13. Februar 2012
„Maserati“ setzt erstes Ausrufezeichen
Soldini und Herrmann in knapp elf Tagen von Cadiz nach San Salvador
SAN SALVADOR. Zehn Tage, 23 Stunden, neun Minuten und zwei Sekunden – so
schnell überquerte die Hochseeyacht „Maserati“ mit dem italienischen Skipper
Giovanni Soldini und Navigator Boris Herrmann aus Oldenburg den Atlantik von
Cadiz/Spanien nach San Salvador auf den Bahamas. Am Montagmittag (13.
Februar) hatte die achtköpfige internationale Mannschaft die 3.884,8
Seemeilen (mehr als 7.000 Kilometer) lange Strecke hinter sich und dabei
durch einen schnelleren Zickzackkurs vor dem Wind 4.632 Seemeilen
zurückgelegt. Das bedeutete 17,6 Knoten (32,5 km/h)
Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Route und eine starke Referenzzeit
für Einrumpfboote, die noch vom World Speed Sailing Record Council WSSRC
offiziell ratifiziert wird. Höhepunkt des Projekts wird der Angriff auf den
prestigeträchtigen Transatlantik-Rekord von New York nach Lizard Point
(Großbritannien), den die „Maserati“ Ende März/Anfang April in sechseinhalb
Tagen brechen will.
„Wir sind wirklich glücklich und zufrieden“, sagten Soldini und Herrmann im
Ziel übereinstimmend, „wir haben eine exzellente Zeit aufgestellt, die
schwer zu schlagen sein wird.“ Hektisch wurde es nur in der letzten Nacht
auf See, als das Kielhydrauliksystem ausfiel. „Alle Mann waren durchgehend
wach, und wir segelten mit in Mittelstellung fixiertem Kiel“, so Soldini,
„dadurch waren wir natürlich langsamer als zuvor. Trotzdem hätte es kaum
besser laufen können. Die Wetterstrategie hat gestimmt, und ich bin mit der
Performance des Boots und des Teams hochzufrieden.“
Mit einer angebrochenen Rippe, aber ebenso stolz auf die Leistung und
fasziniert von Rhythmus und Präzision der Crew resümierte der 30-jährige
Herrmann seine erste Rekordfahrt. „Wir haben funktioniert wie eine
militärische Blaskapelle, da gab es keine Sperenzien“, so der einzige
Deutsche an Bord. Es gab vier Wach-Duos, von denen immer zwei gleichzeitig
an Deck waren zum Trimmen und Steuern. Essen, Umkleiden, Reparaturen und
Wetteranalyse, aber auch Videoschnitt und Emailverkehr laufen in den vier
Stunden Freiwache.
Sternstunden seien die nächtlichen Hochgeschwindigkeiten unter Vollmond
gewesen, so Herrmann weiter. Bei 20 bis 24 Knoten Wind, also Stärke fünf bis
sechs, lief die „Maserati“ 20 bis 27 Knoten Bootsspeed. „Am Steuerrad stehe
ich etwas erhöht und sehe voraus die Wellenberge im Mondschein. Am besten
gelingt für einige Minuten ein Surf den Wellenberg hinunter, ohne dass der
Bug sich ins Wasser bohrt. Solange ist es trocken im Cockpit. Eine kleine
Unaufmerksamkeit aber reicht, um nicht nur Gischt und Schaum übers Deck zu
treiben, sondern zehn Zentimeter grünes Wasser, das die Segeltrimmer mit 50
Sachen in ihre Gurte drückt.“ In so einem Moment erwischte es auch den
Navigator, als er durchs Cockpit gespült wurde und schmerzhaft mit der
unteren Rippe aufprallte.
