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18. Mai 2010
Pressemitteilung vom Boris Herrmann Racing Team
Boris Herrmann segelt nonstop um die Welt
Sylvester Start mit Ryan Breymaier (USA) zum Barcelona World Race 2010–11
Hochseeheld Boris Herrmann wird Ende diesen Jahres erneut um die Welt
segeln, diesmal jedoch nonstop. An Sylvester startet der dann 29-Jährige mit
dem US-Amerikaner Ryan Breymaier (34) auf der Ex-„Veolia“ beim Barcelona
World Race 2010–11. Die internationale Top-Regatta für Zweimann-Crews wird
auf 21 Meter langen IMOCA Open 60-Yachten ausgetragen. Damit ist er der
erste Deutsche überhaupt, der in dieser Klasse an einem Wettkampf teilnimmt.
Zu den Gegnern zählen alle namhaften Extremsegler der Szene. Das Rennen mit
Start- und Zielhafen in der spanischen Hafenstadt führt über 25.000
Seemeilen (gut 46.000 Kilometer) in rund drei Monaten um das Kap der Guten
Hoffnung und das berüchtigte Kap Hoorn. Anderthalb Jahre nach seinem
glorreichen Sieg beim Portimão Global Ocean Race rund um die Welt mit Felix
Oehme auf der „Beluga Racer“ geht der geborene Oldenburger Boris Herrmann
damit den nächsten konsequenten Schritt auf dem Weg zur extremsten
Weltumseglung für Einhand-Crews, der Vendée Globe 2012.
„Das Barcelona World Race ist eine phantastische Herausforderung, physisch
und psychisch, eine der härtesten Regatten überhaupt“, zollt Boris Herrmann
dem außergewöhnlichen Anspruch an Mensch und Material größten Respekt.
Anders als bei seinem ersten Husarenstreich, der 2008/09 in fünf Etappen um
den Globus führte, ist nun überhaupt kein Halt vorgesehen. Reparaturstopps
sind nur ohne fremde Hilfeleistung erlaubt. Außerdem sind die Open 60s nicht
nur anderthalb mal so lang wie die Class 40-Yachten, auf denen Herrmann
zuvor segelte. Die Schiffe sind auch wesentlich schneller und daher
anspruchsvoller zu manövrieren. Spektakuläre Bilder bei
Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 30 Knoten (60 km/h) sind garantiert.
Herrmann: „Diese Boote sind das Nonplusultra für kleine Mannschaften.“ Und
die IMOCA-Klasse freut sich, dass durch den ersten deutschen Skipper eine
weitere Nation hinzugewonnen wird, die sogar im zukünftigen Regattakalender
berücksichtigt werden könnte.
Der spanische Regattaveranstalter FNOB (Fundació Navegació Oceànica
Barcelona) selbst war auf den deutschen Hochseeartisten aufmerksam geworden
und öffnete ihm das Tor zur zweiten Auflage der Weltregatta, indem er beim
französischen Rennstall „Kairos“ quasi ein Boot samt Team charterte.
„Kairos“ gehört dem erfahrenen Skipper Roland Jourdain, der die „Veolia
Environnement“ bei der Premiere des Barcelona World Race in 2008 gesegelt
hatte. Ein Namenssponsor für das Boot mit Herrmann und Breymaier soll im
Sommer bekannt gegeben werden.
Derweil bereitet sich das deutsch-amerikanische Duo bereits in Concarneau an
der französischen Atlantikküste auf den gemeinsamen Auftritt vor. Die
Bretagne gilt als Epizentrum der Hochseesegelszene und zieht seit vielen
Jahren die besten und aussichtsreichsten Cracks auch aus dem Ausland an.
