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61. Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2005/2006
www.rolexsydneyhobart.com - Übersicht Hobart Race

28. Dezember 2005
Rolex Sydney Hobart Yacht Race
Sydney, AUS
"Wild Oats XI" Erste im Ziel mit neuem Streckenrekord
Mit einem neuen Streckenrekord gewann die australische Maxiyacht "Wild Oats XI" am Mittwoch (28. Dezember) das 61. Rolex Sydney Hobart Yacht Race nach gesegelter Zeit. Steuermann Mark Richards riss an der Ziellinie in Hobart/Tasmanien die Arme nach oben und zeigte das Sieges-V für Victory. Um kurz nach 8 Uhr Ortszeit hatte die Crew der 30-Meter-Yacht nach einem Tag, 18 Stunden und zehn Minuten die 628 Seemeilen lange Regatta hinter sich. Damit unterbot sie den sechs Jahre alten Rekord der Volvo 60 "Nokia" um eine Stunde, acht Minuten und 52 Sekunden. Zuvor musste die Crew noch eine bange Stunde überstehen, denn morgens war die oberste Segellatte des Großsegels gebrochen und das Groß schwer beschädigt worden. Nur unter Vorsegel war die "Wild Oats XI" den Derwent River nach Hobart hinauf gesegelt.
Während einer Wende war ein Backstag hinter der obersten Segellatte hängen geblieben und hatte diese dadurch heraus gerissen. Die Crew barg das Großsegel sofort, als es bereits durch das Schlagen im Wind einzureißen drohte. Trotzdem schien das ultraleichte Boot mit Schwenkkiel kaum zu bremsen zu sein. Nur unter Vorsegel machte es noch mehr als zwölf Knoten Geschwindigkeit am Wind.
"Eine große, große Genugtuung"; empfand Richards in einer ersten Reaktion noch außer Atem. "Wir hatten ein nahezu fehlerfreies Rennen gesegelt. Leider hatten wir auf den letzten zehn Seemeilen noch große Probleme, aber das ist Hochseesegeln." Doch auch bis dahin war die Regatta nicht ohne Zwischenfälle gelaufen. "Wir hatten drei Kollisionen mit Sonnenfischen (sunfish). Das war gar nicht schön. Achteraus war nach der einen Kollision überall Blut. Außerdem trafen wir einen Hai, und Gary Wiseman wurde dabei beinahe vom Steuerrad weggeschleudert."
Die starken Winde aus der Nacht zuvor forderten ebenfalls ihren Tribut. Einmal, bei 34 Knoten Wind (Stärke sieben bis acht) und etwa der gleichen Bootsgeschwindigkeit vor dem Wind, brach der Baumniederholer der "Wild Oats XI". "Das war ziemlich beängstigend", gab Richards zu, und untertrieb eher. Aber die Momente, die für kurzzeitigen Herzstillstand sorgen, machen den Sieg am Ende nur noch süßer. "Es ist ein absoluter Thriller, eine Ehre, und ein Traum wurde wahr", sagte er.
Eigner Bob Oatley, der nicht an Bord war, aber das großartige Team zusammen mit den zahlreichen Zuschauern in Hobart begrüßte, hat selbst sehr oft versucht, das Rolex Sydney Hobart Yacht Race zu gewinnen. Er fixierte die JJ Illingworth Trophy mit der Plakette, die die Namen vieler großer Hochseesegler zierte. "Viele dieser Segler hier sind meine Freunde", so Oatley.
Ähnlich wie im Vorjahr, als die brandneue "Nicorette" einen harten Kampf nach Hobart gewann, war die "Wild Oats XI" erst gut einen Monat vor der Start vom Stapel gelaufen, und es war eine logistische Herausforderung, rechtzeitig zum Rennen fertig zu werden. Dem gegenüber hatte die "Alfa Romeo" mit vier Monaten Vorlauf bessere Voraussetzungen. Das Timing von Eigner Neville Crichton schien perfekt zu sein. Aber trotz der späten Taufe war die "Wild Oats XI"-Kampagne gut vorbereitet. Dieses ist Bob Oatleys drittes Boot mit einem Schwenkkiel, also war das Team mit der Technologie bestens vertraut. "Wir waren zuversichtlich, dass das Boot rechtzeitig fertig werden würde", so Oatley, "und es war auf dem Punkt genau fertig. Doch wir hatten nach dem Stapellauf mehr Verbesserungen als erwartet zu machen. Wir hatten weniger Zeit zum Wassertraining als erhofft, aber wir waren zum Start in Sydney. Wir hatten nur fünf Kurzrennen vor dem Rolex Sydney Hobart Yacht Race absolviert, aber die gaben uns Vertrauen ins Boot."
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Fotos: Carlo Borlenghi/Rolex



Alfa Romeo als Zweite im Ziel

Über die Ziellinie - 1Std. vor Rekord

Triumphaler Einzug von Wild Oats

Nur mit Fock zum Ziel

Vorjahresgewinner AAPT(Nicoreztte)
passiert die Organ Pipes(5.)
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Die Kurzrennen der Rolex Trophy in Sydney hatten gezeigt, das "Alfa Romeo" wohl einen Vorteil am Wind hatte, die "Wild Oats XI" aber vor dem Wind etwas schneller zu sein schien. Wie "Alfa Romeos" Taktiker Michael Coxon sagte: "Leider war es ein Vorwindrennen. Das soll aber nicht heißen, dass sie Glück hatten. ,Wild Oats' ist sehr gut gesegelt."
Die Schlüsselszene in dem Rennen kam in der ersten Nacht hinter Sydney, als die "Wild Oats" auf dem zweiten Platz liegend hinter "Alfa Romeo" dichter unter Land steuerte, weil sie dort eine vorteilhafte Winddrehung erhoffte. "Alfa Romeo" wählte einen Kurs weiter draußen und fand nie die gleiche Brise wie die "Wild Oats". "Wir haben immer vermutet, dass dieses Rennen in der ersten Nacht entschieden wird", meinte Richards. "Wir hatten einen Schlachtplan, und der ging auf."
"Alfa Romeo" erreichte Hobart eine gute Stunde nach der "Wild Oats", und Neville Crichton konnte seine Enttäuschung über die Niederlage nicht verbergen. "Sie haben uns smart besiegt", sagte er an Land. "Wir haben unser Bestes gegeben. Wir lieben es zu gewinnen, aber am Ende des Tages wurden wir von einem anderen Boot geschlagen, und das müssen wir rekapitulieren. Wir haben sie in sechs von sieben Wettfahrten geschlagen, sie uns in einer. Aber das war die Wichtigste. Sie schienen vor dem Wind etwas schneller als wir zu sein, aber wir machten vor allem eine schlechte Berechnung der Wettervorhersage. Sie fuhren beim Green Point unter Land und wir nach draußen. Das hat uns das Rennen gekostet."
Vielleicht war es auch der glückliche Scharm von Peter Kurts Hut an Bord der "Wild Oats XI", der ihnen das nötige Quäntchen Glück brachte, um das Rolex Sydney Hobart zu gewinnen. Kurts, eine Hobart-Legende, die voriges Jahr an Bord seiner Yacht "Love & War" kurz nach dem Start des Rennens gestorben war, trug bei Regatten immer einen zerschlissenen weißen Sonnenhut. Mark Richards trug diesen Glück bringenden Hut diesmal bei überqueren der Ziellinie.
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Honorarfreie, hochauflösende Fotos des vorigen Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2005 im Internet unter www.regattanews.com
Wir würden und freuen, wenn Sie den vollen, offiziellen Namen der Regatta, Rolex Sydney Hobart Yacht Race, nennen.
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