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The Global Challenge 2004/05
Portsmouth-Kap Hoorn-Kapstadt-Portsmouth
03.10.2004 - 17.07.2005
www.globalchallenge2004.com - zur Übersicht
Mit voller Wucht in den indischen Ozean
Leg 4 - 04.03.2005
Die zwölf 72 Fuß Stahlyachten der Global Challenge 2004/05 Amateurweltumseglung sind nach dem Start in Sydney am auf den Weg nach Kapstadt. Es gab einem spannenden Start im Hafen von Sydney, gefolgt von einem 3 Tage dauernden Spinnaker Rennen in Richtung Tasmanien. Inzwischen sind die Yachten auf Südwestkurs im indischen Ozean, den wildesten aller Ozeane. Die Crews berichten von über 40 Knoten Wind, Masthohe, also knapp 30 Meter hohe Wellen und Delphine, die über den Köpfen der Crews auf Wellenbergen reiten. Ein Crew Mitglied der Yacht Team Save The Children musste nach einer Verletzung, die er sich bei schwerer See in der Koje liegend zuzog, in Hobart evakuiert werden.
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Copyright: Challenge Business Ltd.
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Am Sonntag, den 27. Februar, starteten die zwölf baugleichen Yachten mit jeweils 17 Crew plus Skipper, vor dem Sydney Opernhaus zur vierten und schwersten Etappe nach Kapstadt. Den sehr engen Start konnte BP Explorer mit dem Thüringer Holger Bindel am Ausgang des Hafens von Sydney für sich entscheiden. Dicht gefolgt von Me To You mit der Bremerhavenerin Birgit Obermüller. Nach weniger als 24 Stunden auf See übernahm Me To You die Führung auf den Weg durch die Tasmanische See Richtung Hobart und konnte diese, wenn auch knapp, zwei Tage halten. Ein vom kräftigen Wind gerissenes Spinnaker beendete den Vorsprung. Birgit Obermüller: "Es ist grausam, wenn du siehst, wie das Spinnaker zerfetzt wird, nachdem du beim Trimmen eine Sekunde nicht aufgepasst hast".
Auf dem weiteren Weg gen Süden gab es viele enge Positionskämpfe. In der Führungsgruppe aus drei bis sechs Yachten gab es ständig Positionswechsel. Der Abstand der Yachten betrug meist nur wenige Seemeilen. Kurz vor Tasmanien übernahm Imagine IT. Done mit der einzigen weiblichen Skipperin Dee Caffari die Führung. Mit kurzen Unterbrechungen konnte sie diese, wenn auch mit nur einer Seemeile sehr knappe Führung, bis heute halten. Das ist ein sehr großer Erfolg, denn bisher lagen sie meist im hinteren Feld und mussten auf der zweiten Etappe von Buenos Aires nach Wellington sogar wegen einer Helikopter Evakuierung eines verletzen Crewmitgliedes die Etappe aufgeben.
BP Explorer, Platz zwei in der Gesamtwertung, ist dem Führungsduo auf den Fersen. Mit nur 19 Seemeilen Rückstand liegen sie nach gut fünf Tagen auf See auf Platz drei. Me To You liegt derzeit neun Seemeilen dahinter auf Platz vier, nachdem sie kurzzeitig auf den vorletzten Platz abgerutscht sind. Grund dafür ist die Entscheidung von Skipper James Allen eine sehr südliche Route zu wählen. Diese ist auf Grund der Erdkrümmung kürzer, der Wind ist dort aber auch stärker und gefährlicher, die Wellen höher und die Temperaturen niedriger.
Hinweis: Die auf der offiziellen Challenge Webseite eingezeichnete Route berücksichtigt nicht die Erdkrümmung, wodurch ein falscher Eindruck über die gewählten Routen der Yachten entstehen kann. Die Linie müsste in einem Halbkreisbogen viel weiter südlicher verlaufen.
Spirit of Sark mit dem Rheinländer Jürgen Dieris, Platz 4 der Gesamtwertung, bevorzugt eine mehr nördliche Route und liegt 18 Seemeilen hinter BP Explorer.
Auf dem letzten Platz mit 150 Seemeilen Abstand zur Führung liegt derzeit Team Save The Children. Sie mussten südlich von Hobart den Kurs gen Norden ändern, um ein verletztes Crewmitglied zu evakuieren. Bei schwerer See mit über 35 Knoten Wind reitete die Yacht über eine haushohe Welle und fiel am Ende dieser Welle im freien Fall 20 Meter runter. Crewmitglied Adrian Albrighton (31) lag zu diesem Zeitpunkt in seiner Koje, hob durch den freien Fall der Yacht gegen die Decke ab und stürzte dann auf einen Aluminium Holm der Koje. Er zog sich eine schwere Prellung des Hüftgelenks zu. In Absprache mit dem Unfallkrankenhaus in Plymouth/England wurde eine Evakuierung beschlossen, da ein weiterer, über 30 Tage dauernder Törn zu gefährlich gewesen wäre. Bei schwerer See wurde er vor der Küste Tasmaniens per Schlauchboot auf ein Seenotrettungskreuzer gebracht und von dort weiter per Helikopter ins Krankenhaus. Inzwischen hat er sich im Krankenhaus erholt, ist allerdings sehr enttäuscht. Denn Adrian gehört nicht zur Stammcrew, sondern wollte nur diese eine Etappe mitsegeln. Ein jahrelanger Traum und jahrelange Vorbereitung ging abrupt nach schon vier Tagen zu Ende.
Die Etappe nach Kapstadt wird etwa 34 Tage dauern.
Positionen am Tag 5, Freitag (04.03.2005 um 07:54 GMT)
Pos. Yacht sm bis Ziel Abstand zur Führung
1 Imagine IT. Done. 5301 0
2 Barclays Adventurer 5301 0
3 BP Explorer (Holger Bindel) 5321 20
4 Me To You (Birgit Obermüller) 5326 25
5 Spirit of Sark (Jürgen Dieris) 5334 33
6 Team Stelmar 5348 47
7 BG Spirit 5350 49
8 SAIC La Jolla 5353 52
9 Pindar 5359 58
10 Sony VAIO 5363 62
11 Samsung 5367 66
12 Team Save the Children 5446 145
Text: Rainer Seifert
Copyright aller Fotos dieser Seite: Challenge Business Ltd. bzw. On Edition The Photographers
Mehr deutsche Informationen und Fotos unter www.rainerseifert.de/gc2004/.
Offizielle englische Regattaseite: www.globalchallenge2004.com
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