Dazu zählen unter anderem der zweimalige Vendée Globe-Gewinner Michel
Desjoyeaux aus Frankreich, der Brite Alex Thomsen und der Schweizer
Dominique Wavre, die ebenso zum Barcelona World Race gemeldet haben. „Das
Trainingszentrum ist eine Art Eliteschule für jeden, der einmal einen echten
Hochseeklassiker gewinnen will“, beschreibt Boris Herrmann die
professionelle Atmosphäre.
Der verheiratete Ryan Breymaier, der aus der US-Segelhochburg Annapolis im
Bundesstaat Maryland stammt, bringt einen reichen Erfahrungsschatz aus
mehreren Kampagnen ein, in denen er nicht nur oft als Vorschiffsmann mit an
Bord, sondern auch als versierter Techniker für das Rigg auch einer Open
60-Yacht zuständig war. Wetter und Navigation sind zudem seine
Steckenpferde. Herrmann: „Ryan verkörpert den sympathischen Prototypen eines
amerikanischen Profiseglers, effizient und relaxed zugleich. Wir haben uns
auf Anhieb glänzend verstanden und freuen uns auf die gemeinsame Sache.“ Für
den blonden US-Boy steht fest: „Wir wollen unser Abenteuer sowohl mit den
eingefleischten Fans teilen, als auch mit einer großen Gemeinde von
Nicht-Seglern, die es zu begeistern gilt. Und natürlich wollen wir am
liebsten gewinnen, obwohl wir natürlich wissen, wie schwer es werden wird,
den Favoriten Paroli zu bieten.“
In der Nacht zu Dienstag (18. Mai) befand sich die Zweier-Crew mit der „V1“,
so der vorläufige Arbeitsname, auf dem Rückweg eines mehrtägigen Testtörns
rund um die Azoren, der am Donnerstag (20. Mai) zu Ende gehen soll. Unter
Sturmspinnaker und gerefftem Großsegel hatten sie in elf Stunden 190
Seemeilen auf dem Nordatlantik zurückgelegt – ein kleiner Vorgeschmack auf
die Tour um die Welt. „Sobald das Schiff mit 30 Grad Schräglage eine der
seitlich unter uns durchlaufenden Seeberge abreitet, auf 25 Knoten
beschleunigt und dabei heult, zittert und rüttelt, spannt sich der Körper
automatisch zu einer Art Habachtstellung mit Blick auf die Instrumente
zusammen“, beschreibt Boris Herrmann sein Gefühl in pechschwarzer, mondloser
Nacht.
„Bei zunehmendem Wind haben wir zehn aufeinander folgende Halsen gefahren,
um mit verschiedenen Abläufen zu experimentieren“, berichtet Herrmann
weiter. Am Ende habe es ganz gut geklappt, aber zwei seien auch
danebengegangen. „Danach sah der Spi aus wie einer Eieruhr.“ Die körperliche
Anstrengung sei enorm: „Ich komme mir vor, wie in einem schwimmenden
Open-Air-Fitnessstudio. Die meiste Zeit ist einer am ‚Grinden‘, mit hohem
Puls. 80 Tage Vollgas, 24 Stunden, bei jedem Wetter – um dafür topfit zu
sein, werden wir die nächsten Wochen so weitermachen.“
Gleichwohl macht er kein Hehl daraus, am liebsten morgen schon lossegeln zu
wollen: „Die ersten Erfahrungen nach einer Woche mit Ryan auf dem Boot sind
absolut perfekt. Wir bräuchten eigentlich nur Proviant zu bunkern, und
könnten starten.“ Aber die verbleibenden sieben Monate soll auch die Yacht
noch optimiert werden. Die vormalige „Veolia“ von Jourdain wurde 2004 nach
einem Design von Marc Lombard und Eric Levet gebaut, die auch die siegreiche
„Beluga Racer“ gezeichnet hatten. Der Rumpf (ohne Bugspriet) ist 18,24 Meter
lang und 5,50 Meter breit. Mit vier Meter Tiefgang des Schwenkkiels,
Wasserballast und seitlichen Steckschwertern zum Trimmen entfalten die
IMOCA-Boote ihr ganzes Potential vor allem vor dem Wind bei 600 Quadratmeter
Segelfläche unter Groß und Gennaker. Die Yacht gewann das Calais Round
Britain Race 2005 und die berühmte Route du Rhum 2006.
