Betreff: DCNAC-Pressemitteilung: „Zarraffa“ rundet als Erste den Point Alpha
Datum: 18. Jun 2003 13:19
Pressemitteilung zur DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
18. Juni 2003
„Zarraffa“ rundet als Erste den Point Alpha
Klare Führung vor „Tempest“ / „Zukunft IV“ als 4. beste Deutsche
40 Grad nördlicher Breite, 50 Grad westlicher Länge: Wind, Nässe und
Einsamkeit pur herrschte am imaginären Punkt Alpha, als die Hochseeyacht
„Zaraffa“ am Mittwoch Mittag als Erste die Wendemarke mitten im
Atlantischen Ozean passierte. Damit behauptete die Profi-Crew um Skipper
Huntington Sheldon (USA) die Führung in der Hochseesegelregatta
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge vor ihren Landsleuten auf der
„Tempest“, die unter schwedischer Flagge unterwegs sind. Auf Platz drei
des Transatlantikrennens von Newport/USA nach Cuxhaven und Hamburg war die
„Discoverer“ der britischen Armee vorgerückt. Als beste deutsche Crew
folgte die „Zukunft IV“ des Kieler Yacht-Clubs auf Rang vier.
Am fünften Tag auf See hatte sich das Hauptfeld der 58 Teilnehmer schon
mehr als 300 Seemeilen weit auseinander gezogen. Während die führenden
Yachten weiter mit frischen bis starken Winden vor einem Hochdruckgebiet
flohen, wurden die hinteren zunehmend von der drohenden Flaute
eingefangen. Die Reichen werden reicher, nennen die Segler das Phänomen,
wenn vorne bessere Bedingungen herrschen. Dadurch konnte die „Zaraffa“
ihren hohen Rennwert von 1,415, der Faktor mit dem die gesegelte Zeit
multipliziert wird, um einen gerechten Ausgleich zu den kleineren und
damit langsameren Boote zu schaffen, locker raussegeln und liegt auch nach
berechneter Zeit vorne. Die „Tempest“ (1,279) lag schon mehr als 100
Seemeilen zurück – zuviel trotz Handicaps.
Eine schwache Brise mit Nebel zu Anfang, dann ein starker bis stürmischer
Nordost schräg von vorn haben den Teams bisher nicht den erhofften
Rückenwind beschert. Schon richten sich die zurückliegenden Mannschaften
auf eine lange Reise ein. Christoph von Reibnitz, Eigner und Skipper der
„Peter von Seestermühe“ (25.) beschreibt die Situation so: „Unsere
Hochrechnungen ergaben, dass unser Bergfest noch vor Weihnachten
stattfinden wird. Der Proviantmeister meldete daraufhin besorgt, dass die
9 heimlich gebunkerten Biere bis dahin ihr Verfallsdatum überschritten
hätten. Pragmatische Entscheidung der hohen Schiffsführung: Die trinken
wir jetzt aus. Ansonsten alles wohlauf an Bord und wir segeln mit
ungebrochener Moral gen Westen.“
Mit Musik an Deck – „leider ohne GinTonic“ – war die „World of TUI Hamburg
“ vom Hamburgischen Verein Seefahrt (HVS) unterwegs. Nach dem rauen Wetter
der beiden Vortage wurden bei Nord Stärke drei die Klamotten getrocknet
und eine Dusche an Deck genommen. Erstmals ließ Skipper Björn Woge auch
den Spinnaker setzen. Der nördliche Kurs, den er eingeschlagen hatte,
scheint sich nun auf der zweiten Hälfte der Wegstrecke zu Point Alpha
auszuzahlen, nachdem zunächst die südlicher liegenden Schiffe bevorteilt
waren. Am Mittwoch wurde die „World of TUI Hamburg auf Rang zehn
gerechnet. Als nördlichstes Boot profitierte die „Varuna“ von Jens
Kellinghusen aus Hamburg von den anhaltenden Nordwinden und könnte sich
als zweitbeste Deutsche von Rang sechs noch weiter nach vorne arbeiten.
Für Aufmunterung sorgt immer wieder die Tierwelt auf dem Nordatlantik. Die
Berliner Studentencrew der „Walross III“ meldete: „Wal, da bläst er!, war
der Ruf von Claus Schaefer am Ruder im Morgengrauen. Eine riesige
Blaslochfontäne und ein großer grauer Rücken zieht majestätisch etwa drei
Schifflängen neben uns vorbei. Wir erwarten, dass der Wal uns die Fluke
zeigt, aber er tut uns nicht den Gefallen. Immerhin war er so freundlich,
uns auszuweichen. Daneben ist es der Tag der Delphine. Mindestens fünf
große Schulen besuchen uns im Laufe des Tages. Unvergesslich ist eine
Schule in der Nacht mit Meeresleuchten, wo die Tiere Leuchtspuren durch
Wasser ziehen, die von der Crew begeistert als "Disco-Flipper" begrüßt
werden. Beindruckend ist in der Leuchtspur zu sehen, wie das Wasser
laminar und ohne jegliche Verwirbelung am Körper der Delphine
vorbeigleitet, die mit kurzen Flossenschlägen problemlos unsere
Geschwindigkeit von 8 Knoten halten, direkt vor dem Bug die Seiten
wechseln und schließlich nach voraus weiter ziehen, wohl weil Ihnen dieser
Racer zu langsam ist.“
Zwischenergebnis am 5. Tag der DaimlerChrysler North Atlantik Challenge:
1. Zaraffa (Huntington Sheldon/USA)
2. Tempest (Bugs Baer/USA)
3. Discoverer (British Army/England)
4. Zukunft IV (Kieler Yacht-Club)
5. Snow Lion (Lawrence Huntington/USA)
6. Varuna (Jens Kellinghusen/Hamburg)
Aktuelle Positionsreports gibt es immer zur vollen Stunden im Internet
unter www.DCNAC.de --> Regatta --> Ergebnisse.
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Press Officer
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
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