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63. Sydney-Hobart Race 2007
rolexsydneyhobart.com - www.regattanews.com - Übersicht
28.12.2007
Rolex Sydney Hobart Yacht Race
Sydney/Hobart, Autralia
"Wild Oats XI" schafft den Hattrick
Es war ein Start-Ziel-Sieg, wie er eindrucksvoller nicht hätte
ausfallen können. Über 628 Seemeilen - mehr als 1.150 Kilometer - führte die
australische Hochseeyacht "Wild Oats XI" das 63. Rolex Sydney Hobart Yacht
Race an und siegte am Freitag (28. Dezember) zum dritten Mal in Folge als
schnellstes Schiff im Ziel von Hobart auf Tasmanien. Eigner Bob Oatley und
Skipper Mark Richards gelang dieser Hattrick erst als zweites Schiff
überhaupt in der Geschichte der traditionellen Segelregatta.
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Toyota Aurion V6
Foto: Carlo Borlenghi/ROLEX
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Am Ende fiel der überglücklichen Crew auch ein schwerer Stein vom
Herzen, denn der Druck der britischen Verfolgerin "City Index Leopard" von
Mike Slade wurde vor dem Ziel immer größer. Hatte der Vorsprung der "Wild
Oats XI" im Kampf der gleich großen 30-Meter-Giganten zwischendurch bis zu
23 Seemeilen betragen, schrumpfte er zum Schluss auf knappe drei zusammen,
weil die führende Yacht vor Hobart in einem Flautenloch liegengeblieben war.
27 Minuten und 23 Sekunden nach der Siegerin "sprang der Leopard" über die
Ziellinie.
Einige hundert Segelenthusiasten säumten am Vormittag die Kais der
tasmanischen Hafenstadt, um die Supermaxiyachten nach ihrem Sprint aus
Sydney willkommen zu heißen. Durch das Windloch vor dem Ziel mussten die
Sehleute geduldig warten, bis die Rennziegen endlich anlegten. Die "Wild
Oats XI" blieb zwei Stunden und 44 Minuten über ihrem Streckenrekord bei
ihrem ersten Sieg aus dem Jahr 2005. Und dennoch war es ein Erfolg für die
Geschichtsbücher, denn dreimal "First Ship Home", also Erster im Ziel zu
sein, war zuvor nur dem Kutter "Morna" von Claude Powman in den Jahren 1946,
47 und 48 gelungen.
Entsprechend überwältigt waren die Probanden. Mark Richards, in allen
drei Jahren Skipper und Steuermann der "Wild Oats XI", sagte: "Dreimal in
Folge ist ein sensationelles Ergebnis wie von einem anderen Stern." Und
Eigner Bob Oatley drückte seine Gefühle so aus: "Ein Hochgenuss, ein Sieg
der Kategorie ,Ich kann es gar nicht glauben', wundervoll. Ich weiß nicht,
was wir jetzt noch erreichen wollen."
Richards konstatierte der unterlegenen "City Index Leopard" eine
starke Leistung, die seine Crew ständig unter Druck gehalten habe: "Es war
ein sehr hartes Rennen, vor allem taktisch. Wir hatten in den zwei Tagen
jede Menge Segelwechsel, und die Crew dadurch wenig Schlaf. Eine große
Herausforderung mental und körperlich. Und wer auch immer hier als Erster
ankommen sollte, würde einen hochverdienten Triumph feiern dürfen."
Und weiter: "Wir sind dreimal eingeparkt, jedes Mal nervlich eine
Zerreißprobe. Vor allem als wir nach all der harten Arbeit im Derwent River
kurz vor dem Ziel nochmals auf der Stelle standen, ging uns alles Mögliche
durch den Kopf. Trotzdem sind wir jeden Moment hochkonzentriert
weitergesegelt und haben so den Sieg über die Linie gerettet. Das macht ihn
nur noch besser." Die Belohnung folgte bereits in einer Siegerehrung direkt
auf dem Kai, wo Oatley und Richards die J.H. Illingworth Trophäe und eine
edle Rolex Armbanduhr des Modells Yachtmaster für ihren Sieg nach gesegelter
Zeit überreicht bekamen.
