Oceanracing - Aktuell 2008
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22.02.2008
Felix Scheder-Bieschins „Vineta“ als beste deutsche Hochseesegelyacht 2007 geehrt
Ersten German Offshore Award beim harten Rolex Middle Sea Race gewonnen

HAMBURG. Der Reeder Felix Scheder-Bieschin hat mit seiner Hochseesegelyacht „Vineta“ den German Offshore Award 2007 gewonnen. Die Sport- und Bildungssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexandra Dinges-Dierig, überreichte den Senatspreis für das beste deutsche Boot der vorigen Saison am späten Freitagabend (22. Februar) im Festsaal des Rathauses.

Vineta beste deutsche Hochseeyacht
Foto: Daniel Forster/Rolex
Mehr als 300 Gäste aus der einheimischen und internationalen Segelszene waren der Einladung der deutschen Eignervereinigung German Offshore Owner’s Association gefolgt und spendeten dem Grand Seigneur des Hochseesports und seiner Mannschaft stehenden Applaus. Der in Lübeck geborene, in Kiel aufgewachsene und in Hamburg wohnhafte Eigner und Skipper Scheder-Bieschin (78) hatte die „Vineta“ im Oktober vor Malta beim traditionellen Rolex Middle Sea Race durch extrem stürmische Bedingungen auf Gesamtrang drei gesteuert.

Zur Erinnerung: Ein Sturmtief über dem Mittelmeer sorgte beim 28. Rolex Middle Sea Race über 607 Seemeilen (mehr als 1.100 Kilometer) für außergewöhnlich schweres Wetter. „Wir hatten Böen bis 54 Knoten“, erinnerte sich der Preisträger – Windstärke zehn. Andere berichteten unterwegs sogar von Orkanböen. Direkt neben der „Vineta“ schlug ein Blitz ein, eine Wasserhose zog nur knapp an ihr vorbei. Am Ende hielten Mensch und Material den Unbilden des Wetters stand und kamen vor allem dank der umsichtigen Seemannschaft ihres erfahrenen Skippers Felix Scheder-Bieschin ohne größere Schäden nach Malta zurück ins Ziel – das schafften nur 15 von 55 Gestarteten. Der Schwierigkeitsgrad durch die bei jeder Regatta vorherrschenden äußeren Bedingungen wurde vom Kieler Diplom-Meteorologen Meeno Schrader analysiert und floss in die Wertung der Jury mit ein.

„Das war schon ein harter Ritt bei richtig viel Wind. Auf unsere Leistung sind wir schon ein wenig stolz“, dankte der Vollblutsegler, der im Kieler Yacht-Club seinen Sport erlernte, auch der German Offshore Owner‘s Association (kurz GER-OO). Die Interessengemeinschaft deutscher Hochseesegler hatte den Festabend unter Schirmherrschaft des Hamburger Ersten Bürgermeisters Ole von Beust organisiert. „Schließlich sind wir in Malta ja nicht nur Dritter geworden, sondern haben außerdem die IMS-Wertung gewonnen“, hob Scheder-Bieschin besonders heraus. Als Eigner der „Vineta“ ist er schon mehr als drei Jahrzehnte aktiv und war bereits in den 80er-Jahren unter der damaligen IOR-Formel erfolgreich. Das Rolex Middle Sea Race wird, wie die meisten anderen Hochseeklassiker inzwischen auch, in der Gesamtwertung nach IRC gesegelt.

Die zehn besten Yachten, die eine Jury unter Federführung des Hamburger Segler-Verbands aus mehr als 60 Nominierten kürte, hatte an Regatten unterschiedlicher Wertungen teilgenommen und dort ihre Erfolge gefeiert. Einer von ihnen war der Kieler Modekaufmann Tilmar Hansen, der mit seiner „Outsider“ beim HSH Nordbank blue race über 3.400 Seemeilen von New York nach Hamburg Zweiter geworden war. Hansen („Ein phantastisches Rennen!“) war es deshalb vorbehalten, Manuel Cadmus als Vorsitzenden des Veranstalters Norddeutscher Regatta Verein (NRV) Hamburg, sowie das Vorstandsmitglied der HSH Nordbank, Bernhard Visker, mit Ölbildern des Malers Jan Bertheau für die „beste Hochseeregatta 2007“ zu würdigen.

