Volvo Ocean Race 2001/2002
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3D-Animationen von
Virtual Spectator

24. Januar 2002
„illbruck“-Crew unverändert rund Kap Hoorn nach Rio
6700 Seemeilen führen von Neuseeland nochmals durch den Southern Ocean

Auckland – Das Satellitenbild zeigt seit Tagen starke Wolkenwirbel über dem südlichen Pazifik – ein Sturmtief nach dem anderen zieht die Strecke entlang, auf der am Sonntag (27. Januar) auch die Teilnehmer des Volvo Ocean Race Round the World 2001-2002 segeln müssen. Die vierte Etappe der härtesten Hochseeregatta der Welt von Auckland in Neuseeland ins brasilianische Rio de Janeiro führt die acht Boote wieder in die unwirtlichen Bedingungen der Welt der Albatrosse und Pottwale: Nässe, Kälte, Eis- und Wellenberge. Mit der einzigen unveränderten Crew im Feld, aber einem neuen Mast und drei Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem nächsten Verfolger geht die Leverkusener Yacht „illbruck“ auf die Strecke über 6.700 Seemeilen. Die zweitlängste Etappe der Regatta wird um 13 Uhr Ortszeit, 1 Uhr nachts in Deutschland, gestartet und dürfte etwa bis zum 19. Februar dauern.
„Das wird wieder ein hartes Stück Arbeit mit vielen Gefahren auf See“, meinte John Kostecki bei der Skippers-Pressekonferenz am Freitag in Auckland, „doch wir haben uns während des langen Zwischenstopps gut erholt und das Boot bestens vorbereitet.“ Das Teilstück dürfte Mensch und Material bis zum legendären Kap Hoorn erneut an die Grenzen der Belastbarkeit führen, bevor die Regatta entlang der südamerikanischen Küste vorrausichtlich unter milderen Umständen fortgesetzt wird. Noch einmal müssen die Mannschaften dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ihre Überlebensanzüge schnüren, Skibrillen gegen das übers Deck fliegende Salzwasser tragen und neue Geschwindigkeitsrekorde herausfordern.
Von allen gejagt wird dabei das illbruck Challenge-Team, das trotz seines vierten Platzes zuletzt von Sydney nach Auckland die Gesamtführung nach zwei sensationellen Auftaktsiegen verteidigte. Härtester Verfolger ist diesmal die „Amer Sports One“ (Finnland/Italien) unter Skipper Grant Dalton. Und der Haudegen hat vor dem Re-Start einen Trumpf aus dem Ärmel gezogen, der ein Raunen durch die Segelszene gehen ließ. Paul Cayard, Sieger des letzten Whitbread Round the World Race 1997/98 mit „EF Language “, wird für die nächste Etappe Taktiker und Wachführer an Bord seines einstigen Konkurrenten. Er ersetzt Dee Smith (USA) aufgrund einer Schulteroperation.
„Mich hat das nicht überrascht“, so Kosteckis Reaktion, der selbst mit Cayard den vergangenen America’s Cup für das Syndikat „AmericaOne“ gesegelt hatte. „Er ist sicher eine Verstärkung für die ‚Amer Sports One’ und bringt generell viel Aufmerksamkeit mit sich. Er ist ein großer Segler und Freund von mir.“ Paul Cayard war als sportlicher Leiter des US-amerikanischen Segelteams „Oracle Racing“ und potentieller Skipper für den America’s Cup engagiert, jedoch nach Meinungsverschiedenheiten mit IT-Zar Larrie Ellison in den Aufsichtsrat der Kampagne abgeschoben worden.
Auch das drittplazierte „Team News Corp“ aus Australien hatte um seine personelle Besetzung lange Zeit gepokert. Zwei gebrochene Rippen und eine Rückenprellung drohten die graue Eminenz, Veteran Ross Field, von Start abzuhalten. Indes kam der Navigator und Chef des Syndikats als neuer Co-Skipper und Wachführer neben Jez Fanstone gestärkt zurück. Die „News Corp“ war mit der „illbruck” bis ins Ziel der dritten Etappe in einen spannenden Zweikampf verwickelt, den das deutsche Boot letztlich für sich entschieden hatte.
