The Global Challenge 2004/05
Portsmouth-Kap Hoorn-Kapstadt-Portsmouth
03.10.2004 - 17.07.2005
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13.02.2005
Äußerst spannende Sprintetappe von Wellington nach Sydney
Leg 3 - 12.02.2005

Alle zwölf Teams der Global Challenge 2004/05 Amateurweltumseglung mit zwölf baugleichen 72 Fuß Yachten sind nach gut sieben Tagen in Sydney eingetroffen. In sehr kurzem Abstand kamen die Yachten über die direkt vor dem Sydney Opernhaus liegende Ziellinie. Der australische Skipper Andy Forbes glückte sein größter Traum und kam mit seiner Crew auf der Yacht BG Spirit als erster nach 7 Tagen 2 Stunden 11 Minuten und 4 Sekunden ins Ziel. Mit einer gewagten Taktik segelten sie am südlichsten von allen Yachten. Anfangs rutschten Sie daraufhin viele Plätze zurück, bekamen aber auf Grund eines von Süden herankommenden Tiefdruckgebietes zwei Tage vor Ankunft in Sydney als erste den Wind, setzen sich in Führung und gaben sie bis zum Ziel nicht mehr ab.

BG Spirits Vorsprung wurde gegen Ende aber immer weniger. SAIC La Jolla und Me To You mit der Bremerhavenerin Birgit Obermüller knapperten kontinuierlich am Abstand. Knapp wurde es für BG Spirit wenige Meilen vorm Ziel nachdem der letzte Wegepunkt umrundet wurde. SAIC La Jolla und Me To You hissten sofort ihre Spinnaker. BG Spirit war darauf, wie Andy Forbes später zugab, nicht vorbereitet und verlor viel an Vorsprung. Allerdings bestand keine ernsthafte Gefahr, denn SAIC La Jolla passierte das Opernhaus erst 15 Minuten später in zweiter Stelle. Nur gut 6 Minuten später erreichte Me To You mit Birgit Obermüller und Skipper James Allen den dritten Podiumsplatz. Ein klasse Erfolg für Me To You, nach dem zehnten und siebten Platz bei den vorherigen Etappen. Trotz häufig oder vielleicht gerade wegen der mehrfach ausgefallenen Windinstrumente war die Konzentration und der Wille besonders groß, so Skipper James Allen im Interview nach dem Zieleinlauf.

Ein weiteres spannendes Finish gab es gut 30 Minuten später. Um Platz 4 und 5 kämpften Pindar und BP Explorer mit dem Thüringer Holger Bindel. Die Außenseiter Pindar kämpften energisch und am Ende erfolgreich gegen die Favoriten BP Explorer. Mit nur 2 Minuten und 4 Sekunden Vorsprung holten Sie sich zwölf Punkte für den vierten Platz. In den ersten vier Tagen war Pindar Schlusslicht und konnte, genauso wie Etappensieger BG Spirit, früher den Wind des von Süden kommenden Tiefs nutzen und katapultierte sich über Nacht von Platz 12 auf Platz 6. Angespornt von dem Sprung kämpften sie verbissen weiter und ließen am Ende die bis dahin auf Platz Eins in der Gesamtwertung liegende Yacht BP Explorer knapp hinter sich.

Nur zwei Stunden später gab es ein weiteres Fotofinish. Spirit of Sark mit dem Rheinländer Jürgen Dieris, Sieger der zweiten Etappe von Buenos Aires nach Wellington, und Team Stelmar, letzter auf der zweiten Etappe wegen der Evakuierung eines verletzten Crewmitgliedes, gaben sich ein Kopf-an-Kopf Rennen im Hafen von Sydney. Mit nur 74 Sekunden Vorsprung konnte es am Ende Spirit of Sark vor der beindruckenden Kulisse des Sydney Opernhauses und der Sydney Harbour Bridge mit Hunderten von Zuschaueryachten für sich entscheiden.

Weitere drei Yachten erreichten das Ziel fast im Stundenrhythmus. Die letzte Yacht war Imagine IT. Done mit der einzigen weiblichen Skipperin Dee Caffarai. Streckenweise auf Platz eins bei dieser Etappe machte sie den großen taktischen Fehler und wählte eine sehr nördliche Route. Das machte sich anfänglich bezahlt, aber als das Tief von Süden kam rutschte sie innerhalb von 6 Stunden vom ersten auf den letzten Platz. Mit 7 Tagen 13 Stunden 6 Minuten und 15 Sekunden erreichten Sie das Ziel um halb drei am Montag Morgen (Ortszeit), knappe 11 Stunden nach BG Spirit.

Übereinstimmend nannten fast alle Crew Mitglieder und Skipper die Ankunft in Sydney als der bisher bewegendste Moment der Regatta. Die Kulisse, Hunderte von Begleityachten, Tausende von Zuschauern an Land und das spannende Finale waren überwältigend. Das Wetter spielte auch noch mit. Pünktlich zum Zieleinlauf öffneten sich die Wolken für einen herrlichen sonnigen Sonntag Nachmittag.















BP Explorer mit Holger Bindel musste mit diesem fünften Platz die Gesamtführung an BG Spirit abgeben und sind nun auf Platz 2 der Gesamtwertung. Noch sind aber vier Etappen zu segeln, so dass noch alles offen ist. Spirit of Sark mit Jürgen Dieris konnte sich mit dem siebten Platz auf Platz vier der Gesamtwertung halten. Me To You mit Birgit Obermüller blieb durch den hervorragenden dritten Platz zwar auf Platz 8 der Gesamtwertung stehen, konnte den Abstand zur Führung aber deutlich verringern und den Abstand nach hinten deutlich vergrößern.

Die nächste Etappe nach Kapstadt startet am 27. Februar. Mit 6200sm Länge und einer Dauer von ca. 35 bis 41 Tagen wird es die härteste Etappe der Regatta werden. Der indische Ozean ist der mit Abstand stürmischte Ozean. Winde mit Stärken von acht bis zwölf können tage- oder gar wochenlang andauern. Die Nähe zur Antarktis sorgt für eine andauernde eisige Kälte. Die Ankunft in Kapstadt wird für den 5.-10. April erwartet.

Ergebnis der Etappe 3 (Wellington - Sydney)
Pos. Yacht Punkte Etappendauer
1 BG Spirit 15 7d 2h 11m 4s
2 SAIC La Jolla 14 7d 2h 26m 24s
3 Me To You (Birgit Obermüller) 13 7d 2h 32m 48s
4 Pindar 12 7d 3h 6m 5s
5 BP Explorer (Holger Bindel) 11 7d 3h 8m 9s
6 Samsung 10 7d 4h 43m 44s
7 Spirit of Sark (Jürgen Dieris) 9 7d 5h 5m 18s
8 Team Stelmar 8 7d 5h 6m 32s
9 Barclays Adventurer 7 7d 5h 35m 19s
10 Sony VAIO 6 7d 7h 18m 33s
11 Team Save the Children 5 7d 8h 28m 49s
12 Imagine IT. Done. 4 7d 13h 6m 15s

Das Gesamtergebnis und die Ergebnisse der vorherigen Etappen sehen Sie hier in der Rangliste.
Text: Rainer Seifert
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