The Race 2001
Das härteste Katamaran-Rennen Nonstop um die Welt - Übersicht
14.01.2001
Schwere Entscheidung für "PlayStation"-Skipper Steve Fossett:
Super-Katamaran muss Teilnahme an The Race abbrechen

0700 GMT Mission Control (Großbritannien), 14. Januar 2001. Nach dem Bruch des Backbordschwertes des 38 Meter langen Katamarans "PlayStation" am Sonnabend Abend hat Skipper Steve Fossett (USA) die Rennleitung von "The Race" darüber informiert, dass er die schwere Entscheidung getroffen habe, sein Boot vom 27.000 Seemeilen langen Marathon um die Welt zurückzuziehen.

Entscheidende Probleme mit dem Überführungsgroßsegel von 1998 bis 2000, das heftige Abnutzungserscheinungen aufweist und an verschiedenen Stellen reißt, in Verbindung mit dem Bruch des Backbord-Schwertes in der vergangenen Nacht haben Steve Fossett nach eingehender Besprechung mit und Zustimmung durch seine Mannschaft dazu bewogen, die schwierige Entscheidung gegen das Weitersegeln in Richtung Südpolarmeer zu fällen.

Und das ist passiert:
Um etwa 21.40 Uhr (GMT) am Sonnabend (13. Januar 2001) wurde die 13-köpfige Crew der "PlayStation" von einem kurzen dumpfen Schlag alarmiert. Der Grund: Das Backbord-Schwert war auf Höhe der Wasserlinie abgebrochen. Gerade zuvor erst hatte die "PlayStation" nach einer langwierigen Reparatur des Großsegels und stundenlanger Fahrt mit eingezogenem zweiten Reff wieder Speed aufgenommen. Ein etwa ein Meter langer Riss in Höhe des ersten Reffs hatte bereits am Morgen für Probleme gesorgt. Die Reparatur war gerade abgeschlossen, als das Schwert brach.

Es ist noch unbekannt, mit was die "PlayStation" unter Wasser kollidierte.
Eine spätere Inspektion könnte möglicherweise darüber Aufschluss geben, was zu dem Vorfall geführt hat.

Nach eingehender Beratung mit seiner Crew hat Steve Fossett entschieden, die "PlayStation" vom Rennen zurückzuziehen. Die Renndirektion wurde darüber via e-Mail um 0.49 Uhr (GMT) am 14. Januar 2001 informiert. Das Mail wurde folgerichtig noch von "PlayStations" Projektmanager Peter Hogg per Fax und Telefon bestätigt.
Und hier der Originaltext von Steve Fossetts e-Mail:

An die Renndirektion: 0049 UHR (GMT) 14.1.01.
"Nun ist es das Schwert. Gerade, als wir das Großsegel nach eintägiger Reparatur wieder hochgezogen hatten, gab es beim Backbord-Schwert eine Erschütterung, bevor es dann abbrach. Ich vermute, dass wir in diesem Zustand - mit nur einem Schwert - möglicherweise sogar um die Welt segeln können, aber das große Problem sind die Segel.

Wir haben einen neuen Satz Segel für The Race gekauft, weil wir Zweifel hatten, ob unsere alten fit genug seien, es einmal um die Welt zu schaffen. Als das neue Großsegel und das neue Solent-Segel (großes Vorsegel) brachen, bevor wir überhaupt aus dem Mittelmeer heraus waren, wussten wir, dass wir ein großes Problem haben. Doch wir wollten kämpfen und immerhin einen Versuch mit der alten Segelgarderobe wagen. Die jüngsten Reparaturarbeiten auf Höhe des ersten Reffs, die Nick Molony durchgeführt hat, sehen gut aus. Doch nun sieht auch die zweite Reffkausch aus, als würde sie sich demnächst auflösen. Wir würden uns auf eine beschwerliche Reise voller Reparaturen begeben, wenn wir jetzt weitersegelten.

Wir wären einfach nicht ausreichend für eine Auseinandersetzung mit dem Südpolarmeer gerüstet.

Ich habe meine Bedenken über die Fortsetzung des Rennens gegenüber der Crew formuliert und sie dann gebeten mir zu sagen, was sie denken. Sie haben viel Mühe in dieses Projekt gesteckt, monatelang, manche sogar jahrelang. Einige würden dieses Rennen einfach gerne zuende segeln, egal, ob wettbewerbstüchtig oder nicht. Ich sagte der Crew, dass ich eine schwere Entscheidung zu fällen hätte. Wenn sie mir kein wirkliches schlagendes Argument für die Fortsetzung des Rennens liefern könne, müssten wir umkehren.

Die Crew hat die Lage besprochen, kam dann wieder auf mich zu und teilte mir mit, dass sie meine Entscheidung unterstützt. Ich habe das Boot gewendet und wir haben Kurs auf Miami genommen.

Ich bezweifle, dass dies der klassische Weg ist, wie ein Skipper seine Entscheidungen fällen sollte. Aber so haben wir es auf "PlayStation" gemacht.

Steve Fossett - Skipper

In einem weiteren Gespräch mit Mission Control bestätigte Navigator Stan Honey am Morgen, dass es allen an Bord gut ginge und dass mit "PlayStations" Ankunft in Fort Lauderdale (Miami) in zehn bis 14 Tagen zu rechnen sei. Er sagte weiter: "Die Stimmung an Bord ist natürlich von Enttäuschung geprägt, doch die Moral ist immer noch ziemlich gut, wenn man die Umstände bedenkt. Wir haben immer noch viel Vertrauen in unser Boot und seine Strucktur - und in sein unglaubliches Speed-Potential und seine rekordfähigen Eigenschaften."

Nachdem das abgebrochene Schwert in Miami/Fort Lauderdale ersetzt worden ist und neue Segel an Bord gekommen sind, wollen Steve, "PlayStation" und die Crew versuchen, Rekorde wie den von Miami nach New York und Transatlantik-Bestmarken zu unterbieten. Dieses Programm soll im Mai beginnen.
Segeln blindes gif
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