„Trotz guter Voraussetzungen bleiben wir bei der sportlichen Zielsetzung auf
dem Teppich“, so Boris Herrmann, „wir wollen das Schiff auf jeden Fall ohne
Schäden und ohne Reparaturstopps, aber unter Ausschöpfung seines vollen
Potenzials um die Welt bringen. Wenn uns das gelingt, haben wir die
realistische Chance auf ein gutes Resultat.“ Dabei sein werden mehr als ein
Dutzend Teilnehmer, darunter Titelverteidiger Jean-Pierre Dick aus
Frankreich mit einem Neubau, 49er-Olympiasieger Iker Martinez (Spanien) auf
dem Vendée-Siegerboot von Desjoyeaux und die Engländerin Dee Caffari mit
einer einheimischen Co-Skipperin als reine Frauenmannschaft – aber nur ein
Deutscher. Zum Start erwarten die Gastgeber weit mehr als hunderttausend
Zuschauer und planen eine Fernsehliveübertragung.
Ab Neujahr 2011 dann müssen die Teams von unterwegs per
Satellitenkommunikation hautnah von ihren Regattaerlebnissen berichten. Mit
einem Trackingsystem wird der Rennverlauf anhand der Positionsmeldungen rund
um die Uhr im Internet auf
www.barcelonaworldrace.com und der neuen Website
www.BorisHerrmannRacing.com
dargestellt. Packende Fotos und Videos sowie Stimmungsberichte per Email von
Bord werden das Salz in der Suppe ausmachen, bevor der Zieleinlauf nach
geschätzten 85 bis 95 Tagen wieder zu einem zuschauernahen Spektakel der
besonderen Art wird.
Für Boris Herrmann, der Mitglied im Kieler Yacht-Club und auch an der Förde
zuhause ist, wird das Barcelona World Race ein weiterer Meilenstein in
seiner steilen Karriere. Neben zahlreichen Erfolgen im 505er machte er sich
2007 mit einem sensationellen zweiten Platz im Artemis Transat-Rennen von
Plymouth/Südwestengland nach Boston/USA international einen Namen. Der viel
umjubelte Triumph im ersten Portimão Global Ocean Race über 35.000 Seemeilen
war voriges Jahr sein Gesellenstück. „Ich bin der Beluga Shipping GmbH für
die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit über die vergangenen zwei
Jahre sehr dankbar“, so Herrmann, „und glücklich, das Privileg gehabt zu
haben, mit diesem innovativen Unternehmen im Rücken und dem hohem
individuellen Engagement zahlreicher Mitarbeiter dieses passionierte
Abenteuer gemeistert zu haben.“
Sein großes Ziel bleibt der erste deutsche Start bei der Vendée Globe 2012,
der Krone der Einhandsegler rund um die Welt. Zur Realisierung dieses Traums
und zur optimalen Vermarktung der Teilnahme am Barcelona World Race befindet
sich die Boris Herrmann Racing GmbH in Gründung. Unter Führung von Boris
Herrmann und Arno Kronenberg, Hochseesegler und Yachtbroker aus München,
sollen diese beiden faszinierenden und extremen Weltumsegelungen einer
breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.
Weitere Informationen und Fotos:
www.BorisHerrmannRacing.com
Andreas Kling, PR
Arno Kronenberg, CEO
T: +49 (4822) 360-900 T:
+49 (89) 673460-59
F: +49 (4822) 360-901 F:
+49 (89) 673460-55
M: +49 (172) 257-8817 M:
+49 (171) 365-9992
E: Andreas@BorisHerrmannRacing.com
E: Arno@BorisHerrmannRacing.com
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