Sydney-Hobart-Race 2014

Sydney, 26.Dez.2014 - Oceanracing-2014
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SYDNEY/HOBART, AUSTRALIA January 5, 2015
DER NAME DER ROSE

Zwei Yachten mit historischen Gemeinsamkeiten haben die beiden Hauptpreise der denkwürdigen 70. Auflage des Rolex Sydney Hobart Yacht Race gewonnen. Angetrieben von ihrer wohl gefürchtetsten Konkurrentin seit Jahren schrieb Bob Oatleys Wild Oats XI Geschichte, indem sie als erstes Boot überhaupt zum achten Mal Erster im Ziel war. Rund 29 Stunden später kam Oatleys originale Wild Oats in Hobart an und setzte eine berechnete Zeit, die zum Gesamtsieg und den begehrten Tattersall’s Cup reichte. Oatleys früheres Boot, die 43 Fuß lange Wild Rose, von seinem Freund Roger Hickman als Eigner und Skipper markierte ihren zweiten Erfolg im Rennen, 21 Jahre nach dem ersten.

Start a la Shakespeare
Jeden Zweiten Weihnachtstag um 13 Uhr Ortszeit wird Sydney zum Amphitheater für den Start des großen Rennens; ein Moment, in dem eine der ikonischsten Städte der Welt für den Start dieses 628-Seemeilen-Hochseeklassikers nach Hobart/Tasmanien zum Stillstand kommt. Hunderttausende Zuschauer beobachten das Spektakel von Land, vom Wasser aus, live vorm Fernseher oder im Internet; ein großes Publikum für die 117 Yachten und die nahezu 1500 Teilnehmer, bevor sie in eine profunde, nautische Einöde eintreten und den unvorhersehbaren Naturelementen entgegensehen.

Auf der einen Seite diejenigen, die tausende von Meilen angereist sind, um zum ersten Mal dabei zu sein, so wie der polnische Skipper Mariusz Koper auf der Katharsis II. „Das Rolex Sydney Hobart ist so ein berühmtes Rennen, es ist ein Lebenstraum, daran teilzunehmen.“ Auf der anderen Seite diejenigen, die diese nautische Pilgerfahrt schon ungezählte Male absolviert haben. „Es ist schlicht etwas, was du tun musst, egal ob du es als Everest des Segelsports bezeichnest, oder wegen der Kameraderie tust oder wegen der Schönheit Hobarts“, führt Hickman an. Und es gibt diejenigen, die es zum letzten Mal mitmachen, nachdem sie ihr ganzen Leben dem ‚großen Rennen‘ gewidmet hatten. „Dies wird mein letztes Rennen sein“, bekräftigte der 35-malige Teilnehmer Ed Psaltis, und übergab an seinen Sohn Ben, der seine erste Reise nach Hobart 2014 auf der St George Midnight Rambler absolvierte.

Jeder Teilnehmer hat seine eigene Geschichte; entweder definiert von Erfolg, Misserfolg, Adrenalin, Frustration, persönlicher Ambition, Freundschaft oder Müdigkeit. Keine zwei Rennen sind jemands die gleichen; etwas, das die gut 50.000 Segler angezogen hat, die sich bisher entschieden haben, dabei zu sein. Jeder Trip ist reich an Charakter, Emotion und Ausdauer.

Die Erzählung von zwei Designs
Fünf 100-Fuß-Maxis nahmen am Rolex Sydney Hobart 2014 teil und stellten damit sicher, dass der Kampf um den Sieg im Ziel der dramatischste seit Jahren werden würde. Ein Rumpfschaden in der ersten Nacht warf Anthony Bells Perpetual Loyal aus dem Rennen; die Bedingungen waren ungünstig für die amerikanische Teilnehmerin RIO 100 und die Ragamuffin 100, letztere geskippert von Syd Fischer, mit 87 der älteste Segler in der stolzen Geschichte des Rennens.

Das Duell, wie vorhergesagt, war ein Schwergewichtskampf zwischen Oatleys von Mark Richards geskipperter Wild Oats XI und dem Neuling, Jim Clarks und Kristy Hinze-Clarks Comanche, gerade vom Stapel gelaufen und der letzte Stand der Dinge beim Maxiyachtdesign. Die beiden Boote hätten unterschiedlicher nicht sein können in punkto ihres ästhetischen Anblicks. Die Wild Oats XI weiß, schlank und schmal verglichen mit der dunklen, beeindruckenden und ultra-breiten Comanche. Wenn das Aufgebot der professionellen Crews auf beiden Booten sein volles Potential abruft, würden die Wetterbedingungen den Ausschlag geben, hieß es vorab.

