Oceanyachting - EDS Atlantic Challenge

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21.07.2001, 13:09
Die neuesten Informationen von Ellen für Dr Krumnacker Segel.de Sill Plein Fruit ist immer noch in Führung- aber Kingfisher kommt näher.
Gaël le Cléac'h's Mannschaft hatte eine 42 Meilen (78km) Führung vor Ellen MacArthur auf der Position um 04:57 GMT (06:57 franz. Zeit) am Samstag. Wird fortgesetzt ....
* Kingfisher war das schnellste Boot der Flotte während der letzten 24 Stunden - mit einem Schnitt von 12,3 kn (23km/h) - gegenüber Sill Plein Fruit =10,8 kn (20 km/h)

* Ellen's Reaktion an diesem Morgen mit Berücksichtigung der Meilenanzahl die sie auf die Führung gemacht haben: " Alles ist möglich - so, wir sind halb durch diese Etappe. Wir hoffen, daß wir Sill aufholen werden. Wir haben unseren Kurs gewählt und unsere Taktiken geplant... Wir werden sehen .....
.
* Gartmore entschied sich als einsamer Reiter auf dem sehr südlichen Kurs. Josh Hall hat sich von den 4 anderen führenden Booten entfernt um dort einen guten Wind zu bekommen. Wird es sich bezahlt machen ? Wir werden es in ein paar Stunden wissen.....

Zeit GMT : 6:39:19
Position 49° 25.5N - 033° 03.7W
Kurs/Speed 248° - 14.51kn
Luftdruck 1008mb - See - sanfter Schwell
See Temperatur 7°

Ruhige Nacht auf Kingfisher
(außer einer großen Wende)

Gedanken eines "Matrosen" letzte Nacht
Die Nachtstunden (regelmäßig 23:30 bis 06:00 Schiffszeit, GMT) waren sehr ruhig ohne besondere Vorfälle - bis auf Hendo's Geschrei während er schlief. Sehr beängstigend für den Rest von uns. Wind kommt wieder von Süden auf - wie gewöhnlich sind wir am Wind und legten ein Reff in die aufkommende Briese. Es ist etwas ölig an Deck - relativ mild aber wie immer grau ungeachtet dessen, daß die Sonne ab und an versucht durchzukommen. Wir sind eben über 40 Meilen von SILL entfernt, Zeit ihn aufzuholen.
Letzte Nacht waren wir bei einem Angriff - drei weiße Streifen kamen auf uns zu wie Torpedos .... Delfin Attacke ! Wir überlebten mit nur einem Lächeln um diese Erfahrung.
KF Team
**********
Zeit GMT : 18:50:35
Position 49° 25.5N - 033° 03.7W
Kurs/Speed 248° - 14.51kn
Wind aus 66° bei 10.6 kn : Ignorieren - keine Windinstrumente
Luftdruck of 1008mb - See - gemäßigt
See Temperatur 7°

Der drei Stunden Waschkreis
Leben als Crew in den offenen 60ern - wenn der Wind aus dem vorderen Sektor kommt.

