27.03.2012
Pressemitteilung zu den Rekordversuchen von Boris Herrmann und Giovanni Soldini
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Die „Maserati“ ist in New York
Kein Rekordeintrag von Miami / Konzentration auf Transatlantikstrecke
NEW YORK. Nach einer turbulenten Überfahrt von Miami ist die
Hochseesegelyacht „Maserati“ mit dem italienischen Skipper Giovanni Soldini
und Navigator Boris Herrmann aus Oldenburg in New York eingelaufen. Dabei
brauchte die Crew mit der 21,50 Meter langen „Rennziege“ aufgrund
wechselhaftem Wind länger als geplant und war nach drei Tagen, 17 Stunden,
21 Minuten und 45 Sekunden im Ziel. Als Rekordfahrt soll die Zeit deshalb
nicht eingetragen werden. „Sie entspricht nicht dem
Maserati-Leistungspotential“, erklärte Soldini. In New York begann bereits
die Vorbereitung auf die größte Herausforderung, den Transatlantik-Rekord
nach Lizard Point (Großbritannien). Ab Anfang April steht die „Maserati“
dafür auf stand-by. Sechseinhalb Tage sind zu unterbieten.
„Wir wussten schon bei der Abfahrt in Florida, dass es kein optimales
Wetterfenster ist“, sagte Boris Herrmann, „aber wir wollten auch nicht
länger warten, um den dritten und entscheidenden Rekordversuch nicht zu
gefährden.“ Entlang der US-Küste wurde die „Maserati“ durch Gewitterfronten
und wiederkehrende Flautenlöcher zurückgeworfen. Für die knapp 950 Seemeilen
(rund 1.800 Kilometer) lange Strecke sollte die Yacht höchstens drei Tage
brauchen. „Das war aber bei den vorherrschenden Bedingungen unmöglich“, so
Herrmann, der den morgendlichen Zieleinlauf beim Ambrose-Leuchtturm an der
Skyline der Metropole vorbei dennoch genoss.
Dort wird es auch wieder losgehen, wenn die „Maserati“ den wohl
prestigeträchtigsten Streckenrekord im Hochseesegeln angreift. Exakt 2.925
Seemeilen (5.400 Kilometer) sind es zum Lizard Point, der Südwestecke
Großbritanniens. Sechs Tage, 17 Stunden, 52 Minuten und 37 Sekunden sollen
unterboten werden, 18,05 Knoten (33,32 km/h) im Schnitt, aufgestellt 2003
von der doppelt so langen, britischen Mega-Yacht „Mari Cha IV“. Außerdem
haben Soldini und Herrmann noch den 24-Stunden-Weltrekord im Visier. Den
hält der Brasilianer Torben Grael seit 2008 mit der VO70 „Ericsson 4“, als
er 596,6 Seemeilen, das sind 1.100 Kilometer, an einem Tag schaffte. Die
Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 24,85 Knoten, entsprechend fast 46 km/h.
Für Boris Herrmann, der 2008-09 das Portimão Global Ocean Race zu zweit in
fünf Etappen um die Welt gewann und voriges Jahr als erster deutscher
Teilnehmer beim Barcelona World Race nonstop um den Globus Fünfter wurde,
ist das Segeln auf der „Maserati“ eine „spannende Erfahrung, mit voller Crew
agieren zu können.“ Sein Traum aber bleibt eine Teilnahme an der Vendeé
Globe, einhand nonstop um die Welt.
(Ende)
Andreas Kling
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