Nach einem sonnenverwöhnten Start in Sydney powerte die Comanche aus den Sydney Heads heraus, ließ den Rest des Feld in ihrem Kielwasser zurück und brach den Rekord für das schnellste Boot an der erste Wendemarke in unglaublichen vier Minuten und 35 Sekunden. Der Ton im Livefernsehen schnappte einen Ausspruch von Wild Oats XI-Skipper Mark Richards auf: ‚Schaut wie das Ding abzieht!‘ Ein Kommentar, der perfekt ausdrückte, wie die von allen gejagte Wild Oats XI die Herausforderung ihrer Krone durch einen neuen Anwärter willkommen hieß.

Die beiden Maxis beschatteten sich entlang der Küste von New South Wales; die Comanche führte die ersten 24 Stunden, aber als der Wind nachließ, übernahm die Wild Oats XI die Führung, weil sie ein Leichtwindfeld eher sah und umschiffte. „Das war der Schlüsselmoment“, bestätigte der spanische Navigator der Wild Oats, Juan Vila.

An einem glorreichen Sonntagnachmittag nach 50 Stunden auf See in Hobart ankommend – mehr als acht Stunden außerhalb des eigenen Streckenrekords von 2012 – genoss Oatleys Crew den aufbrausenden Applaus des frenetischen Publikums. Die vor dem Rennen hochgewettete Comanche wurde ihrem Ruf dennoch gerecht und kam nur 49 Minuten nach den Siegern ins Ziel. „Unser Team hat einen unglaublichen Job gemacht“, erklärte Skipper Ken Read. „Auf der einen Seite sind wir enttäuscht, auf der anderen aber stolz, was wir zusammen hinbekommen haben. Beide Boote haben ein fehlerloses Rennen gesegelt. Sie hatten ihren Tag, sie hatten zwölf Stunden Wild Oats-Wetter.“

Für Richards – siegreicher Skipper bei allen Triumpfen der Wild Oats XI – war dieser Sieg der süßeste. „Es war eine dieser Herausforderungen, von denen du träumst. Es war ein hartes Rennen, die Konkurrenz die härteste, die wir jemals hatten. Die allerneuste Technologie gegen unser Boot, das zehn Jahre alt ist. Wir dachten immer, die Comanche würde schneller sein. Wir versuchten, die Verluste zu minimieren und haben konstant daran gearbeitet, wie wir das Ding attackieren können. Dabei haben wir Nuancen zu unserem Vorteil herausgearbeitet. Vor zehn Jahren hätten wir niemals von einem achten Rolex Sydney Hobart-Sieg zu träumen gewagt.“

Rose in Gold
Hickman erwarb 1991 die Wild Rose von Bob Oatley, dem späteren Eigner des 100-Fuß-Maxis Wild Oats XI. Zwei Jahre danach gewann Hickman – in Eignergemeinschaft mit Bruce Foye und Lance Peckman – das Rennen, als das Boot immer noch Wild Oats hieß. Es wurde umbenannt, um Verwechslungen mit Oatleys 100-Fuß-Maxi zu verhindern.

„Ich habe drei Hobarts mit Bob auf diesem Boot gesegelt. Als ich es ihm 1991 abkaufte, hat er es mir fast geschenkt“, erklärte Hickman. „Ich war damals ein junger Offizier auf einem Handelsschiff. Ich fühlte mich geehrt und privilegiert, mit ihm und den anderen segeln zu dürfen. Sechs Jahre später, als ich das Boot kaufen wollte, hatte ich nur die Hälfte des Gelds zusammen. Also fragte ich Bob, ob er solange darauf warten könne, bis ich den Rest zusammen habe. Er sagte zu mir, ‚Roger, du warst der einzige Junge, der jemals zur Bar gegangen ist, um mir einen Drink zu kaufen, mach dir über den Rest keine Sorgen!‘
„Fantastisch, wundervoll, surreal, es ist noch nicht angekommen“, sagte Hickman, ein Waschechter aus Hobart, als er den Tattersall’s Cup bekam. „Ich bin so in Hochstimmung. Jeder Sportsmann, ob alt oder jung, liebt das Gefühl, teilzunehmen und zu gewinnen.“