Der wasch- Schleuder- und trocken Zyklus dauert 6 Stunden. Er beginnt, wenn du aus einem feuchten Schlafplatz aufwachst - die vorherigen 2 Std. hast du mit Rückstößen auf und nieder verbracht - aber in horizontaler Lage. Was mich so begeistert ist: daß ein Magen vertikale Bewegungen macht auch wenn du liegst. Jeder Zusammenstoß mit einer Welle läßt das Boot erschüttern. Manchmal, ein direkter Schlag an den Bootskörper geht durch den Schlafplatz und vermittelt den Eindruck aus der Koje in die Luft befördert zu werden - du wirst schlafend auf den Kopf gestellt. Der ständige Krach des überholenden Wassers über den Rumpf das Deck hinunter und ins Cockpit, das jetzt schon so oft voll war - schnell die Drains öffnen. Kingfisher läuft summend 15 kn.... es ist mehr ein Rauschen was wir in diesem Rennen noch nicht genug hatten.
Wir erinnern Chay daran, daß wir keine bezahlten Seeleute sind - wir wollen mit dem Wind segeln. Aber der Nordatlantik ist der Nordatlantic , und wie alle andern harten Rennen (Rhum Star) diese Teilstrecke ist härter als der Rest.
Es ist großartig die Frauen zu beobachten, wie sie versuchen aufzuholen in der alternativen Route. Wäre fantastisch, wenn sie's könnten. Und das Wetter scheint so komplex genug -man kann nie wissen. Ihr "Mann über Bord" erinnerte uns sehr stark - der Tod ist nur ein paar Schritte entfernt und es liegt auf See alles in unserer Hand. Auf Höhe des 1. Tiefs wurde es an Deck sehr extrem - du weißt, da ist nur wenig Raum um dich zu schützen. Der Rest ist Schicksal !
Zurück zum Aufwachen - wie schnell vergeht die Freiwache ? Immer zu schnell. Vorsichtig schälst du dich aus deinem Schlafsack und versuchst ein wenig auszutrocknen. Die Beine schwingen herum - direkt in die Stiefel neben dem Schlafplatz. Steh auf wenn du kannst, mit beiden Armen wenn das Boot überholt und die Wellen wieder einbrechen.
Den wollenen Hut auf (der trocknet, wie du hoffst, daß dein Kopfkissen und Schlafsack der da hängt auch trocknet) Nasses Ölzeug liegt wieder auf dem mittleren Überzug
Kaltes Wasser ! Verschließe die Halsverschlüsse - mit wasserdichten Taucherhandschuhen die Gelenke verschließen. Kapuze auf - die Schnüre anziehen oder Tauchermaske auf. Rettungsweste an wenn die Situation es verlangt. Hake ein - geh - hinaus aus der Luke und nimm eine kalte welle über deinen Kopf, nur um sicher zu gehen, daß du wach bist. eine Besprechung - was los ist - ein nächstes Gesicht voll Wasser während du sprichst. Nimm den Helm und genieße den Ritt oder erleide die Bewegung die der Wind bestimmt.
Du kannst sicher sein, daß da kleinste Loch daß du offen gelassen hast in deinem voll verschlossenen Anzug - dort geht die nächst Dusche hinein , wenn das Wasser wieder an Deck rauscht.
3 Stunden Wache - das ist der Wasch - und Schleudercyklus. Die Zeit vergeht schnell, speziell wenn du ins Segelwechseln mußt (schlimm für die Freiwache). Das Wasser ist mit jeder zweiten Welle an Deck und ist eisig. Die Augen entzünden und die Gelenke werden immer kälter. Es ist Zeit, die andere Wache zu wecken.
Wachwechsel - die anderen kommen langsam hoch und waschen kurz ihre Gesichter - die Handschuhe über - eine kurze Diskussion - Kurs und Speed und überall nur Wasser. Ellen übergibt Direktiven und Erklärungen. Es ist die Aufgabe die uns treibt - Meilen gewinnen, Meilen verlieren - jeder Bericht über die Einzelpositionen innerhalb von Sekunden . Deswegen sind wir hier.
Vorsichtig runter in die kleine Kabine, -versuchen das Ölzeug auszuziehen ohne die anderen Sachen - die wir versuchen trocken zu halten . Einmal naß - naß für lange Zeit. Vielleicht etwas zu essen zu erhaschen oder du bist so fertig, daß du nur umfällst. Eventuell bist du durch eine Serie von akrobatischen Bewegungen gleich im Schlafplatz..... welch Spaß !!! 40 Minuten später, Aktionen an Deck, können alles mithören - Zeit zum wenden - jede Unze Gewicht von einer Seite des Boots auf die andere. Freude über Freude.....
Aber wirklich, diese Ozean - Renn - Ding ist Spaß. Diesen Nachmittag hatten wir eine "trockene" Wache. 2 Stunden ohne Wellen überm Kopf, kein Ölzeug an, das Personal Hygienefenster im hinteren Boot - Luft auf Körperteile die das lange Zeit nicht verspürt haben. Der Geruch ist sehr schlecht- aber letztenendes sind wir alle in der selben Situation - wen stört's - richtig ?

Ein schöner Augenblick, das Boot treibt 15 kn mit Autopilot in der direkten Route - volles Hauptsegel und Genua .- nur ich an Deck inhaliere das alles ! Ein Delfin an Backbortseite - ein Vogel im Aufwind unseres Segels - 2000 Meilen grauer Ozean voraus. Und Sill wieder 60 Meilen westlich. Wenn du allein an Deck bist, kannst du nur den Sinn begreifen um die Erfüllung die ein Solosegler auf diesem langen Rennen hat. Es ist etwas Besonderes. Das Vandee ist ein spezieller Fall - nimm nur eine kleine Version dessen -du kannst Sinn dieser Freiheit begreifen.
Auf See - während des Rennens - Tage haben keine Bedeutung. Zeit dreht sich in anderen Zyklen - Windwechsel, Wachen (2000 zu gehen) - keine Treffen, kein Fernsehen, keine Telefonate (gut, ein paar können wir auch nicht vermeiden), keine Verkehrstaus. Es ist wirklich eine andere Welt - eine die du nie richtig teilen kannst. Höchstens den schlechten Komfort - aber auch mit schönen Momenten. Du mußt nur mitgehen und es für dich selbst tun.
Die zufrieden Crew an Bord Kingfisher

POSITIONS : 21th July 2001, 10.41 GMT
1 Sill Plein Fruit, Jourdain / Le'Cleach, 1912 Meilen vorm Etappenende.
2 Kingfisher , MacArthur / Moloney, 40 hinter der Führung
3 Ecover, Golding , 77 hinter der Führung
4 FILA, Scarabelli , 232 hinter der Führung
5 Gartmore, Hall, 350 hinter der Führung
6 Alpha Graphics, Darvelid 902 hinter der Führung
7 La Rage de Vivre, Pochet / Tabarly, Not racing


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Segeln blindes gif
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