Zwei Ölgemälde der Künstlerin Heinke Böhnert gingen als Sonderpreise an die besten Jugendboote der Saison. Dies war zum einen die „Norddeutsche Vermögen Hamburg“ des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS), die unter Skipper Torsten Hilbert das HSH Nordbank blue race im Vorderfeld beendete. Zum anderen wurde die „Wappen von Bremen III“ unter Jungskipper Jan-Paul Gundlach und Sven Nelsen für ihre hervorragende Leistung bei der Edinburgh Regatta 2007 ausgezeichnet. „Teamfähigkeit, Ausdauer, gewissenhafte Vorbereitung sowie hohe Sozialkompetenz sind die Erfolgsgaranten an Bord“, erklärte der Vorsitzende des Hamburger Segler-Verbands, Harald Harmstorf.

„Nicht nur die Preisträger, sondern alle Nominierten haben 2007 herausragende Leistungen erbracht“, lobte GER-OO-Vorsitzender Volker Andreae die internationalen Regattaaktivitäten und ermunterte alle Skipper und Eigner zur verstärkten Abgabe ihrer Startmeldungen in 2008. Im Blickpunkt des Interesses stünde in diesem Jahr vor allem der vierte Baltic Sprint Cup zur Pflege pan-baltischer Beziehungen, der Mitte Juli zu Beginn der Travemünder Woche über zwei Wochen in fünf Länder startet, und schon mehr als 50(!) hochkarätige Teilnehmer verzeichnet. Aber auch im Süden Englands wartet ein besonderer Höhepunkt: David Aisher, Kommodore des Royal Ocean Racing Clubs (RORC) aus London und Ehrengast des Festabends, lud ein deutsches Team zum Rolex Commodore’s Cup im Juni nach Cowes auf die Isle of Wight ein. Aisher, der mit seiner „Yeoman“ selbst zum Baltic Sprint Cup kommt: „Hochseesegeln hat zwischen unseren beiden Ländern eine so lange Tradition, dass der völkerverbindende Charakter bei allem sportlichen Ehrgeiz stets überwiegt.“

Hamburg blicke auf eine mehr als 150-jährige Geschichte des Hochseesegelns zurück, so Alexandra Dinges-Dierig, die deshalb die Idee des German Offshore Awards als Senatspreis sofort unterstützte. „Segeln ist die Sportart, die die maritime Tradition unserer Stadt ganz besonders verkörpert“, sagte die Senatorin bei der Überreichung des edlen Silbertabletts an Felix Scheder-Bieschin, „nach dem Zieleinlauf der Transatlantikregatta 2007 rückt Hamburg durch die Preisverleihung wieder in den internationalen Fokus der Segelwelt.“

Die zehn besten deutschen Hochseeyachten waren 2007:
Bajazzo, Sven Zoller (Elmshorn)
Beluga, Christian Plump (Bremen)
Frühstücksdirektor, Jörn Bock (Hamburg)
Inschallah VI, Volker Andreae (Hamburg)
Juxbox, Jan Meineke/Lars Carstensen (Fehmarn)
Norddeutsche Vermögen Hamburg, Georg Christiansen, Hamburgischer Verein Seefahrt
Outsider, Tilmar Hansen (Kiel)
Sunbird Dry, Norbert Drücker (Bremen)
Vineta, Felix Scheder-Bieschin (Hamburg)
Wappen von Bremen III, Gerd Spitzley/Sven Nehlsen, Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen

Hochauflösende Fotos, die für freie Medien von allgemeinem Interesse honorarfrei sind, stehen von der Siegeryacht „Vineta“ und ihrer Crew im Internet zum Herunterladen bereit:
http://www.regattanews.com/photo_enlarge.asp?id=7888 &eid=172&gid=0
http://www.regattanews.com/photo_enlarge.asp?id=2135 &eid=68

Weitere Informationen und Fotos von der Preisverleihung: German Offshore Owners Association e. V. Tel: 040/480017-0, Fax: -20 Mobil: 0171/644-5000 Email: info@ger-oo.org Internet: www.ger-oo.org

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