Betreff: DCNAC-Pressemitteilung: „Monsun“-Skipper Flügge spendet der DGzRS
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Datum: 09. Jul 2003 20:25
„Monsun“-Skipper Flügge spendet der DGzRS
„HSH Nordbank“ auf Frachter eingelaufen
Hamburg. „Die meisten Segler können sich kaum vorstellen, welche
Maschinerie bei den Rettungsdiensten im Hintergrund abläuft“, sagte Peter
Flügge, als er am Mittwoch Nachmittag beim Yacht-Talk der DaimlerChrysler
North Atlantic Challenge auf der Bühne stand. Er habe sich davon bei der
Rettungsleitstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
(DGzRS) in Bremen selbst überzeugt. Denn: Die Seenotretter seiner
Heimatstadt waren ein wichtiger Baustein in der Kette, die am 20. Juni
geholfen hat, ihn uns seine Crew zu retten, als ihre Yacht „Monsun“ nach
der Kollision mit einem unbekannten Gegenstand gesunken war. Im Race
Village auf der Kehrwiederspitze bedankte sich Flügge vor mehreren hundert
Zuschauern bei der DGzRS mit einem Spendenscheck von bereits mehr als 500
Euro, der „durch das Publikum gerne noch erhöht werden kann“.
Der wurde auf Seiten der DGzRS von Kapitän Ralf Krogmann, Zweigstellleiter
in Hamburg und Kapitän Heiko Wobker, Leiter der Seenotleitung Bremen (MRCC
= Maritime Rescue Co-Ordination Centre) dankend entgegengenommen. „Wir
finanzieren uns ausschließlich aus Spenden“, erinnerte Krogmann, nachdem
Talkmaster Christoph Schumann dem Publikum nochmals den Ablauf der
Funkwege erklären ließ. Die Rettung der sechsköpfigen „Monsun“-Crew war
vom ersten Notruf bis zur Aufnahme durch die Mannschaft des Hamburger
Frachters „Independent Action“ reibungslos verlaufen, „obwohl sicher nicht
nur bei uns in der Regattaleitung bange Stunden vergingen“, so Gunter
Persiehl als Vorsitzender vom Veranstalter Norddeutscher Regatta Verein
(NRV).
Nicht in Seenot geraten, aber doch aufgegeben hatte die „HSH Nordbank“ das
Rennen. Ein gebrochener Beschlag des Spinnakerbaum hatte in der Folge den
Mast beschädigt und Skipper Walter Meier-Kothe schon nach weniger als zwei
Tagen keine andere Wahl gelassen, als umzukehren. Am Mittwoch nun kam der
Maxiracer in Hamburg an; zunächst huckepack auf dem russischen
Frachter „Socol II“, der bereits 16 Yachten aus Hamburg zum Regattastart
nach Newport in Rhode Island/USA gebracht hatte. Auf der Reede Neuwerk
wurde die ehemalige „Morning Glory“ von Hasso Plattner dann wieder auf den
eigenen Kiel gesetzt und lief unter der üblichen Begrüßung eines
Feuerlöschboots in den Brandenburger Hafen vor dem Eventgelände ein. „Wir
tun dann einfach so, als wenn nichts war“, hatte Meier-Kothe gescherzt. Die
Gäste und Vertreter der „HSH Nordbank“, konnte er vermerken, bereiteten Boot und Crew dennoch einen anständigen Empfang.
Unschlagbar komisch geht längst die Crew der Oldenburger „Leon de Mar“ mit
der Tatsache um, dass sie die Preisverleihung und Abschlussparty der DCNAC
am Freitag, dem 11. Juli, wohl nicht mehr erreichen wird. Von Bord heißt
es: Hallo Ihr Lieben, es ist schon erstaunlich, wer alles den Nordatlantik
bereist hat. Hier die Spuren eines gewissen Matthias Claudius:
Der Mond ist aufgegangen,
der Himmel ist verhangen,
es regt sich keine Luft.
Die See liegt schwarz und schweiget
und aus den Wogen steiget
der milde Meeres-Jod-Salz-Duft.
So steiget ihr Matrosen
zum Schlafen aus den Hosen
und betet um den Wind.
Die Flaute ist ’ne Strafe
sie lässt uns gar nicht schlafen
Flappende Segel schrecklich sind.
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und können gar nicht viel
Wir spinnen Luftgespinste
und nennen’s Segelkünste
und kommen weiter von dem Ziel.
Aber hier irrt der Dichter, wir haben wieder Wind und fliegen mit 8 Knoten
gen Fair Isle, Freitag 13.30 Uhr ist dann der Wein fällig. Endlich auch
mal etwas Nebel und reichlich Fischerboote, so dass die Radarwache unser
Leben gerettet hat, als Skipper und Großteil der Crew noch seelig
schlummerte. Die Ornithologen unter uns sind begeistert von Bass-Tölpeln
und Papageientauchern.
Wenn alles optimal läuft, werden wir Sonnabend Nacht in Cuxhaven
einlaufen, aaaaber der Deutsche Wetterdienst hat für unsere Ankunft wieder
eine Flaute bestellt, die ab Samstag Nacht die gesamte Nordsee erfassen
soll.. Wenn das nicht Sabotage ist!! Flauten haben ja eine gute und eine
schlechte Eigenschaft. Abgesehen davon, dass man nicht vorankommt, zuerst
die schlechte: Das Flappen der Segel reißt gern mal einen Riss ins
Unterliek des Großsegels. Die gute: Bei Windstille lässt es sich an Deck
prima nähen und kleben, ohne dass einem das Tuch um die Ohren schlägt.
Alles Liebe vom harten Nordatlantik, Skipper Jürgen "Barawitzka" und Crew
Matthias, Joachim, Barbara, Steffen, Christian.
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Press Officer
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
Mobil: 0172/2578817
Tel: 04822/360-900
Fax: 04822/360-901
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