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DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
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Betreff: DCNAC-Pressemitteilung: Skipper Peter Flügge berichtet über den Untergang der „Monsun“
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Datum: 22. Jun 2003 05:34
„Es gab einen heftigen Ruck und dann Wasser von überall“
Skipper Peter Flügge berichtet über den Untergang der „Monsun“
„Wir sind mit acht bis neun Knoten über Grund gesegelt, als das Schiff
plötzlich auf einen unbekannten Gegenstand aufbrummte und ruckartig
abbremste. Die Backskistendeckel sprangen auf und ein Besanbackstag brach.
Sofort hatten wir Wassereinbruch an mehreren Stellen.“ Gefasst berichtete
Skipper Peter Flügge aus Bremen am Sonnabend Abend (21. Juni), 24 Stunden
nach dem Untergang seiner Segelyacht „Monsun“ während der Hochseeregatta
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge, vom Unglück. Der Seenotfall
hatte sich mehrere hundert Seemeilen südlich der Küste Neufundlands
(Kanada) ereignet. Danach war die sechsköpfige Crew, fünf
Familienmitglieder und ein Freund aus Flensburg nach einer zügigen
Rettungsaktion von einem deutschen Frachter aus ihrer Rettungsinsel
abgeborgen worden.
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Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten in dem Seegebiet bei 40 Grad 37
Minuten Nord, 56 Grad 08 Minuten West stürmische Südwinde mit hohen
Wellen. Flügge: „Das Wetter war aber überhaupt nicht unser Problem. Wir
sind alle hochseeerfahren und haben solche Bedingungen schon häufiger
erlebt.“ Fast eine halbe Stunde kämpften Peter Flügge und seine Mannschaft
nach der Kollision noch um ihre „Monsun“. „Weil die Lenzpumpen es nicht
schafften, soviel nachfließendes Wasser wegzuschaffen, nahmen wir
Handpumpen dazu“, erzählt der 49-Jährige Kaufmann, „doch wir merkten sehr
schnell, dass wir letztlich keine Chance hatten.“
Etwa fünf Minuten bevor die elegante, vor 30 Jahren bei der renommierten
Werft Abeking + Rasmussen gebaute Holzyacht, ein 14,10 Meter langer
Zweimaster vom Typ 8 KR Tourenketsch, auf den Meeresgrund sank, stiegen
die Sechs in die Rettungsinsel. Das Verlassen des Schiffes sei ruhig und
überlegt abgelaufen, lobte der Familienvater seine Crew. Ehefrau Regina
(47), die ebenso wie Bruder Holger Flügge (47) Wachführer an Bord war, die
Kinder Jaane (24) und Borge (21) sowie der Freund der Familie, Benn Jasper
Böhme (27) packten nur noch wenige persönliche Papiere ein.
Nur die Tochter Jaane Flügge, die an Bord für die Rettungsmittel zuständig
war, und die Insel mit Wasser und Lebensmittel bestückt hatte, musste in
der Zeitnot ihren Pass an Bord zurücklassen. Über die deutsche Botschaft
soll ein Ersatzausweis beschafft werden, sobald die Flügges wieder festen
Boden unter den Füßen haben. Kapitän Georg Krüger von der Reederei Peter
Döhle will mit der „Independent Action“ und seinen unerwarteten Gästen am
Montag um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr deutscher Zeit) in Philadelphia/USA
anlegen. Bis dahin „werden wir hier sicher weiter ganz hervorragend
versorgt“, so die Schiffbrüchigen.
Peter Flügge, der bei dem Seenotmanöver „wie aus dem Lehrbuch“ eine
Rippenverletzung davontrug, mochte über die Blessuren gar nicht reden:
„Wenn man noch lebt, denkt man nicht an die Schmerzen.“ Es werde wohl noch
einige Zeit dauern, bis alle dieses sehr emotionale Erlebnis begreifen und
verkraften würden. Dass die „Monsun“, die seit vielen Jahren im Besitz der
Familie Flügge war und vier Atlantiküberquerungen absolviert hatte,
verloren ging, „haben wir noch nicht richtig realisiert.“
Zusammen mit 57 anderen Yachten des Hauptfelds war die „Monsun“ sechs Tage
zuvor am Sonnabend (14. Juni) in Newport, Rhode Island/USA zur
Transatlantikregatta über 3.600 Seemeilen nach Cuxhaven und weiter nach
Hamburg gestartet. Der Notruf MaydayMaydayMayday wurde um 19.27 Uhr
deutscher Zeit zum ersten Mal gehört. Es war die Yacht „Discoverer“ der
britischen Armee, die das SOS im Zuge des täglichen, allgemeinen
Sicherheitsrundrufs über Kurzwellensender auffing, obwohl sie mehr als 400
Seemeilen von der Unglücksstelle entfernt war.