Obwohl vor allem diese beiden Schiffe von der Papierform her zu schlagen sind, erscheint es dem illbruck Challenge-Skipper noch viel zu früh, sechs Etappen vor dem Ziel in Kiel einzelne Boote als Hauptgegner auszumachen. Kostecki: „Wir werden unser eigenes Rennen segeln.“ In die gleiche Kerbe schlägt Syndikatschef Michael Illbruck, der seine Crew an seinem 42. Geburtstag am Sonntag auf dem ersten Seemeilen begleiten wird. „Das Team hat seine Hausaufgaben gemacht, und ich habe überhaupt keine Sorge, dass wir bestens vorbereitet sind, um in Rio ganz vorne landen zu können.“
Ein großer Trumpf auf dem Weg zu Ziel ist die Kontinuität. Während alle Konkurrenten des Volvo Ocean Race zum Teil mehrere auch führende Crewmitglieder ausgetauscht haben, vertraut illbruck Challenge der gleichen Mannschaft, die bereits die zweite Etappe durch den Southern Ocean von Kapstadt/Südafrika nach Sydney/Australien gewonnen hatte und seitdem unverändert geblieben ist. Dazu gehört auch der Hamburger Vorschiffsmann Tony Kolb: „Für mich geht es das erste Mal rund ums berühmte Kap Hoorn. Das erwarte ich mit Spannung und Respekt, aber ohne jede Angst.“
Der 25-Jährige gelernte Bootsbauer hat während des dreiwöchigen Hafenaufenthalts fleißig mitgeholfen, den Volvo Ocean 60 auf Herz und Nieren zu prüfen. Dabei wurde unter anderem ein neuer Mast eingestellt, um jegliches Risiko eines möglichen Bruchs zu minimieren, das sofort das Aus bedeuten würde. Ein Tausch des Kohlerfaserriggs wurde sogar vom Regattaveranstalter Volvo ausdrücklich empfohlen, da es noch wenig Erfahrung mit den Karbonmasten unter Dauerbelastung gibt. „Wir wollen unbedingt Materialschäden vermeiden“, so John Kostecki, „die Ruderbrüche von ‚Tyco’ (2. Etappe) und ‚SEB’ (3. Etappe) sind uns ein mahnendes Beispiel.“
Das Volvo Ocean Race führt über insgesamt 32.700 Meilen einmal rund um die Welt. Die weiteren Stationen nach Rio de Janerio/Brasilien sind Miami und Baltimore-Annapolis/USA, La Rochelle/Frankreich und Göteburg/Schweden. Ziel ist am 9. Juni 2002 Kiel an der Ostsee. Alle Etappe werden nach Punkten gleich hoch bewertet; der Sieger bekommt acht Zähler, der Zweite sieben usw.
illbruck Challenge ist ein hochkarätiges, internationales Segelprogramm, das durch die PINTA schon seit 30 Jahren Erfolge auf verschiedenen renommierten Regatten gefeiert hat. Das Racing Team verkörpert die gleichen leistungsorientierten Qualitäten der Firmenphilosophie: Erfolg durch Motivation, Flexibilität und Teamgeist. illbruck Challenge ist das Imagemedium und Leitbild für illbrucks globale und interne Unternehmensidentifikation.
Nun nimmt illbruck Challenge an zwei Regatten teil, die beide zu den „Kronjuwelen“ des Sports gehören: das Volvo Ocean Race als härteste Hochseeregatta der Welt und der America’s Cup, die Top-Matchrace-Regatta und älteste Sporttrophäe der Welt. illbruck Challenge repräsentiert den Düsseldorfer Yachtclub in Deutschlands erster America’s Cup-Herausforderung überhaupt.

Gesamtstand nach drei von neun Etappen:
1. illbruck (Leverkusen) 21 Punkte
2. Amer Sports One (Finnland/Italien) 18
3. News Corp (Australien) 16
4. Assa Abloy (Schweden) 15
5. Tyco (Bermuda) 12
6. SEB (Schweden) 11
7. djuice (Norwegen) 10
8. Amer Sports Too (Finnland/Italien) 5

HINWEIS für die Fotoredaktionen: Digitale Fotos vom Start (ca. 600-800 KB JPEG’s) werden am Sonntag Morgen deutscher Zeit im Media center unter http://media.illbruck-Challenge.de zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Dort liegen bereits ein aktuelles Teamfoto sowie Archivbilder jeder Art für die Vorschauberichterstattung bereit.
Weitere Informationen
Andreas Kling
Tel: 0064/21/184-7474 (0172/2578817) akling@illbruck-Challenge.com http://media.illbruck-Challenge.de http://www.illbruck.com

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