26 Dec 2007
Rolex Sydney Hobart Yacht Race
Sydney/Hobart, Autralia
Vorjahressieger und Rekordhalter "Wild Oats XI" führt das 63. Rolex
Sydney Hobart Race nach dem Start an
Rund 300.000 Menschen wollten am Zweiten Weihnachtstag in Australien
den Start zum 63. Rolex Sydney Hobart Yacht Race sehen. Bei leichtem bis
mäßigen Nordostwind und warmem Frühsommerwetter säumten sie die Ufer am
Hafen von Sydney und bejubelten ein Heimspiel der Supermaxi "Wild Oats XI"
von Bob Oatley. Die Siegeryacht der beiden Vorjahre, 2005 sogar mit neuem
Streckenrekord und Gesamtsieg nach berechneter Zeit, führte das Feld an der
ersten Wendemarke bei der Landmarke Sydney heads überlegen an. Doch das war
nur ein moralischer Pluspunkt gegenüber der harten Konkurrenz, denn
insgesamt 628 Seemeilen lagen vor den Seglerinnen und Segler der 82
teilnehmenden Boote.
Das enorme Interesse der Australier am traditionellen Rolex Sydney
Hobart Race verursachte am Morgen des Zweiten Weihnachtstags einen
Verkehrsstau in der Stadt. Die meisten wollten möglichst direkt zum Cruising
Yacht Club of Australia, dem Regattaveranstalter, wo die Teilnehmer sich -
oft tränenreich - von ihren Familien und Freunden verabschiedeten.
Gleichwohl haben diese 2007 wohl keinen Sturm zu fürchten, der in der
Geschichte des Rennens schon oft für brenzlige Situationen gesorgt hatte. Am
zweiten Renntag soll der Wind sogar abflauen und auf südliche Richtungen
drehen, so dass mit keinem neuen Streckenrekord gerechnet werden dürfte.
Die erste Runde im Dreikampf der 30-Meter-Yachten ging an Skipper Mark
Richards und die Crew der "Wild Oats XI". Er steuerte den "Schlitten" beim
Startschuss auf den Punkt genau an der Starttonne über die Linie und konnte
dadurch wenig später nach einer Wende vor der britischen Rivalin "City Index
Leopard" von Mike Slade vorbeiziehen. An der zweiten Wendetonne 2,5
Seemeilen nach dem Start betrug der Vorsprung 40 Sekunden.
Die australische "Skandia", ebenfalls 30 Meter lang und mit
Schwenkkiel zum effektiveren Trimmen ausgestattet, folgte weitere 50
Sekunden zurück. Skipper und Eigner Grant Wharington hatte sich angesichts
der mäßigen Windvorhersage entschlossen, zugunsten eines niedrigeren
Rennwerts auf die optimale Besegelung zu verzichten und war mit älteren,
etwas kleineren Groß- und Vorsegeln an den Start gegangen. Dadurch rechnet
er sich größere Chancen auf den Gewinn des Tattersall's Cup für das
schnellste Schiff nach berechneter Zeit aus.
Doch darauf erheben auch zahlreiche Eigner mittlerer und kleiner
Yachten Anspruch, allen voran die US-amerikanische "Rosebud". Das
65-Fuß-Boot mit festem Kiel ist das erste der neuen Klasse Storm Trysail
Transpac (STP) 65, die nach einer so genannten Box Rule, also eng
vorgegebenen Designvorschriften, gebaut wurde. Roger Sturgeons "Rosebud"
erwischte ebenfalls einen guten Start und hielt so lange Zeit Anschluss an
die Maxiyachten. Die einheimische Volvo 70 "Ichi Ban" von Matt Allen blieb
auf der linken Seite des Startgebiets durch leichteren Wind und weniger
mitlaufende Strömung auf Distanz.
Das gesamte Feld war gleichzeitig gestartet jedoch unterteilt in zwei
Startlinien, die 0,2 Seemeilen hintereinander lagen. So bot sich den
Zuschauern ein beeindruckendes Bild von Positionskämpfen. Vor allem die
taktischen Manöver der "Wild Oats XI", die ihre Gegnerin "City Index
Leopard" zweimal in die Abwinde stellte, begeisterten die Experten.
Eine der Mitfavoriten auf den Gesamtsieg, die Corby 49 "Limit", war 18
Minuten zu spät gestartet. Grund: Ihr Eigner Alan Brierty war aus seiner
Heimatstadt Perth an der Westküste Australiens, wo er Weihnachten gefeiert
hatte, nicht rechtzeitig nach Sydney gekommen. Sein Mitternachtsflug war
gestrichen worden, und der nächste landete erst 20 Minuten vor dem Start. In
einer rasanten Taxifahrt vom Flughafen und mit einem Speedboot zur
Regattabahn wurde Brierty, der auch Taktiker im Team ist, an Bord gebracht.
So nahm die "Limit" immerhin noch in Sichtweite der Konkurrenz die
Verfolgung auf.
Die kleineren Boote, die von der zweiten, zurückliegenden Startlinie
ins Rennen gingen, kämpften besonders hart um günstige Startpositionen.
Gleich zwölf von ihnen wagten zuviel und wurden wegen Frühstarts
zurückgerufen. Zwei von ihnen, die Jutson 43 "Another Fiasco" (Damian
Suckling) und die westaustralische Beneteau 34.7 "Palandri Wines Minds Eye"
(Brad Skeggs) verloren eine Menge Zeit, bevor sie merkten, dass sie noch
einmal starten mussten. Eine Yacht, Jim Holleys Farr 40 "Aurora", kehrte gar
nicht um und wird deshalb von der Wettfahrtleitung einen Protest bekommen.
Nach dreieinhalb Stunden in zunehmendem Nordostwind auf Stärke vier
bis fünf hatte die "Wild Oats XI" schon 55 Seemeilen geschafft und war 19,4
Knoten (Seemeilen pro Stunde) schnell. Sie lag 20 Seemeilen östlich von
Kiama vor der Südküste von New South Wales genau auf Kurs der gedachten
Anliegelinie nach Tasmanien, wo es noch eine Wendemarke gibt, bevor die
Yachten in Richtung Hobart auf die letzte Teilstrecke einbiegen. Der
Vorsprung vor der knapp Zweiplatzierten "Skandia" (16,7 Knoten) und der
"City Index Leopard" (18,4) betrug 2,3 Seemeilen. Die "Rosebud" war weitere
acht Seemeilen zurück, segelte aber 16,2 Knoten.
(Ende)
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