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Volvo Ocean Race 2011/2012 - Leg 6 Itajai-Miami - Start 22.04.2012
www.volvooceanrace.com - Übersicht
23. April 2012
„Puma“ führt 6. Etappe nach Miami an
Platz 3 für Müller & Co. im Hafenrennen / Quartett fährt auf Sieg
ITAJAÍ. Das Raubtier zeigt seine Krallen. Schon kurz nach dem Start zur
sechsten Etappe der Hochseeregatta Volvo Ocean Race vor Itajaí/Brasilien
übernahm das „Puma“-Team mit US-Skipper Ken Read und dem Kieler
Vorschiffsmann Michael Müller die Führung und baute sie in der Nacht zu
Montag (23. April) auf rund fünf Seemeilen aus. Gefolgt von der
Gesamtführenden „Telefoníca“ des Spaniers Iker Martínez segelte die
viertplatzierte Mannschaft mit Kurs auf das 4.800 Seemeilen (8.860
Kilometer) entfernte Miami in Florida (USA), das in zwei Wochen erreicht
werden soll. Den Rückstand im Zwischenklassement hatten Read und Müller am
Sonnabendabend durch einen dritten Rang im Hafenrennen auf 32 Punkte
verkürzt. Die ersten vier Crews können das Rennen rund um die Welt noch
gewinnen. Es geht Anfang Juli nach 39.000 Seemeilen (72.000 Kilometer) im
irischen Galway zu Ende.
Nach dem knappen Gewinn der Königsetappe, dem härtesten und längsten
Teilstück von Neuseeland nach Brasilien, ist die Besatzung der 21,50 Meter
langen Hightechyacht „Mar Mostro“ bis in die Haarspitzen motiviert. „Mit dem
ersten Sieg haben wir bewiesen, dass unser Traum von Platz eins in der
Endabrechnung lebt“, so Müller, „jetzt wollen wir es wissen.
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Puma im Südpazifik
H.Hooperr
Abu Dhabi nach Start
Foto: Nick Dana
Start in Itajai/BRAS
Foto: Paul Todd/VOR
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“ Das Team war
durch einen Mastbruch zum Auftakt gleich ins Hintertreffen geraten. Seitdem
lief der Puma der Spitzengruppe hinterher. „Meine Jungs wissen, was die
Stunde geschlagen hat“, sagte Ken Read, „mit einem Heimsieg könnten wir aufs
Podium springen.“ Ihr Boot war in Newport/Rhode Island gebaut worden; das
Syndikat Puma Ocean Racing wird am US-Hauptsitz des Sponsors in Boston
geführt.
Aber auch die deutschen Segelfans fiebern mit der schwarzen Katze, denn
„Michi“ Müller ist ihr einziger Landsmann bei der gnadenlosen Hatz um den
Globus. Nach einer Woche Heimaturlaub an der Kieler Förde mit „viel
schlafen, gut essen sowie Familie und Freunden“ machte sich der 29-Jährige
wieder an die Arbeit. Schon beim DHL In-Port-Race musste der Mann auf dem
Bug plötzlich kräftig zupacken. Der Skipper hatte die Yacht zwar als Erster
über die Startlinie gesteuert, dabei jedoch aus Sicht der Schiedsrichter die
vorfahrtberechtigte „Abu Dhabi“ von Ian Walker behindert. „Da war gar
nichts“, wunderte sich Read, ließ seine Mannschaft aber folgerichtig eine
360-Grad-Strafdrehung machen, die außergewöhnlich schnell über die Bühne
ging. Müller: „Das Manöver haben wir so einstudiert, nachdem es uns in Abu
Dhabi gründlich misslungen war.“
Dagegen patzte der 49er-Olympiasieger von 2004, Iker Martínez. In Führung
liegend rundete er eine falsche Wendetonne und wurde statt Erster nur
Fünfter. Obwohl die Hafenrennen nur einfach gewertet werden, profitierten
die Verfolger vom Ausrutscher. Franck Cammas gelang mit der „Groupama“ der
erste Sieg; seinen Rückstand verkürzte er auf 16 Zähler. Die Franzosen waren
auf der von schweren Materialschäden geprägten fünften Etappe nach einem
Mastbruch noch Dritte geworden, weil die neuseeländische „Camper“ von Chris
Nicholson durch einen langen Reparaturstopp in Chile eine Woche länger
gebraucht hatte. Sowohl die „Abu Dhabi“ als auch die chinesische „Sanya“
(Mike Sanderson) gaben ganz auf. Letztere musste gleich auch noch auf die
gerade gestartete Etappe verzichten und wird erst in Miami wieder zum Rest
des Felds stoßen.
„Die ersten Stunden und Tage dürften die schönsten Segelbedingungen seit
langem bringen“, las Ken Read aus den Wettervorhersagen, „es geht mit
mäßiger Brise und moderater Welle vor dem Wind die Küste Brasiliens hoch.“
Darauf hatten sich alle Teilnehmer gefreut, nachdem die erste Nacht nach dem
Start in Auckland als vielleicht brutalste überhaupt in die Geschichte des
Volvo Ocean Race eingehen wird. „Aber es kann auch auf dieser Strecke
heftige Gewitterböen in Sturmstärke geben“, warnte Müller, für den es
bereits die zweite Weltumrundung ist. 2008-09 war er mit dem gleichen Team
Zweiter geworden. In jedem Fall verspricht der Kurs über den Äquator ein
taktisch anspruchsvolles Rennen mit vielen Fallen, aber auch
Überholmöglichkeiten.
Gleich die erste Chance dazu hatte das „Puma“-Team schon auf der ufernahen
Dreiecksrunde umgemünzt, die dem Trip nach Florida vor den Augen vieler
tausend Zuschauer in Itajaí vorangestellt war. Die Segelfans sahen zwar
zunächst das gewohnte Bild. Einmal mehr übernahm die bisher souveräne
„Telefoníca“ nach dem Start die Führung. Doch Read & Co. streiften nicht nur
die „Camper“ ab, sondern nutzten danach auch ein kleines Manöverproblem der
Spanier. „Der Weg ist noch weit, aber es ist schon ein gutes Gefühl, hier
als Sieger angekommen zu sein und als Erste wieder wegzufahren“, strahlten
der „Puma“-Skipper und seine zehn Mitstreiter.
(Ende)
Zwischenstand nach fünf von neun Etappen
1. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) 149 Punkte
2. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 133
3. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 124
4. Puma (Ken Read/USA) 117
5. Abu Dhabi (Ian Walker) 58
6. Sanya (Mike Sanderson/China) 25
Andreas Kling
German Media Manager
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