Volvo Ocean Race 2001/2002
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Pressemitteilung der illbruck Challenge zum Start der 2. Etappe des Volvo Ocean Race
Nach den ersten Seemeilen vorne dabei
Frische Brise vor Kapstadt Flaute
Kapstadt – Der majestätische Tafelberg im Hintergrund und die Skyline von Kapstadt in frischer westsüdwestlicher Brise mit gleißendem Sonnenschein – ein Bilderbuch hätte die Startbedingungen für die zweite Etappe des Volvo Ocean Race Round the World 2001-2002 nicht besser zeigen können. An der linken Seite der Startlinie direkt vor den Augen von wohl mehr als 30.000 Zuschauern im Hafen und an der Küste suchte sich die Leverkusener Segelyacht „illbruck“ ihre günstigste Ausgangsposition für die 6.550 Seemeilen nach Sydney in Australien. Bereits nach kurzer Zeit hatte sich Skipper John Kostecki mit seiner Crew durch clevere Kreuzschläge dicht unter Land den Weg an die Spitze gebahnt und kämpfte mit der australischen „News Corp“ um die Führung.
„Unsere Landmannschaft hat wieder ganze Arbeit geleistet und uns ein hervorragend präpariertes Boot übergeben“, so Kostecki vor dem Ablegen. „Wir fühlen uns fit und bereit für den Ritt durch den Southern Ocean.“ Die Etappe gilt als härtester der insgesamt neun Abschnitte auf der Route über 32.700 Seemeilen einmal um den Erdball nach Kiel, wo die Teilnehmer am 9. Juni 2002 zurückerwartet werden. Die „illbruck“ liegt nach dem umjubelten Sieg auf der ersten Etappe mit acht Punkten in Führung vor der „Amer Sports One“ (Finnland/Italien) und der „News Corp“.
Etwa eine Stunde nach dem Startschuss, der um 12 Uhr deutscher Zeit erfolgte, legte sich eine dichte Wand mit Seenebel über die Flotte, und der Wind nahm auf Stärke zwei bis drei ab. Die Führung wechselte mehrfach, „News Corp“ vor „illbruck“ und „djuice“ war die Reihenfolge, als alle von einer mittleren Genua auf das größte Am-Wind-Vorsegel, das sogenannte Code Zero (0) wechselten, um weiter Richtung Kap der guten Hoffnung zu kreuzen. Von dort werden die Navigatoren als Strategen an Bord versuchen, so schnell wie möglich nach Süden zu kommen, wo die kräftigen Tiefdruckgebiete längs ziehen. Aus ihnen entstehen zwar schwere Stürme und haushohe Wellen, doch genau danach suchen die Mannschaften.
„Auf einer richtig großen Welle können wir bis zu einer Minute hinuntersurfen“, erklärt Steuermann und Segeltrimmer Ray Davies. Der geborene Neuseeländer hat diese Bedingungen schon beim vorigen Rennen erlebt, als die Boote Spitzengeschwindigkeiten von deutlich mehr als 30 Knoten (rund 60 km/h) erreichten. „Wenn wir das Wetter richtig treffen, können wir sicher den 24-Stunden-Weltrekord brechen“, meinte der Hamburger Vorschiffsmann Tony Kolb. Für Volvo Ocean 60-Yachten hält ihn bislang die „Silk Cut“ mit gut 449 Seemeilen.
Den 25-Jährigen Tony Kolb führt es das erste Mal auf einer Regatta in den Southern Ocean. „Ich kann es kaum erwarten, obwohl es sicherlich ziemlich kalt und unangenehm wird“, sagte der Mann, der im Zweifel dann sogar in den 26 Meter hohen Mast klettern muss, wenn es etwas zu reparieren gibt. Doch Shore Crew Manager Tom Faire, der mit seinem Team am Sonntag Morgen um halb sieben der erste im Hafen war, ist zuversichtlich, dass es keine gravierenden Probleme gibt: „Wir haben unsere Etappe während des Stopovers hinter uns und glauben, das Boot auf die harten Bedingungen bestens vorbereitet zu haben. Außerdem wissen die Jungs, wie sie damit umzugehen haben.“
Auch Firmen- und Syndikatschef Michael Illbruck, der an Bord der Rennyacht aus Kapstadt auslief, bevor er kurz vor dem Start von Bord ging, ist von der guten Vorbereitung überzeugt. „Das Team arbeitet an Land und auf dem Wasser Hand in Hand, ist hochmotiviert und hat den Erfolg fest im Visier“, so der 41-Jährige. Nun sei die „illbruck“ zwar die Gejagte, aber dieses Gefühl sei im Wirtschaftsleben kein anderes. Illbruck: „Die Crew ist es gewohnt, mit dem Druck fertig zu werden, denn ihre eigene Erwartungshaltung ist hoch.“
Erneut hat die Regattaleitung einen Wegpunkt auf der Etappe vorgegeben, den alle Teilnehmer runden müssen. Es ist die Insel Eclipse Island vor der Südwestküste Australiens. Dort hofft der Veranstalter auch, die ersten Diafilme und Videobänder vom Ritt über den Southern Ocean annehmen zu können, um die extremen Bedingungen dieses Rennens möglichst schnell und anschaulich in hoher technischer Qualität einer breiten Öffentlichkeit zeigen zu können. Ohnehin werden die Crew von unterwegs Satellit Emails versenden, um den Rest der Welt an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen.
Von Eclipse Island geht es durch die Australische Bucht, wo häufig ein umfangreiches Hochdruckgebiet für Flaute sorgt. Bevor die Mannschaften dann das letzte Stück in die Olympiastadt Sydney antreten, müssen sie noch durch die berüchtigte Bass Strait zwischen Tasmanien und dem australischen Festland. Dort wechselt der Wind manchmal innerhalb von Minuten auf Orkanstärke. „Es wird ein schwerer Gang, denn wir glauben, dass alle Konkurrenten das Zeug haben, diese Etappe zu gewinnen“, so Skipper Kostecki.

Der Zwischenstand nach der ersten von neun Etappen:
1. illbruck (Leverkusen) 8 Punkte
2. Amer Sports One (Italien/Finnland) 7
3. News Corp (Australien) 6
4. Tyco (Bermuda) 5
5. Assa Abloy (Schweden) 4
6. SEB (Schweden) 3
7. djuice (Norwegen) 2
8. Amer Sports Too (Italien/Finnland) 1

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