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Daimler-Chrysler-North Atlantik Challenge 2003
Pressemitteilung und Fototermine der UCA - GER 5000
Andreas Kling
Datum: 23. Oct 2002 12:30
Teilnahme am DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
Kieler Maxi-Racer "UCA" schwimmt
Nur sieben Monate Bauzeit / Einsegeln zur hanseboot / Sonntag Taufe
Kiel/Hamburg - Stolz, gar fast ein wenig vor Ehrfurcht erstarrt standen die
Bootsbauer am Kai des Nordostsee-Kanals in Kiel. Ein gewaltiger Autokran
schien ihnen wegzunehmen, was sie fast sieben Monate gehegt und gepflegt
hatten. Die neue Hochseeyacht "UCA" der Kieler Unternehmers Dr. Klaus
Murmann wurde am Mittwoch Nachmittag (23. Oktober) dem nassen Element
übergeben. Der 26 Meter lange Maxi-Racer ist die größte jemals in
Deutschland gebaute Hightech-Regattayacht aus Kohlefaser.
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Neue UCA nach Taufe auf der Elbe
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Im leicht gebrochenen Weiß der schieren Bordwand spiegelte sich das unruhige
Kanalwassers wider, als der Superlativ langsam abgesenkt wurde. Als die gut
14 Tonnen schwere Kielbombe eintauchte, war schon die Hälfte des
Gesamtgewichts "im Teich". Es folgte der lange Rest der 4,50 Meter Tiefgang,
bis sich die straffen Tragegurte lösten und die "UCA" zum ersten Mal
schwamm.
Es war eine "Just in time"-Produktion, die Chefbootsbauer Kilian Bushe, der
schon die Volvo Ocean Race-Siegerin "illbruck" gebaut hatte, und die
Mitarbeiter von Knierim-Yachtbau ablieferten. "Vor vier Tagen waren Rumpf,
Kielfinne und Bleibombe noch getrennt", berichtet Projektleiter Steffen
Müller, "bis zuletzt kamen Zubehör und Ausrüstungsteile auch aus dem Ausland
eingeflogen." Die Schriftzüge für Heimathafen (KIEL) und den Heimatverein
Kieler Yacht-Club (KYC) sowie der Schiffsname wurden erst am Morgen vor dem
Stapellauf auf den Heckspiegel geklebt.
Fast auf den Tag genau neun Monate zuvor hatte der Eigner und Initiator
Klaus Murmann nach zwei kurzen Treffen mit den Designern Friedrich "Fietje"
Judel und Torsten Conradi des Bremerhavener Konstruktionsbüros judel/vrolijk
& co. den Startschuss für das einzigartige Projekt gegeben. Ihm ging das
klare Ziel voraus, im Juni 2003 mit einem aussichtsreichen Boot an der
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge teilzunehmen, der
3.500-Seemeilen-Regatta von Newport/USA nach Cuxhaven und weiter nach
Hamburg. Die "alte" UCA, eine Baltic 67, schien nicht geeignet genug, und
auch Charter- und Kaufversuche blieben erfolglos. "Da habe ich mich spontan
überzeugen lassen, ein neues, größeres und schnelleres Schiff bauen zu
lassen", erinnert sich der 70-Jährige Murmann, der zehn Jahre
Arbeitgeberpräsident war.
Schon bei den Planungen und Vorbereitungen wurde nichts dem Zufall
überlassen. Meteorologe Meeno Schrader aus Kiel erstellte eine Wetterstudie
der vergangenen 50 Jahre auf der Transatlantikroute in der zweiten
Junihälfte. Die Erkenntnisse flossen in umfangreiche numerische
Strömungssimulationen ein, die im Fachjargon CFD (Computational Fluid
Dynamics) heißen. Außer den Modellversuchen mit komplexen Computerprogrammen
gibt es auch welche zur Geschwindigkeitsprognose (Velocity Prediction
Programs/VPP), die ebenfalls in das Design einflossen.
