DaimlerChrysler North Atlantic Challenge

Betreff: 100 Jahre Hamburgischer Verein Seefahrt im Rathaus gefeiert Empfänger: redaktion@segel.de
Datum: 26. Mar 2003 14:16

100 Jahre Hamburgischer Verein Seefahrt im Rathaus gefeiert
Hochseeregatta von New York nach Hamburg im Juni wird Höhepunkt

Hamburg – Die Kronleuchter funkelten wie die Sterne über dem Nordatlantik als sich am Mittwoch Vormittag (27. März) mehr als 650 geladene Gäste im Hamburger Rathaus einfanden. Es war ein Stelldichein von verdienten Hochseeseglern und hanseatischer Prominenz. Denn der Senatsempfang galt dem Hamburgischen Verein Seefahrt (HVS), der am 12. März 1903 gegründet wurde und dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Ihm zu Ehren wird im Juni eine Regatta mit weit mehr als 60 Yachten von New York nach Hamburg ausgetragen, die DaimlerChrysler North Atlantic Challenge (DCNAC) 2003.
„Eine Regatta über den Atlantischen Ozean war der Anlass für die Vereinsgründung“, erinnerte der HVS-Vorsitzende Felix Scheder-Bieschin. Der Hamburger Reeder Albert Ballin wollte damals unter der Flagge der Hansestadt eine Yacht als Konkurrenz für Kaiser Wilhelms „Meteor“ ins Rennen schicken. „Die Neuauflage einer Transatlantikregatta von West nach Ost ist das passendste Geburtstagsgeschenk überhaupt“, so Scheder-Bieschin, „deshalb danken wir unserem befreundeten Norddeutschen Regatta Verein, dem NRV, für die Ausrichtung der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge.“
Der Erste Bürgermeister Hamburgs, Ole von Beust, lobte die Verdienste des HVS bei der Ausbildung des seglerischen Nachwuchses. Zahlreichen Trophäen, die von HVS-Yachten im Laufe des Jahrhunderts gewonnen wurden, zeugten in den Empfangsräumen des Rathauses vom Erfolg des HVS. Einen Ehrenplatz nahm dabei die Lady aus Porzellan ein, die von der ersten „Hamburg“, einem Schoner, als Erinnerungspreis im Transatlantikrennen 1905 gewonnen wurde. Eine Replik davon wird als Preis für den Gesamtsieger der DCNAC ausgeschrieben.
Zur Geschichte des Hamburgischer Verein Seefahrt: Albert Ballin, Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, rief eines Tages einen Kreis von Geschäftsfreunden zu sich. Was die Herren erwartete, war eine von Ballin vorbereitete Zeichnungsliste, auf der sich jeder Besucher bereits mit einem festen Spendenbetrag veranlagt sah. Ballin erläuterte kurz seinen Plan, mit Hilfe der Hamburger Kaufmannschaft eine große Yacht in Dienst zu stellen, um unter den Hamburger Farben mit anderen deutschen und ausländischen Schoneryachten zu konkurrieren. Innerhalb einer halben Stunde war die Liste gezeichnet. Der Hamburgische Verein Seefahrt wurde am 12. März 1903 als Träger des Unternehmens gegründet und der Ankauf des schnellen englischen Zweimastschoners „Rainbow“ beschlossen; die dann noch im gleichen Jahr als erste Vereinsyacht unter dem Namen „Hamburg“ in Dienst gestellt wurde.
Die erste „Hamburg“ war ein 49-Meter-Schoner der J-Klasse und segelte stark. Als erste und einzige deutsche Yacht nahm sie erfolgreich am Transatlantikrennen 1905 teil. Am 16. Mai 1905 startete die Ozeanregatta, in der die „Hamburg“ gegen acht amerikanische und zwei englische, meist größere Yachten bei teilweise stürmischem Wetter in 13 Tagen und zwei Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,5 Knoten einen höchst ehrenvollen zweiten Preis ersegelte. Deshalb warb der Kaiser den Kapitän später sogar ab. Der amerikanische Dreimastschoner „Atlantic“ – Skipper war der berühmte Charles Barr – ging als Sieger 22 Stunden vor der „Hamburg“ durchs Ziel und stellte einen bemerkenswerten Rekord auf, der offiziell bis heute Bestand hat.