Der unterlegene Eigner Mike Slade war mit der eigenen Leistung
trotzdem zufrieden: "Den Rückstand doch noch um 20 Seemeilen zu verkürzen,
war schon außergewöhnlich. Das bestätigte uns, dass jedes Hochseerennen erst
im Ziel vorbei ist und es sich immer lohnt, bis zum letzten Meter zu
kämpfen. Auch wenn es für uns nicht mehr ganz gereicht hat, haben wir es
sehr genossen."
Den Sieg der Konkurrentin begründete Slade mit der modernsten
Technologie an Bord: "Die ,Wild Oats' ist jetzt das Nonplusultra. Mit ihrem
neuen Rigg hat sie einen Sprung nach vorn gemacht." Nach einem Mastbruch im
Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo auf Sardinien/Italien im September
entwickelte das Team in Auckland im Windtunneltest ein neues Großsegel mit
nach hinten ausgestelltem Topp speziell für den neuen Mast. Slade: "Das hat
richtig gut funktioniert."
Von Pech verfolgt wurde dagegen die dritte Supermaxiyacht mit
Schwenkkiel im Bunde. Auf der "Skandia" brach in der zweiten Nacht auf See
150 Seemeilen vor dem Ziel das obere Drittel des Masts, als sie unter
asymmetrischem Spinnaker bei auffrischendem Nordwestwind mit 20 Knoten
Bootsgeschwindigkeit unterwegs war. Grant Wharington, Eigner und Skipper der
Siegeryacht des Rolex Sydney Hobart 2003, berichtete: "Wir liefen ein wenig
aus dem Ruder, der Spinnaker fiel ein und schlug zweimal, da brach auch
schon der Mast zwischen dem dritten Salingpaar und dem Vorstagbeschlag."
Sofort habe die Crew das Großsegel geborgen, um den Spinnaker zu
retten, der sich dabei um den Kiel gewickelt hatte. Crewmitglied Casey Smith
musste viermal in den Mast klettern, um ein Notrigg einzurichten, so dass
die "Skandia" nur mit Sturmfock das Rennen fortsetzen konnte, allerdings nur
noch 5,9 Knoten schnell.
Zu dem Zeitpunkt habe die "Skandia" nach berechneter Zeit geführt und
beste Chancen gehabt, den begehrten Tattersall's Cup für den Gesamtsieg zu
holen, rechnete Wharington vor. "Aber das ist nun alles passé. Jetzt geht es
für uns nur noch darum, überhaupt ins Ziel zu kommen."
Mit einem erneuten Wetterwechsel für das Verfolgerfeld, das von
auffrischendem Nordwestwind profitierte, ergaben die Hochrechnungen auf den
Gesamtsieg ständig neue Kandidaten. Zunächst übernahm die STP65 "Rosebud"
von Roger Sturgeon aus den USA die Spitze, die nach der einheimischen Volvo
70 "Ichi Ban" von Matt Allen als viertes Schiff ins Ziel kam.
"Rosebuds" Crewmitglied Malcolm Park erzählte: "Es war zum Schluss ein
wilder, nasser Ritt. Wir hatten bei gut sechs Windstärken ein Reff im Groß,
ein Genuastagsegel und unseren schmalen Halbwindspinnaker oben und damit
inzwischen alle zum Start an Bord gebrachten Segel mindestens einmal gesetzt
und geborgen. Sieben Mann arbeiteten an Deck, drei warteten unter Deck in
voller Montur auf Standby. Wir erreichten Spitzengeschwindigkeiten von mehr
als 22 Knoten. Das war schon sehr intensives Segeln."
Doch die Frage nach dem prestigeträchtigen Gesamtsieger dürfte erst im
Laufe des Wochenendes beantwortet werden, wenn die kleineren Boote ins Ziel
kommen. Beste Chancen wurden der nur 12,35 Meter langen IRC40 "Chuzpah" von
Bruce Taylor (Australien) eingeräumt. Aber auch die Hochseesegellegende des
Landes, Syd Fischer, lag mit seiner "Ragamuffin" gut im Rennen.
(Ende)
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Für die Berichterstattung über das Rolex Sydney Hobart Yacht Race gibt
es hoch auflösende Fotos, die für den redaktionellen Gebrauch freier Medien
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aktuelle Positionsberichte (alle 10 Minuten) auf der preisgekrönten
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