Volvo Ocean Race 2001/2002
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Start der 3. Etappe des Volvo Ocean Race 26. Dezember 2001
Leichte und drehende Winde am Start / Gedenken an Sir Peter Blake
Sydney – Rauch der verheerenden Buschfeuer in den berühmten Blue Mountains verschleierte den Himmel von Sydney grau und verdeckte am 2. Weihnachtstag die heiße Sommersonne Australiens. Nur ein Hauch von Brise wehte zum vielleicht ungewöhnlichsten Start der traditionellen Segelregatta nach Hobart. Sie ist gleichzeitig der erste Teil der dritten Etappe des Volvo Ocean Race Round the World 2001-2002, die nach einen dreieinhalbstündigen Kurzaufenthalt über insgesamt 2050 Seemeilen weiter nach Auckland/Neuseeland führt. Pünktlich um 13 Uhr Ortszeit, nachts um 3 Uhr in Deutschland, kam der Wind im Hafen der Olympiastadt 2000 aus so ziemlich allen denkbaren Richtungen, die thermische Seebrise hob den Gradientenwind auf. Doch die Crew der Leverkusener Hochseeyacht „illbruck“ fand aus der Mitte heraus als eine der Ersten etwas Druck in den Segeln und nahm Fahrt zunächst zum 630-Seemeilen-Klassiker nach Tasmanien auf. Vier Stunden später hatte sie bereits eine knappe Führung übernommen.
Die Atmosphäre war fast ein wenig gespenstisch, denn teils rieselte Asche in der Innenstadt von Sydney herab. Mehr als 100 Häuser waren bereits am Morgen vernichtet worden, als die Regattateilnehmer im Dunst vor der Pymont-Brücke ihre letzten Vorbereitungen trafen. „Der Abschied fällt nicht so schwer wie sonst“, befand Donna Halcrow, die Ehefrau von Segeltrimmer Roscoe, „es ist doch nur eine kurze Etappe.“ Am 3. oder 4. Januar werden die Yachten im Ziel von Auckland erwartet. „Bis dahin wird es taktisch und mental ein hartes Stück Arbeit“, meinte Skipper John Kostecki vor dem Ablegen. Vor allem die Zonen mit schwachem Wind würden zu meistern sein, um am Ende ganz vorne zu liegen.
Ausgangs der schützenden Gewässer lag die „illbruck“ zunächst an zweiter Stelle hinter „News Corp“, die auch einen Sonderpreis des Cruising Yacht Club of Australia gewann. 10.000 australische Dollar gab es für die Umrundung einer Bahnmarke als Erster. Das einheimische Team ist mit zwölf Zählern in der Gesamtwertung härtester Verfolger der illbruck Challenge, die die härteste Regatta der Welt nach zwei Siegen mit 16 Punkten anführt. Später rundete die „Tyco“ (Bermuda) vor der „djuice“ (Norwegen) und der „illbruck“ die nächste Wendemarke, bevor sich Kostecki & Co. den zweiten Rang wieder zurückeroberten und sich der Spitze näherten.
Weit mehr als 1000 Begleitboote umrahmten das Feld im Sydney Harbour, für das die Wasserschutzpolizei einen Startkorridor freigesperrt hatte. Neben den acht Volvo Ocean 60-Booten gingen 75 weitere Boote unterschiedlicher Größe auf die Regattareise nach Hobart. Sie starteten 200 Meter hinter den Weltumseglern kurioser Weise unter Spinnakern mit schwachem südwestlichen Wind von hinten, während vorne bereits eine Drehung um 90 Grad auf Südost bis Ost einsetzte. Die erste kleine Bö erwischte die „News Corp“ ganz rechts am besten, während sich die „illbruck“ nach gewohnt konservativen Start ihren Weg aus der Mitte heraus bahnte.