Die Wild Rose wird von einer 14-köpfigen Crew gesegelt, zu der auch sechs Seglerinnen sowie Familienmitglieder, darunter Hickmans Schwester Lisa und Bruder Andrew gehörten, beide das erste Mal dabei. Passioniert für den Wettkampf und getrieben von seiner eigenen Bestimmung gilt Hickman als harter Hund. Den Sieg in der 70. Auflage des Rennens zu holen, war eine ganz besondere Genugtuung für Hickman, ein begeisterter Student der Regattageschichte und 38-maliger Teilnehmer. „Ich bin glücklich, bei mehr als der Hälfte aller Rennen dabei gewesen zu sein; dieses Jahr ist ein großer Meilenstein, es zeigt die Kreativität der Menschen vor 70 Jahren, die enormen Anstrengungen, die seitdem hierfür aufgebracht wurden.“

Vielleicht wird das Besondere des Rennens von Wild Rose-Navigatorin Jenifer Wells am besten pointiert. „Das Fantastische am Segeln ist die physische Herausforderung. Mental musst du damit zurechtkommen, was das Wetter dir bietet und der Seegang. Dann rückst du als Team zusammen. Es geht nicht darum, was dir während des Rennens wiederfährt, sondern darum, wie du damit umgehst.“

Beide Gewinner erhielten Rolex Armbanduhren für ihre Errungenschaften auf dem Wasser, Ausdrücke von Courage und Durchhaltevermögen; Werte, die von Rolex geteilt werden, Titelsponsor des Rennens seit 2002, der jüngst seinen Vertrag mit dem Rennen und dessen Organisator, dem Cruising Yacht Club of Australia (CYCA), verlängerte.

Rolex Sydney Hobart 2014 in Zahlen
5.720 – Gesamtanzahl der in der Geschichte des Rolex Sydney Hobart gestarteten Yachten 2014 markierte die 70. Auflage des Rennens 117 Yachten starteten das Rennen, 103 kamen ins Ziel 3 Tage, 7 Stunden, 4 Minuten und 43 Sekunden – Zeit der Siegeryacht Wild Rose für das 628-Seemeilen-Rennen 2 Tage, 2 Stunden, 3 Minuten und 26 Sekunden – Zeit der Wild Oats XI, um Erste im Ziel zu sein Ragamuffin 100-Eigner/-Skipper Syd Fischer wurde im Alter von 87 älteste Teilnehmer des Rennens überhaupt Tony Cable von der Duende erhöhte seine Rekordzahl der Teilnahmen auf 49 Der Siegerskipper Roger Hickman hat am Rennen 38mal teilgenommen Die Bacardi hat mehr Rennen als jedes andere Boot ins Ziel gebracht: 29 21 Jahre gingen zwischen Wild Roses beiden Rolex Sydney Hobart-Siegen ins Land (das Boot wurde 1993 Wild Oats genannt) 14 Crewmitglieder gehörten zum Siegerteam auf der Wild Rose Die Wild Oats XI hält den neuen Rekord mit 8 Siegen nach gesegelter Zeit beim Rolex Sydney Hobart

Das Rolex Sydney Hobart Yacht Race wird vom Cruising Yacht Club of Australia (CYCA) organisiert und seit 2002 von Rolex gesponsert.

Medienangebote zum Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2014 Ab sofort steht eine Videovorschau bereit. Medienhäuser, die das Video auf ihren Plattformen verwenden wollen, kontakten bitte per Email info@regattanews.com.

Eine ausführliche Pressemappe gibt es jetzt auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Russisch und Spanisch.
Eine ausführliche Feature Story umreißt die Geschichte des Rennens und die enge Verbindung mit dem Titelsponsor Rolex.
Eine Infografik zeigt die Entwicklung des Regattarekords seit der ersten Auflage des Rennens 1945; eine weitere würdigt die bemerkenswerte Reihe der Boote, die das Rennen berechnet in der Gesamtwertung und als Erste im Ziel gewonnen haben.
Der Regattastart wird auf der offiziellen Eventwebsite live zu verfolgen sein.

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