11.05.2008
Boris Herrmann bei Solo-Transatlantik-Regatta gestartet
Nach Paradestart führt der einzige deutsche Teilnehmer kanpp vor der Britin
Miranda Merron "40 Degrees" das Feld an.
www.beluga-racer.com
www.thetransat.com/40/home.asp
Wer es noch nie miterlebt hat, kann sich die letzten Stunden vor einem
Transatlantikrennen kaum vorstellen. Boris Herrmann sieht man die Strapazen der
letzten Wochen an, denn tausend Dinge waren zu erledigen, Pflichttermine des
Veranstalter müssen wahrgenommen werden und selten geht alles glatt. Glücklich
diejenigen, die mit einem komfortablen Budget ausgestattet sind und mit vielen
Helfern die schier unendlichen Aufgaben lösen konnten. Spiegel-online
betitelt das Rennen als "kalkulierter Wahnsinn". Tatsächlich dreht sich alles um
die Sicherheit des Skippers aber gleichzeitig geht es auch um eine möglichst
schnelle Überfahrt - ein Drahtseilakt höchster Qualität.
Doch Heute sieht sich Boris Herrmann am ersten Etappenziel seiner Träume
angekommen. "ich bin dabei und darf die deutschen Farben bei dieser
traditionsreichen Regatta vertreten. Ich danke allen, die mir dabei geholfen haben...Ich
lade Euch ein virtuell an diesem fantastischen Rennen teilzunehmen - moderne
Übertragungstechnik via Satellit und Internet machens möglich".
Die Startlinie zu überqueren und Kurs auf das rund 5000 Kilometer entfernte
Boston abzustecken, ist für alle Teilnehmer der erste Höhepunkt und
Genugtuung für die getane harte Arbeit von Monaten. Die Freiheit auf See, aber auch
die Gefahren des Ozeans erwartet das Feld der 24 Solo-Skipper in zwei
Schiffsklassen.
Um 14 Uhr fiel der Startschuß der ältesten Einhandregatta der Welt vor
Plymouth, Boris legte einen Paradestart mit meisterlichen Manövern hin und
behauptete sofort die Führung in den ersten Stunden des Rennens. Sein Schiff läuft
bei diesen leichten Winden mit zirka 4 Knoten erstaunlich schnell.
Noch bläst ein leichter Wind aus östlicher Richtung, die Sonne hellt das
Feld der Schiffe auf, doch bald tauchen sie am Horizont in die Weite des
Nordatlantiks ein, bereit für die große Herausforderung. Sie werden nach günstigen
Winden suchen und auch da geht es um die Gratwanderung zwischen Sicherheit und
maximaler Nutzung von Windkraft. Eine Eisbergwarnung ist schon amtlich, so
gab die Rennleitung wegen möglicher Kollisionsgefahr mit Eisbergen eine
nördliche Begrenzung der Segelroute bekannt. Aber wer weiß schon sicher, wo das Eis
herumtreibt. Ein sogenanntes Wetterrouting von Land aus ist nicht erlaubt,
jeder Skipper erhält eine offizielle Wetterinformation und muß sie wie ein
Meteologe interpretieren. Wie ein "zweiter Mann" an Bord hilft die elektrische
Selbststeueranlage die 12 Meter lange "Beluga-Racer" bei optimaler Einstellung
der Segel sicher auf Kurs zu halten. Zeit also für Boris sich um die
Navigation zu kümmern und auch die Segel müssen immer wieder je nach Wind optimal
eingestellt werden. Die Kontrolle des Schiffs auf Fehlerquellen ist tägliche
Routine. Mahlzeiten müssen zubereitet werden, doch von einem Essen am Tisch
"und das Auge ißt mit" kann keine Rede sein. An Bord einer Rennyacht geht es
eher wie in einer spartanisch sortierten Junggesellenbude zu. Die
Selbstssteueranlage verhilft auch zu mehr Schlaf, rein theoretisch, wenn alles klappt. Dann
bleibt vielleicht noch Zeit für Videos oder Fotos, die via Satellit an Land
zu mailen sind. Die tägliche Dusche fällt mit Sicherheit aus, aber das müssen
die modernen Abenteurer verkraften.
Die Segel sind gesetzt, jetzt ist Boris Herrmann alleine an Bord und er wird
noch lange an die Abschiedsszenen im Hafen von Plymouth denken. In etwa 16
Tagen dürfte der Sieger Boston in der 40-Fuß Klasse erreicht haben, die
größeren open 60 mit ihren Stars wie Michel Desjoyeaux oder der Britin Dee Caffari,
haben dann schon lange den Sieger unter sich ausgemacht haben.
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Rédaction France
Konrad Kubisch
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