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Rolex Sydney Hobart Race 2011
Start 26. Dezember 2011 - Sydney
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December 23, 2011
Rolex Sydney Hobart Yacht Race http://regattanews.com/event.aspx?eid=190
Sydney/Hobart, Australia
Fällt der Streckenrekord nach Weihnachten?
Sydney. Die ersten Anzeichen sind rekordverdächtig: Die Fünf-Tage-Vorhersage der Meteorologen prophezeit für das 67. Rolex Sydney Hobart Yacht Race, das traditionell am Zweiten Weihnachtstag in Australien vor mehr als hunderttausend Zuschauern startet, günstige Windbedingungen, in denen der inzwischen sechs Jahre alte Streckenrekord unterboten werden könnte. Top-Favoritin dafür ist erneut die einheimische 30-Meter-Hochseesegelyacht „Wild Oats XI“ von Bob Oatley, die schon 2005 für die damalige Fabelzeit von einem Tag, 18 Stunden, 40 Minuten und zehn Sekunden für die 628 Seemeilen lange Strecke von Sydney nach Hobart auf Tasmanien gesorgt hatte. Die Hauptgegner der Vorjahressieger sitzen auf der ebenso langen „Investec Loyal“ der Landsmänner Sean Langman und Anthony Bell, die 2010 Zweite im Ziel war. Das Gros der 88 internationalen Teilnehmer hofft indes, dass es unterwegs nicht zu ruppig wird, so wie 1998, als ein schwerer Sturm sechs Seglern das Leben kostete.
Mäßige nordöstliche Winde am Start zur Mittagszeit in Ostaustralien, wenn in Deutschland noch Nacht ist, sollen zum 27. Dezember hin auf südliche Richtungen drehen und bald auf Starkwind zunehmen. Ob das nach fünf vergeblichen Anläufen mal wieder für eine Rekordfahrt reicht, entscheidet sich meist erst auf dem Derwent River, wenn die letzten Seemeilen vor Hobart anstehen, auf denen oft Leichtwind oder gar Flaute herrscht. Rein statistisch betrachtet wäre eine neue Bestzeit „dran“. Erst zehnmal wurde sie seit 1945 verbessert, darunter einmal 1996 durch den SAP-Gründer Hasso Plattner mit seiner „Morning Glory“, der es schaffte, den damals mit 21 Jahren am längsten währenden Rekord der „Kialoa III“ aus den USA um eine knappe halbe Stunde zu unterbieten.
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Start 2010

Ragamuffin 2010

Fotos: Carlo Borlenghi/Rolex
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Wann der vorhergesagte Windrichtungswechsel bei dieser Auflage der legendären Regatta eintritt, dürfte auch den Gesamtsieg entscheidend beeinflussen. Im Vorjahr hatte mit der „Secret Men’s Business 3.5“ (Australien) eine 51-Fuß-Yacht gewonnen, die als 14. im Ziel war. Je länger die größten Boote mit Rückenwind davon ziehen, desto größer ist meist ihre Chance, auch den Tattersall’s Cup nach berechneter Zeit (IRC-Handikap) zu gewinnen. „Ich hoffe, dass das amerikanische Wettermodell Recht behält, wonach der Nordost mindestens zwölf Stunden durchhalten soll“, sagt Adrienne Cahalan, Navigatorin an Bord der „Wild Oats XI“, die dieses Jahr zum 20. Mal und damit so oft wie keine andere weibliche Teilnehmerin dabei sein wird. Ein halber Tag unter Spinnaker nämlich könnte dem 100-Füßer genug Vorschub leisten, um schnell bis Gabo Island zu kommen. Das wäre zwar noch nicht die „halbe Miete“, aber schon der Weg entlang der Küste vor dem Absprung über die Bass-Straße.
Jener auch Ausreitplatz genannten Wasserstraße, die das australische Festland von der Insel Tasmanien trennt. Dort steigt der Meeresboden steil auf wenige zehn Meter an und sorgt bei entsprechenden Windbedingungen für haushohe Wellentürme. Noch ist es zu früh, die exakte Entwicklung vorherzusagen, aber es könnte vor allem wieder die mittleren und kleineren Yachten treffen, wenn der Südsüdwest auf Stärke sieben zunehmen soll, in Böen oft darüber. Das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen Skippers und die Seemannschaft der gesamten Crew sind dann gefragt, wenn so ein „Höllenritt“ über die Bass Strait droht.
Der Veranstalter Cruising Yacht Club of Australia (CYCA) hat zur Vermeidung einer Wiederholung der Katastrophe von 1989 hohe Sicherheitsstandards eingeführt. Und wie schnell ein Seenotfall selbst bei vergleichsweise moderaten äußeren Bedingungen eintreten kann, hat nicht zuletzt das Rolex Fastnet Race im August gezeigt, als die US-Maxi-Yacht „Rambler“ in der Irischen See plötzlich ihren Kiel verlor und die Besatzung mehrere Stunden ausharren musste, ehe sie gerettet wurde. Auch eine erfolgreiche Bergung will geübt sein, womit die Top-Mannschaft der „Wild Oats XI“ am Donnerstag (22. Dezember) überraschte, als sie im Hafen von Sydney eine Rettungsübung mit Abbergen durch einen Hubschrauber absolvierte.
Eine Voraussetzung, überhaupt am Rolex Sydney Hobart Yacht Race teilnehmen zu dürfen, ist die Volljährigkeit. Genau darauf musste Jessica Watson bis zum 18. Mai dieses Jahres warten, obwohl sie zuvor schon als jüngste Seglerin überhaupt unter weltweiter Beachtung mit vielen tausend Fans in Deutschland 16-jährig die Welt nonstop auf einem Segelboot umrundet hatte. Nun darf sie die jüngste Besatzung in der Geschichte des Hochseeklassikers als Skipperin führen. Ihr zehnköpfiges Team an Bord der Sydney 38 „Ella Bache“ ist durchgehend höchstens 21 oder darunter und im Schnitt nur 19 Jahre jung. Zur Crew gehört auch der britische Solo-Segelyoungster Mike Perham. Ihr Ziel ist zunächst der Gruppensieg in der Einheitsklasse. Doch es haben auch schon noch kleinere Boote insgesamt vorne gelegen. Ob die jugendliche Unbekümmertheit auch für eine sportliche Sensation gegen die erfahrenen Seebären der teils mehr- und vielfachen Teilnehmer gut ist, hängt sicher nicht nur von der Wetterentwicklung ab.
(Ende)
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Andreas Kling
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