Durch tägliche Wetterberatungen von illbruck Challenge-Meteorologe Chris Bedford, der kurz vor dem Ablegen nochmals seine letzte Aktualisierung durchgab, wusste die Mannschaft, was sie erwarten wird. Ausgangs der North und South heads, der beiden Landköpfe vor Sydney, drehten die Boote Richtung Süden ab und durften zunächst einen Halbwindkurs bei stetem Ostwind genießen. Bedford: „Entlang der Küste von New South Wales wird es jedoch hoch an den Wind gehen, der stark auffrischen soll.“ Die Positionsmeldung vier Stunden nach dem Start sah dann „illbruck“ vor „Tyco “ und „djuice“ vorn, gefolgt von „Assa Abloy“ (Schweden), „News Corp“, „SEB“ (ebenfalls Schweden) sowie den Frauen von „Amer Sports Too“ (Finnland/Italien) vor den Männern von „Amer Sports One“.
„Wer zuerst in Hobart ist, wird wahrscheinlich auch als Erster in Auckland einlaufen“, meinte Noel Drennan. Der 41-Jährige geborene Ire hat schon 17-Mal das berüchtigte Sydney-Hobart-Rennen absolviert. Ihm werde es nur schwer fallen, nach kurzer Unterbrechung wieder in See zu stechen, während die direkten Teilnehmer Sylvester in der Hafenkneipe „Shipwrights’ Arms“ in Hobart feiern. Drennan, der einer der Steuermänner und Segeltrimmer an Bord ist, wird seine große Erfahrung einbringen, wenn es kurz vor Hobart im Derwent River wie üblich besonders trickreich wird.
Als Nummer eins getippt für den Einlauf wurde übrigens die rund 26 Meter lange Maxi-Yacht „Nicorette“. Für ihren Sieg nach gesegelter Zeit zahlt die Wettgesellschaft „Sportstab“ pro eingesetzten Dollar nur 2 Dollar und 15 australische Cents wieder aus. Die „illbruck“ war mit einer Quote von 21:1 in jedem Fall höchstdotierter Volvo Ocean 60 auf Rang sechs gefolgt von „Amer Sports One“ (28:1).
Vor dem Ablegen in Darling Harbour, der Schokoladenseite von Sydney, wo die Yachten seit Anfang Dezember festgemacht hatten, gedachten die Hochseesegler noch einmal der verstorbenen Segellegende Sir Peter Blake. Der neuseeländische Gewinner des Round the World Race und America’s Cup-Sieger war auf dem Amazonas in Brasilien von Piraten ermordet worden. Ihm zu Ehren verzichteten die Teams auf ihre Songs und ließen den Veranstalter stattdessen Blakes Lieblingslied „Six month on a leaky boat“ der neuseeländischen Band „Split Enz“ spielen. Die V.O.60’s formten einen Trauerkreis, und die Crews warfen Kränze ins Wasser.
Das Volvo Ocean Race führt über insgesamt 32.700 Etappen einmal rund um die Welt. Die weiteren Stationen nach Auckland sind Rio de Janerio/Brasilien, Miami und Baltimore-Annapolis/USA, La Rochelle/Frankreich und Göteburg/Schweden. Ziel ist am 9. Juni 2002 Kiel an der Ostsee. Alle Etappe werden nach Punkten gleich hoch bewertet; der Sieger bekommt acht Zähler, der Zweite sieben usw.
illbruck Challenge ist ein hochkarätiges, internationales Segelprogramm, das durch die PINTA schon seit 30 Jahren Erfolge auf verschiedenen renommierten Regatten gefeiert hat. Das Racing Team verkörpert die gleichen leistungsorientierten Qualitäten der Firmenphilosophie: Erfolg durch Motivation, Flexibilität und Teamgeist. illbruck Challenge ist das Imagemedium und Leitbild für illbrucks globale und interne Unternehmensidentifikation. Nun nimmt illbruck Challenge an zwei Regatten teil, die beide zu den „Kronjuwelen“ des Sports gehören: das Volvo Ocean Race als härteste Hochseeregatta der Welt und der America’s Cup, die Top-Matchrace-Regatta und älteste Sporttrophäe der Welt. illbruck Challenge repräsentiert den Düsseldorfer Yachtclub in Deutschlands erster America’s Cup-Herausforderung überhaupt.