Die Soldaten an Bord, die in der Gesamtwertung des Rennens hinter der
„Zaraffa“ (USA) auf dem zweiten Rang liegen, leiteten den Notruf direkt an
die internationale Rettungsleitstelle in ihrer Heimat in Falmouth/England
weiter. Diese informierte wiederum sofort das nächstliegende Rescue
Coordination Centre (RCC) in Norfolk, Virginia/USA, von wo aus die gesamte
Rettungsaktion koordiniert wurde. Auch die Zentrale der Deutschen
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen war
eingebunden. Trotz des sofortigen Einsatzes kanadischer Rettungsflugzeuge
vom Typ C-130 vergingen etwas mehr als drei bange Stunden, ehe vor allem
die Angehörigen zuhause in Deutschland, aber auch die Regattaleitung um
23.05 Uhr deutscher Zeit Gewissheit hatten, dass die zwei Seglerinnen und
vier Segler aufgefischt worden waren.
Bis dahin hatte sich das Team achtbar geschlagen. Obwohl die „Monsun“ mit
einem IRC-Rennwert (Handicap) vom 0,876 das vermeintlich langsamste Boot
im Feld war, wurde sie nach berechneter Zeit immerhin an 38. Stelle unter
58 Konkurrenten gelistet. Nach ihrem letzten Positionsreport von 14.05 Uhr
deutscher Zeit lag die Yacht am Freitag auf 40 Grad, 28.82’ Nord und 56
Grad, 53.85’ West und hatte schon 677 Seemeilen zurückgelegt. Die Ketsch
belegte 1989 bei der Transatlantikregatta ARC (Atlantic Ralley for
Cruiser) sogar den dritten Platz. „Wir waren bis dahin gut gesegelt und
hatte uns noch mehr vorgenommen“, so der Skipper abschließend.
„Wir sind froh, dass am Ende offenbar niemand ernsthaften Schaden genommen
hat, auch wenn die wunderschöne klassische Yacht verloren ist“, sagte
Gunter Persiehl als Vorsitzender des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV),
der die DCNAC zum 100. Geburtstag des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS)
ausrichtet. In jedem Fall scheine der Verlauf der gesamten Rettung, der
auf Seiten der Regattaorganisatoren vom Race Officer Alan Green (England)
koordiniert wurde, reibungslos gewesen zu sein.
An der Ortung beteiligten sich sofort auch mehrere Konkurrenten, darunter
die Rostocker „Polaris“ und die „Brigantia“ von der Gemeinschaft für
Seefahrt aus Lindau am Bodensee. Ganz in der Nähe war die Oldenburger
Atlantic 40 „Salute“ von Sönke Forsthöfel, mit 12,19 Meter eines der
kleinsten Schiffe. Ein Auszug aus dem Bordbericht: „Wir waren nur vier
Meilen entfernt und nahmen Kurs auf ihre Position. Dort fanden wir aber
nichts. Es ist unvorstellbar schwierig, wenn man sich die
Riesenwellenberge vorstellt und einem die Gischt immer in die Augen weht.
Zwischenzeitlich hatten wir Telefonkontakt mit der Segelyacht Polaris und
mit dem Rescuecenter Bremen der DGzRS. Von der Regattaleitung erhielten
wir eine neue Suchposition. Also schnell dahin, aber auch dort war unsere
Suche erfolglos. Dann traf das kanadische Rettungsflugzeug ein, eine
Riesenkiste. Die hatten die Rettungsinsel schnell gefunden.“
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Press Officer
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US Mobile: +1/401/932-2215
Email: Kling@DCNAC.de
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