ein Zeichen dafür, dass es ihnen in der Front kaum besser ergangen ist.
Das Feld hat sich derweil zwischen Australien und Neuseeland breit verteilt. Die führende „Assa Abloy“ (Schweden) ging am weitesten nach Norden, gefolgt von der „Amer Sports One“ (Finnland/Italien), was sich bislang auszahlte. In der Mitte blieben „Tyco“, „News Corp“ und „illbruck“ in Sichtweite, während die „djuice“ (Norwegen) im Süden zunächst verlor. Für Sylvester sind schwache Winde in einem Hochdruckgebiet vorhergesagt, so dass das Rennen noch völlig offen zu sein scheint. Unterdessen haben die Frauen der „Amer Sports Too“ am Sonntag nach einer Ruderreparatur Hobart wieder lassen und das Rennen mit über 30 Stunden Verspätung wieder aufgenommen. Die „SEB“ (Schweden) hatte wegen Ruderbruch frühzeitig ganz aufgeben müssen und überführt das Boot jetzt von Eden/Australien nach Auckland zur vierten Etappe.
Am frühen Sonntag Morgen hatte Ray Davies zunächst von einem der schönsten Momente in seine Seglerkarriere berichtet, als er am Steuer war und die vor ihm liegende „News Corp“ (Australien) überholte, die auch in der Gesamtwertung als Zweite vier Punkte zurück der härteste Verfolger der führenden „illbruck“ ist. „Wir hatten den optimalen Trimm in genau der richtigen Brise“, sagte Davies, „da war es eine Genugtuung, sie zu passieren, nachdem sie uns stundenlang erfolgreich gedeckt hatten.“ Bis auf Rang drei schaffte es das deutsche Boot zwischenzeitig, musste aber rechnerisch in der verbleibenden direkten Distanz zum Ziel die „News Corp“ und die „Tyco“ wieder passieren lassen. Wessen Taktik am Ende aufgeht, könnte Neujahr feststehen, wenn eine frische Brise vor Neuseeland erwartet wird.
Weitere Informationen:
Andreas Kling Tel: 0061/439/894241 (0172/2578817) akling@illbruck-Challenge.com http://media.illbruck-Challenge.de http://www.illbruck.com

Copyright © 1996-2001 - SEGEL.DE




Segeln blindes gif
Segeln blindes gif
Segeln blindes gif