26 Dec 2007
Rolex Sydney Hobart Yacht Race Sydney/Hobart, Autralia
Der Regattakurs
Kurskarte mit Start- und Zielgebieten
Der 628 Seemeilen lange Kurs wird häufi g als das furchtbarste Hochseerennen der Welt bezeichnet, das
ausnahmslos jeden Teilnehmer herausfordert. Vom spektakulären Start im Hafen von Sydney segeln die
Yachten hinaus auf die Tasmanische See, an der Südostküste Australiens entlang, über die östliche Bass
Strait (die Wasserstraße zwischen dem Festland und dem Inselstaat Tasmanien) und dann die Ostküste
Tasmaniens hinab. Bei der Insel Tasman Island segeln die Teilnehmer rechts ab in die Storm Bay hinein
bis zu ihrem Endspurt den Derwent River hinauf zur historischen Hafenstadt Hobart.
Teilnehmer, die die Regatta oft segeln, halten die ersten und die letzten Tage für am aufregendsten.
Der Start des Rennens im Hafen von Sydney lockt immer wieder Hunderte von Zuschauerbooten
und Hunderttausende Zuschauer an Land an, während Hubschrauber über den Booten kreisen und
unvergessliche Bilder für die Fernsehanstalten auf der ganzen Welt einfangen.
Der letzte Tag auf See ist spannend, weil die Crews natürlich noch alles versuchen, um ihre Rivalen
zu schlagen, sich aber gleichzeitig bereits auf die traditionelle Begrüßung in Hobart freuen – und auf
einen Drink, bei dem sie entspannen und die bestandene Herausforderung feiern können.
Zwischen dem ersten und letzten Tag segeln die Boote an den herrlichsten Landschaften vorbei und
durch die schönsten Meeresgefi lde dieser Welt. Entlang der Küste von New South Wales ziehen sie an
einer Kette leuchtender Strände, Küstenstädtchen und kleiner Fischerdörfer entlang, auch wenn die
Boote weiter südlich meist zwischen zehn und 40 Seemeilen von der Küste entfernt segeln.
Während des Rennens sind viele Boote in Sichtweite zueinander, und für die Crews sind die
Informationen aus den regelmäßig von der Regattaleitung gesendeten Positionsmeldungen ebenso
wichtig wie das Verfolgen der Positionen mit dem Yacht Tracker. Auf dem Weg nach Süden hält der
aufregende Start in Sydney die Teams zunächst noch eine Weile in Hochstimmung. Sie haben viel
Energie, wobei der eine oder andere noch unter den Nachwirkungen der Weihnachtsfeiern leiden mag.
Die Wasserstraße Bass Strait trägt den Spitznamen „der Ausreitplatz“ und hat etwas Gefährliches an
sich. Dort können absolute Windstille herrschen oder schlicht großartige Bedingungen. Das Wasser
ist jedoch relativ fl ach, und in Kombination mit den oft starken Winden beschert die Bass Strait
den Yachten oft eine steile Welle und schwierige See. Der dritte Abschnitt nach dem „Paddock“,
wenn es die Ostküste Tasmaniens hinunter geht, führt die Teilnehmer entlang kleiner Ferienorte und
Fischerhäfen, hinter denen sich hohe Berge auftürmen. Nahe der Insel Tasman Island tauchen dann
riesige Klippen auf, die allerdings manchmal vom Nebel verhüllt sind.
Der Wind ist oft unstet, dreht innerhalb weniger Meilen und bläst in unterschiedlicher Stärke. Das
Segeln erfordert hier eine gute Taktik. Wenn sie hinter Tasman Island „rechts abbiegen“, wähnen sich
die meisten Segler fast schon am Ziel, aber dann liegen tatsächlich noch vierzig harte Seemeilen vor
ihnen. Wer hier nicht aufpasst, geht im „Irrgarten“ der Strömungen und Windlöcher verloren.
Auch vom Iron Pot aus, einem winzigen Inselchen, das früher von den Walfängern genutzt wurde,
sind es noch elf Seemeilen die breite Flussmündung des Derwent River hinauf bis zur Ziellinie
vor dem historischen Battery Point in Hobart, der tasmanischen Hauptstadt mit ihrem Hausberg
Mount Wellington im Hintergrund. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit die erste Yacht die Ziellinie
queren mag, wird sie dabei in jedem Fall von Offi ziellen sowie Zuschauer- und Pressebooten würdig
eskortiert werden.
Hunderte Sehleute werden die Uferlinie der Bucht Sullivan’s Cove säumen, um die Yachten und ihre
Besatzung bei der Ankunft zu begrüßen. Ehrenamtliche Helfer des den Zieleinlauf ausrichtenden
Clubs werden die abgekämpften Crews mit offenen Armen und tasmanischer Gastfreundlichkeit
empfangen. Die Tasmanier lieben es, mitten im „Taste of Tasmania“-Gourmetfestival von Hobart
Gäste zu empfangen. Dann ist es endlich Zeit zu feiern und mit anderen Teams über zahlreichen
Gläsern Bier Seemannsgarn auszutauschen. Dazu stehen die berühmten Pubs an Hobarts
Waterfront wie das Customs House Hotel offen. Auch wenn nicht jeder das Rolex Sydney Hobart
Yacht Race als Sieger beenden kann, so ist die Regatta für jeden, der mitsegelt, ein Gewinn
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