Velux 5 Oceans - Alone-Round the World Yacht Race
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02.05.2007
BILBAO FEIERT STAMM UND SHIRAISHI ALS HELDEN

* Historischer Sieg für Bernard Stamm in der "Ultimate Solo Challenge"
* Überfroher Kojiro Shiraishi nur 45 Minuten hinter Stamm
* Der Schweizer Skipper behält den Titel und Siegt mit Rekordvorsprung
* Der Japanische Abenteurer segelte brillant
Bilbao (Baskenland, Spanien) feierte einen tollen Sieg für Bernard Stamm auf CHEMINEES POUJOULAT und gab Kojiro Shiraishi auf SPIRIT OF YUKOH einen Heldenempfang, beides innerhalb von nur einer Stunde am Montag, den 30. April. Die heimkehrenden Stars wurden von hunderten von Zuschauern auf dem Wasser und noch vielen mehr im Hafen von Gexto enthusiastisch empfangen.

Bernard Stamm, an Bord seiner Open 60 CHEMINEES POUJOULAT, querte die Ziellinie der dritten und letzten Etappe des VELUX 5 OCEANS um 17:13 Ortszeit (15:13 GMT). Dies war das Ende eines Rennen, dass Bernard Stamm vom Start weg dominiert hatte, dank seiner beeindruckenden Leistungen als Segler, seiner hervorragenden Seemannschaft und seiner unschlagbaren Geschwindigkeit durch die schwierigsten Gewässer der Welt auf der "Ultimate Solo Challenge". Stamm schaffte die dritte Etappe, ab Norfolk, Virginia (USA), in eben unter 12 Tagen. Damit hat er alle drei Etappen gewonnen und eine Rekordführung gegenüber seinen Konkurrenten. Der Schweizer Skipper beendete die 30.000 Seemeilen lange Weltumsegelung in erstaunlichen 104 Tagen, 14 Tage schneller als Shiraishi auf dem zweiten Platz.

Stamm wurde im Hafen von Gexto, wo seine Reise am 22. Oktober 2006 begonnen hatte, von hunderten von Freunden, seiner Familie, Fans, Sponsoren und Journalisten begrüßt. Der Schweizer sagte: "Dies ist eine große Überraschung für mich, weil ich nicht als Favorit in dieses Rennen gegangen bin. Die Strecke auf die ich mich vorbereitet hatte war ganz anders als die Realität. Der erste Sturm hat das Feld geteilt, und dann haben meine beiden schärfsten Konkurrenten das Rennen aufgegeben. Danach war es mehr ein Rennen des Managements, weniger der Taktik."

"Es ist sehr schwierig, an Land zu beschreiben wie wir auf See so leben. Selbst ohne die große Konkurrenz bleibt es eine Weltumsegelung und ein strategisches Rennen. Du musst vorsichtig sein und mit den verschiedenen Wettersystemen richtig umgehen. Und am Ende kann buchstäblich bis zur letzten Minute noch alles passieren. Dein Boot bestimmt dein Leben an Bord. Du musst dein Boot dominieren und dich nicht von deinem Boot beherrschen lassen. Das VELUX 5 OCEANS besteht aus Etappe, Stopover, Etappe, Stopover, Etappe. Das ist eine Achterbahnfahrt für die Nerven. Es ist gut wenn man es beendet und sogar noch besser, wenn man gewonnen hat!"

Bernard legte unter dem Applaus hunderter Fans an. Aber nur ganz kurz hinter dem Schweizer kam der viel bewunderte Kojiro Shiraishi, der von der Menge ebenso enthusiastisch applaudiert wurde. Er segelte zum ersten Mal ein Rennen in einer Open 60 und gemessen an dieser limitierten Erfahrung war seine Leistung in diesem VELUX 5 OCEANS nichts weniger als spektakulär. Kojiro überquerte die Ziellinie um 17:56:45 Ortszeit (15:56:45 GMT). Dieser zweite Platz hinter Stamm zeigt, dass er in Zukunft eine Größe in der Open 60 Klasse sein dürfte, mit der noch zu rechnen sein wird.

Kojiro Shiraishi drückte zuerst seine Bewunderung für Stamms Leistung aus. "Glückwunsch an Bernard! Ich bin geehrt, mit ihm in der gleichen Klasse zu segeln. Seine Segeltechnik hat mich immer sehr beeindruckt, vor allem auf der zweiten Etappe, da war er fantastisch. Es ist schon fast eher künstlerisch als technisch. Ich danke ihm ganz besonders, dass er mir, als Segelfreund, das Segeln beibrachte, und wie ich die Wetterberichte lesen und interpretieren muss. Dank seiner Hilfe konnte ich auf der letzten Etappe ganz gut segeln. Ich bin sehr stolz auf ihn und auf seine Familie. Und dann komme ich an während sein Bier noch frisch ist, so dass wir zusammen feiern können!"

Der Regattadirektor des VELUX 5 OCEANS, David Adams, sagte über Bernard Stamm: "Ich habe den größten Respekt für Bernard. Es war die reine Freude, sein Rennen um die Welt zu verfolgen. Er hat außergewöhnliches geleistet in Navigation, Seemannschaft und ganz allgemeiner Disziplin. Das Ergebnis spricht für sich selbst. Er ist jetzt, gemeinsam mit Philippe Jeantot und Christophe Auguin, ein Mitglied im exklusiven Klub der zweifachen Gewinner dieser Regatta. Was Bernard in diesem Rennen geschafft hat, wird nicht so schnell vergessen sein. Seine Entschlossenheit, sein Durchhaltevermögen und seine Fähigkeit schnell zu segeln und dabei sein Schiff zu erhalten sind brillant."

Danach sagte Adams über Kojiro Shiraishi: "In Japan muss man auf ihn unwahrscheinlich stolz sein und ich weiß, dass sein Mentor Yukoh Tada es auf jeden Fall wäre. Er war fantastisch und wir freuen uns alle mit ihm über dieses gute Ergebnis. Ich habe ihn im Jahre 1990 auf diesem Rennen kennen gelernt, als er noch zur Landcrew von Yukoh Tada gehörte. Koji hat alle Vorgaben erfüllt und sollte stolz und mit erhobenen Haupt von hier abreisen."

Noch unterwegs auf dem Atlantik, lobte Sir Robin Knox-Johnston den Skipper, der als Held dieses Rennens gilt: "Bernard ist erst der dritte Mensch, der dieses Rennen zweimal gewinnen konnte. Eine überzeugende Leistung, die auf guter Vorbereitung basiert, in der Umsetzung fast fehlerfrei war und von einer unglaublichen Entschlossenheit getragen wurde. Bernard dürfte heute einer der erfahrensten Open 60 Skipper überhaupt sein."

"Dass Kojiro gegen Ende so gut aufholen konnte ist bemerkenswert. Dies ist erst Koji's zweite Teilnahme, letztes Mal segelte er einen 40-Füßer und diesmal einen gebrauchten, aber wieder gut vorbereiteten 60-Füßer. Nach Yukoh Tada und Minouru Saito ist er erst der dritte Japanische Segler, der dieses Rennen beendet hat."

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