Die erste „Hamburg“ wurde im Laufe der folgenden 100 Jahre durch viele weitere Yachten ersetzt und ergänzt. Viele Klassiker mit schlanken Linien waren darunter. Nach 75 Jahren wurde schon die „Hamburg X“ gezählt. Bei der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge 2003 segeln die „Haspa Hamburg“, die „Norddeutsche Vermögen Hamburg“ und die „World of TUI Hamburg“ und unter dem Stander des HVS. Das werden bereits die Atlantik-Überquerungen Nummer 39 bis 41 sein. Den größten Erfolg feierte der HVS 1996/97 mit dem Sieg der „Norddeutsche Vermögen Hamburg“ bei der Regatta Hongkong Challenge einmal um die Welt.
Getreu seiner Zweckbestimmung, seeseglerischen Nachwuchs heranzubilden, ging der Verein bereits 1937 dazu über, seine Yachten jüngeren Seglern anzuvertrauen, die sich formlos und ohne einen neuen Club zu bilden, zusammenschlossen und nach der ersten Schlimbach- Yacht „Gruppe Störtebeker“ nannten. Die Gruppe stellt sich zur Aufgabe, den Seglernachwuchs seemännisch auszubilden und für Hochseeregatten vorzubereiten.
Außer den beiden seetüchtigen Yachten „Störtebeker“ und „Hamburg IV“ verfügte der HVS in den 30er Jahren noch über zwei Jollenkreuzer, die „Laura“ und „Anneliese“, beide in guter Erinnerung bei den alten Mitgliedern der „Gruppe Störtebeker“. Neben den Elbewettfahrten und der Helgolandwoche wurden die großen Seeregatten nach Burnham on Couch (England), die Fastnet- Rennen von Cowes um den irischen Fastnet Rock zurück nach Plymouth, die schwedischen Gotland-Rennen, die deutschen Ostsee-Regatten und andere bestritten. Die „Störtebeker“ unternahm bemerkenswerte Reisen nach England und Schottland.
Unter allen Vereinen, die sich mit dem Segelsport befassen, nimmt der Hamburgischer Verein Seefahrt infolge seiner Geschichte und seiner Aufgaben daher eine ungewöhnliche, einzigartige Stellung ein. Er ist ein reedernder Verein. Das heißt, der Hamburgische Verein Seefahrt stellt den See- und Hochseeseglern kostenfrei Yachten zu Fahrten und Regatten auf offener See zur Verfügung. Er hat damit vielen hundert, meist jungen Seglern die Möglichkeit gegeben, einen Sport zu betreiben, den sie sonst nicht hätten ausüben können.
Die jungen, segelbegeisterten Angehörigen der „Segelgruppe Störtebeker“ kommen heute aus allen Berufen und vornehmlich aus den an Alster und Elbe gelegenen Segelvereinen. Fast unmerklich treten im Laufe der Zeit aus dieser Schar einzelne hervor, die Führungsqualitäten und damit das Zeug zum Skipper besitzen. Wie damals als vornehmster Zweck die Ausbildung seemännischen Nachwuchses galt, so unterstützen heute Kaufleute und Reeder in guter hanseatischer Tradition weiterhin die Ausbildung der sportlich gesinnten Jugend, die sich zur See hingezogen fühlt und noch genug Ehrgeiz und Abenteuerlust besitzt, den persönlichen Kampf mit den Elementen zu wagen. Und auf die Frage, was macht der HVS, lautet die augenzwinkernde wie treffliche Antwort, „normalerweise überqueren wir den Atlantik“.
Die DaimlerChrysler North Atlantic Challenge 2003 startet am 14. und 21. Juni 2003 und führt über rund 3.500 Seemeilen einmal über den Atlantischen Ozean von Newport, Rhode Island/USA nördlich um Großbritannien herum nach Cuxhaven und von dort weiter nach Hamburg, wo es vom 4. bis 12. Juli 2003 eine maritime Festwoche auf der Kehrwiederspitze gibt. Veranstalter ist der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) aus Hamburg mit Unterstützung des New York Yacht Club (NYYC). Neben Titelsponsor DaimlerChrysler mit Schwerpunkt bei der Niederlassung Hamburg sind die Holsten-Brauerei, Deutsche Bank, SAP, World of TUI, hanseboot und Marinepool die weiteren Hauptsponsoren der Regatta.

Weitere Informationen:
Andreas Kling, Press Officer, DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
Mobil: 0172/257-8817 Tel: 04822/360-900, Fax: -901 Email: Kling@DCNAC.de www.DCNAC.de, www.media-DCNAC.de

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