Für Boris Herrmann, der 2008-09 das Portimão Global Ocean Race zu zweit in
fünf Etappen um die Welt gewann und voriges Jahr als erster deutscher
Teilnehmer beim Barcelona World Race nonstop um den Globus Fünfter wurde,
ist das Segeln auf der „Maserati“ eine völlig neue Erfahrung. „Acht Mann
statt zwei, 70 Fuß lang statt 60 und zehn Tage statt 100 unterwegs – eine
ganz andere Welt für mich“, bloggte der Extremsegler, der im November bei
der Vendée Globe erstmals allein um die Welt jagen möchte. Herrmann: „Ich
kann gar nicht behaupten, dass die Törns mit großer Mannschaft mir besser
oder schlechter gefallen, so schwer sind sie miteinander vergleichbar.“ Die
Arbeit im Team sei jedoch leicht und gleitend, die Routine subtil. Die
unterschiedlichen Charaktere an Bord, vom Clown über den Entertainer bis zum
Ernst-Konzentrierten ergänzten sich gut. „Wir haben alle großen Spaß an und
bei der Herausforderung“, so Herrmann, „auch wenn die pure Konzentration bei
mehr als 30 Knoten Wind zuweilen nackter Anspannung weicht.“
Die nächste Referenzzeit will das Maserati-Soldini-Segelteam im März über
947 Seemeilen von Miami/Florida nach New York setzen. Die größte
Herausforderung wartet dagegen auf dem Nordatlantik. Exakt 2.925 Seemeilen
ist die Strecke vom Ambrose-Leuchtturm vor New York nach Lizard Point, der
Südwestecke Großbritanniens, lang. Sechs Tage, 17 Stunden, 52 Minuten und 37
Sekunden sind zu unterbieten, 18,05 Knoten im Schnitt, aufgestellt 2003 von
der doppelt so langen, britischen Mega-Yacht „Mari Cha IV“. Außerdem haben
Soldini und Herrmann den 24-Stunden-Weltrekord im Visier. Den hält der
Brasilianer Torben Grael seit 2008 mit der VO70 „Ericsson 4“, als er 596,6
Seemeilen, das sind 1.100 Kilometer, an einem Tag schaffte. Die
Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 24,85 Knoten, entsprechend fast 46 km/h.
Die Rekordfahrten der Maserati sind im Internet unter
www.maserati.soldini.it zu verfolgen.
Die Seite enthält News auf Englisch und Italienisch sowie Videos und Fotos vom
Alltag der Crew an Bord. Außerdem werden die Wetterdaten auf See beobachtet
sowie die Position und die Geschwindigkeit der Maserati durch
Online-Tracking abgerufen. Ständige Updates werden auch über die
Twitter-Accounts @borisherrmann und @giovannisoldini (56.000 Verfolger)
sowie deren Facebook-Seiten verbreitet.
Diese ganz besondere Herausforderung wird von Maserati – Hauptpartner, der
dem Segelboot seinen Namen gibt – der Schweizer Bank BSI (Generali Gruppe)
und der Generali selbst, in der Rolle als Co-Sponsor, unterstützt.
MASERATI
Mit der Unterstützung und der Teilnahme an diesem bedeutungsvollen
sportlichen und technologischen Projekt mit Basis in Italien bestätigt
Maserati seine Rolle als Botschafter italienischer Außergewöhnlichkeit in
aller Welt. Die Außergewöhnlichkeit des Hauses Maserati kommt weltweit in 65
Ländern mit Leidenschaft und qualitativ hochwertigen Produkten wie dem
Quattroporte, dem GranTurismo und dem GranCabrio zum Ausdruck. Wagen, deren
Leistungen auf der Straße zum Ausdruck bringen, was Giovanni Soldini und die
Maserati auf dem Atlantik darstellen.
BSI und Generali
BSI, eine der ältesten Banken der Schweiz, ist auf private
Vermögensverwaltung mit internationaler Ausrichtung spezialisiert. BSI
gehört zur Generali Gruppe, die auf den wichtigsten Finanzmärkten in Europa,
Asien und Lateinamerika vertreten ist. Generali zählt weltweit zu den
größten Versicherungsgruppen und ist in mehr als 60 Ländern – mit besonderer
Ausrichtung auf Europa, die Europäische Union, Asien und Lateinamerika –
präsent, wobei sich die Angebote an mehr als 70 Millionen Kunden des Hauses
richten. Die Generali Gruppe, in Europa führend im
Lebensversicherungsbereich, verwaltet derzeit aktiv über 400 Milliarden
Euro.
Offizielle Ausrüster dieser einzigartigen Herausforderung sind Vodafone
Italia, die sich für die Telekommunikation und die Erstellung der
offiziellen Website verantwortlich zeichnen, Murphy&Nye, das
Segelbekleidungsunternehmen, welches das gesamte Maserati-Team ausstattet,
Bulgari, als offizieller Zeitnehmer, und Boero Bartolomeo S.p.A. im Bereich
der Lacke und Farben für das Boot.
An Bord der Maserati sind jedoch noch weitere Unternehmen vertreten: Eataly,
Ausrüster der Bordkombüse, Beta Utensili, Ausrüster im Bereich sämtlicher
professioneller Werkzeuge, Corderia Lancelin, im Bereich der Leinen und
Spezialkabel, FPT Industrial, Motorenassistenz, Jeppesen, für die
Kartographie, B&G Navico, im Bereich der Assistenz der benötigten
Instrumente, Cantiere Picchiotti di La Spezia, Heimat der Maserati an Land,
sowie die Hafenbehörde von La Spezia, Heimat der Maserati zu Wasser.
Andreas Kling
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