Das Mallengerüst für die Negativform der Rumpfschale wurde ab 18. März mit
Lasern exakt zugeschnitten. In Neuseeland berechneten Kompositingenieure von
"High Modulus" die Stärke und Richtungen der Lastlinien, in denen die
unidirektionalen Kohlefasergelege ausgelegt werden sollten. Mit einem
Hartschaum-Sandwichkern und Polyesterharzen wurden wurde die Innenschale des
Rumpfs schon im Juni fertiggestellt und von der Form getrennt. Aus einem
plan ausgerichteten Vakuumtisch entstanden parallel die sogenannte Struktur
des Boots, das heißt eine Fülle von Stringern, Bodenwrangen und Schotts, um
die immensen Kräfte des insgesamt 19 Tonnen schweren Kiels und des 38 Meter
hohen Riggs (Mast) aufzufangen.
Bevor das Deck Mitte August anlaminiert wurde, wuchs der Innenausbau. Auch
danach wurde das Boot nochmals umgedreht, "um unnötige anstrengende
Über-Kopf-Arbeiten zu vermeiden", erklärt Müller. Dabei bot sich im Inneren
eine ungewöhnliche Perspektive, als die 260 PS starke "Yanmar"-Maschine von
der Decke hing und der Niedergang wie eine Kellertreppe wirkte. Müller:
"Hoffentlich bekommen wir diese Sichtweise nun im Wasser nie wieder."
Bis zu 23 Mann spachtelten und schliffen, schraubten und arbeiteten oft bis
spät in den Abend, damit Ruderlager und Steuersystem, Batterien, Elektronik,
Pantry und, und, und rechtzeitig an ihrem Platz kamen. Als der Kiel mit 32
Niro-Stehbolzen wenige Tage vor dem Stapellauf unter den Schiffskörper
gebolzt wurde, wirkte die "UCA" endlich wie ein fertiges Schiff.
Am Freitag Vormittag soll sie nun schon in die Elbe einsegeln, um ab
Sonnabend, dem 26. Oktober, als Attraktion der 43. Internationalen
Bootsausstellung hanseboot im Citysporthafen Hamburg, dem Messehafen
festzumachen. Am Tag darauf folgt um 16.30 Uhr die feierliche Taufe am
Großsegler "Rickmer Rickmers". Im November erfolgt schon das erste Training
mit Crewsichtung auf der Kieler Bucht, bevor die "UCA" zur weiteren
Vorbereitung auf die Transatlantikregatta in wärmere südlichere Gewässer
überführt wird. "Im Sommer nächsten Jahres wollen wir dann fit sein, um
vorne mitsegeln zu können", so ein glücklicher und zufriedener Eigner und
Skipper Klaus Murmann abschließend.
Fototermin 1:
Stapellauf mit Kran, ggfs. Mast einstellen (nach Windlage)
HEUTE, Mittwoch, 23.10.02, gegen 15 Uhr, Knierim-Yachtbau, Uferstraße 100,
am ehemaligen Cellpap-Terminal auf der Südseite des Nordostseekanals in Kiel
Fototermin 2:
Einlaufen in die Elbe Richtung hanseboot-Hafen (Segeln nach Windlage)
ÜBERMORGEN, Freitag, 25.10.02, vormittags gegen 11 Uhr vor Blankenese
10.15 Uhr Treffen im Citysporthafen Hamburg, Vorsetzen
10.30 uhr Ablegen des Begleitmotorboots
Fototermin 3:
Taufe
SONNTAG, 27.10.02, um 16.30 Uhr an der "Rickmer Rickmer", Fiete
Schmidt-Anleger, St. Pauli Landungsbrücken
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Pressesprecher
UCA - GER 5000
Mobil: 0172/2578817
Tel: 04822/360-900
Fax: 04822/360-901
Email: andreaskling@t-online.de
www.uca5000.de
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