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Volvo Ocean Race 2011/2012 - Leg 8 - Lissabon - Lorient - Start 10.06.2012
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Pressemitteilung von der 8. und vorletzten Etappe des Volvo Ocean Race
15. Juni 2012
„Puma“ 2., aber „Groupama“ top
Franzosen gewinnen Etappe und haben 23 Punkte Vorsprung
LORIENT. Die französische Hochseesegelyacht „Groupama“ hat am
Freitagnachmittag (15. Juni) die vorletzte Etappe des Volvo Ocean Race
gewonnen und damit beste Aussichten auf den Gesamtsieg in der Regatta rund
um die Welt. Skipper Franck Cammas steuerte die 21,50 Meter lange
„Rennziege“ nach einer dramatischen Überfahrt mit schwerem Sturm von
Lissabon/Portugal rund um die Azoren als strahlender Sieger in den Heimhafen
Lorient an der Atlantikküste.
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Groupama am Kai
Foto: Ian Roman
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Die „Puma“ unter Skipper Ken Read mit dem
einzigen Deutschen Michael Müller an Bord wurde eine knappe Viertelstunde
hinter der „Camper“ von Chris Nicholson aus Neuseeland nur Dritter. Das
US-Team kletterte zwar aufgrund eines Ruderbruchs der spanischen
„Telefoníca“ (Iker Martínez) im Zwischenklassement auf Rang zwei, hat aber
vor der letzten Etappe und zwei noch folgenden Hafenrennen schon 23 Punkte
Rückstand auf den Spitzenreiter. Die Regatta wird am 1. Juli nach einem
In-Port-Race am Vortag fortgesetzt. Die letzte Entscheidung über die
Podiumsplätze fällt am 7. Juli in Galway/Irland.
Windböen bis Stärke zehn türmten haushohe Wellen auf. Die Boote erreichten
Geschwindigkeiten jenseits der innerorts erlaubten 50 km/h. Und das alles in
stockdunkler Nacht. Das waren die extremen Zutaten auf dem vorletzten
Teilstück, mit denen das Volvo Ocean Race seinem Ruf als härteste Regatta
der Welt einmal mehr gerecht wurde. Held der Etappe war der Neuseeländer
Brad Marsh. Als Vorschiffsmann kletterte er waghalsig in den 31 Meter hohen
Mast der „Groupama“, als sich das Fall verklemmt hatte, mit dem das
Großsegel hochgezogen wird. Trotz einer Schnittwunde an der Hand löste der
28-jährige das Problem in der stark schwankenden Mastspitze nach zwei
Stunden und sicherte seiner Mannschaft letztlich den phänomenalen Triumpf.
Pechvogel des Monats wurde dagegen Iker Martínez. Am Tag vor seinem 35.
Geburtstag büßte der 49er-Olympiasieger von 2004 durch einen doppelten
Ruderbruch praktisch alle Chancen auf einen Gesamtsieg der „Telefoníca“ ein.
Zunächst hatte seine Crew ähnlich heldenhaft wie die „Groupama“ noch einen
Ruderbruch überstanden und in einer Dreiviertelstunde das einzige
Ersatzruder eingebaut. Doch um halb zwei in der Nacht zu Freitag passierte
es erneut: Bei neun Beaufort setzte das Team zu einer Halse an, wurde von
einer Monsterwelle aus der Bahn geworfen, und brach bei der unsanften
Landung das zweite Ruder. Auch das Ersatzruder wurde beschädigt, so dass die
Mannschaft zwar aus eigener Kraft, aber nur noch deutlich langsamer zum Ziel
segeln konnte.
Kaum Freude über den zweiten Gesamtrang kam an Bord der „Puma“ auf. „Silber“
hatte das Team schon beim vorigen Volvo Ocean Race geholt und wollte diesmal
ganz oben aufs Treppchen. Mit Topspeeds von 35 Knoten (fast 70 km/h) raste
die „Raubkatze“ übers aufgewühlte Wasser, doch die „Groupama“ schien unterm
Strich meist einen Tick schneller. Unwiderstehlich hatten sich die Franzosen
immer wieder die Führung erobert, nachdem Ken Read & Co. nach dem Start in
Lissabon zunächst souverän die Spitze übernahmen. „Platz drei ist diesmal
wie eine kleine Katastrophe. Wir waren über weite Strecken schlicht
langsamer, keine Frage“, gab Read unumwunden zu.
Der zehnte Podiumsplatz in Folge sei zwar an sich großartig, „doch natürlich
wollten wir mehr. Das war einfach nicht gut genug.“ Die Enttäuschung sei
schon riesen-groß, sagte auch der Kieler „Michi“ Müller, nach so hartem
Kampf nicht noch mehr erreicht zu haben. Read: „Wir müssen uns nicht
schämen, aber vor allem als es richtig windig wurde, haben wir ein paar
Fehler gemacht, die die Gegner ausgenutzt haben.“ Rechnerisch sei der
Gesamtsieg zwar noch möglich, doch dazu müsse schon eine Menge
zusammenpassen.
Entsprechend überschwänglich wurde die Crew der „Groupama“ von ihren
Landsleuten gefeiert. „Cammas, der Präsident“, skandierten die Fans, und das
gesamte Team duschte in Champagner. „Wir sind besonders in der letzten Nacht
der Etappe ein hohes Risiko gegangen“, berichtete Cammas, „aber das hat sich
am Ende ausgezahlt.“ Mit gerefftem Großsegel, das wegen der technischen
Probleme nicht mehr ganz zu setzen war, kreuzte die Yacht um kurz nach halb
zwei die Ziellinie knapp eine Stunde vor der „Camper“. Vor zehn Monaten noch
ein Traum, könnte er nun im Erfüllung gehen, der Sieg im Volvo Ocean Race
2011-2012.
Noch ist nicht aller Tage Abend, doch 23 Zähler sind schon mehr als vier
Einzelplätze auf der letzten Hochseeetappe, die am Sonntag, dem 1. Juli,
gestartet wird und nur zwei Tage dauern soll. Puma Ocean Racing bleibt die
Hoffnung auf die ausstehenden beiden Hafenrennen am 30. Juni in Lorient
sowie eine Woche später im irischen Zielhafen Galway. „Wir werden noch
einmal alles geben, auch wenn wir es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen
können“, so Ken Read, „aber wer weiß schon, was noch alles passieren kann.“
Dabei muss die Mannschaft jedoch auch aufpassen, dass sie ihren zweiten Rang
gegen die weiteren Verfolger, die nur fünf Punkte zurück liegen, verteidigt.
(Ende)
Ergebnis der 8. Etappe von Lissabon/Portugal nach Lorient/Frankreich:
1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 4 Tage, 23 Std., 31 Min., 4 Sek.
30 Punkte
2. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 5 Tage, 30 Minuten, 9 Sekunden
25
3. Puma (Ken Read/USA) 5 Tage, 43 Minuten, 4 Sekunden
20
4. Abu Dhabi (Ian Walker/Abu Dhabi) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See (15)
5. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See
(10)
6. Sanya (Mike Sanderson/China) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See (5)
Zwischenstand nach der achten von neun Etappen
1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 219 Punkte
2. Puma (Ken Read/USA) 196
3. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 191
4. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) (191)
5. Abu Dhabi (Ian Walker) (122)
6. Sanya (Mike Sanderson/China) (39)
Andreas Kling
German Media Manager
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