illbruck wurde am 1. Oktober 1952 gegründet und ist ein privatgeführtes internationales Unternehmen im Bereich Bausysteme und Dienstleistungen mit Hauptsitz in München. Die Geschäftsbereiche Abdichtungssysteme, Sanitärsysteme und Raumakustik sowie Filter- und Isolationssysteme sind weltweit mit Standorten vertreten. Dort werden innovative Bausysteme entwickelt, produziert, vertrieben, montiert und gewartet. Die Palette umfasst anwenderorientierte, komplexe und hochwirksame Systemlösungen von der kompletten Badezimmerausstattung „hinter der Fliese“ (Wannenträger etc.) bis hin zu Fenster- und Fassadenabdichtungen. Dabei wird die gesamte Dienstleistung vom Planen und Projektieren bis zum Abwickeln angeboten. Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Münchener Rheinhold & Mahla AG, an der illbruck als Hauptaktionär beteiligt ist. R&M hat ihren Schwerpunkt in diversen Bau- und Industriedienstleistungen (Ausbau, Fassadentechnik, Kühllagerbau, Schiffsisolierung und -ausbau, Industrieisolierung und -service sowie technische Dienstleistungen).

Nachfolgend eine Email von Bord von Steuermann und Segeltrimmer Noel Drennan:
Ein Veteran zwischen Sydney und Hobart
Von Steuermann und Segeltrimmer Noel Drennan
Heute starte ich mein 18. Sydney-to-Hobart Race. Es ist ungewöhnlich für mich zurückzuschauen, und festzustellen, dass ich das Rennen schon seit 20 Jahren mache (ein paar habe ich zwischendurch verpasst). Dieses Jahr ist es mir wichtiger denn je, erfolgreich zu sein, denn es ist für uns ja nicht nur das Sydney-Hobart Race sondern auch ein wichtiger Teil der 3. Etappe des Volvo Ocean Race.
Basierend auf den Wettervorhersagen der vergangenen Tage ist es wahrscheinlich, dass der Zieleinlauf in Hobart auch der in Auckland sein wird. Von Sydney nach Hobart entlang der Küste von New South Wales wird es wohl jede Menge Am-Wind-Segeln in frischen Winden geben, in der Bass Strait zusätzlich mit viel Seegang. Für die Volvo Ocean 60’s sollte das kein Problem sein, obwohl es ziemlich rau werden dürfte, wenn der südlich fließende Strom auf den südlichen Wind trifft.
Außerdem sieht es so aus, als würde es später im Rennen nahe Tasmanien ziemlich leichten Wind geben. Das ist einer der beiden Teile des Rennens, auf den ich mich nicht so freue. Storm Bay und der Derwent River bringen oft unvorhersehbare Windänderungen, die wirklich nicht normal sind und so manche hart erkämpfte Meile aus der Bass Strait zunichte machen können.
Der andere ungeliebte Teil: Hobart nach nur dreieinhalb Stunden wieder zu verlassen. Das bin ich nicht gewohnt. Anstatt sich mit einigen Freunden über einem Bier – oder zwanzig – im „Shipwrights’ Arms“ zu treffen, werde ich mich mit einem Energietrunk und einen weiteren gefriergetrockneten Mahl zufrieden geben müssen.
Aber alles in allen wird das nicht so schlimm sein – wenn wir aus Hobart heraus in Führung liegen.
Noel Drennan
Steuermann und Segeltrimmer

Weitere Informationen:
Andreas Kling Tel: 0061/439/894241 (0172/2578817)
akling@illbruck-Challenge.com http://media.illbruck-Challenge.de http://www.illbruck.com

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