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14/9/14
Emirates Team New Zealand durchbricht die Dominanz von Alinghi und The Wave, Muscat
- Die Kiwis gewinnen ihren ersten Act in diesem Jahr – erstmals seit 2012 siegt ein anderes Team als Alinghi oder The Wave, Muscat bei einem Act.
- Alinghi zeigt eine herausragende taktische Leistung und verhindert einen Sieg von The Wave, Muscat …
- …. aber deren Skipper Leigh McMillan hält dagegen und kann mit dem zweiten Platz vor Morgan Larson den Abstand in der Gesamtwertung der Saison verkleinern.
- Der Kampf um die Führung spitzt sich weiter zu: Zwei Acts stehen in diesem Jahr noch aus und schon in weniger als drei Wochen trifft die Flotte sich in Nizza wieder.
- Sieh dir hier die Highlights aus vier spektakulären Segeltagen in Istanbul an.
Bei Bedingungen, die zu den besten des bisherigen Jahres zählten, lieferte sich die Flotte bei Act 6 der Extreme Sailing Series™ spannende Wettfahrten und belohnte die Fans, die am Ufer und weltweit vor den Bildschirmen die Rennen verfolgten, mit einem bis zur letzten der 31 Wettfahrten äußerst spannenden Kampf um die Spitze. Die zwölf Extreme 40s jagten bei 20 – 23 Knoten Wind mit gerefften Großsegeln Wind über den Rennkurs. Die Führung wechselte nach fast jedem Rennen. Emirates Team New Zealand musste schließlich im letzten Rennen zwei Boote zwischen sich und The Wave, Muscat bringen, um in Istanbul zu gewinnen. Genau das gelang den Kiwis, die damit ihren ersten Act-Erfolg in diesem Jahr feiern konnten. Es war das erste Mal seit 2012, dass ein anderes Team als Alinghi oder The Wave, Muscat, einen Act gewann. „Es ist immer schöner, nach einem erfolgreichen Act in den Flieger zu steigen, als nach einem schlechten. Ich bin von daher sehr froh, wie die Jungs auf unser schlechtes Ergebnis in Cardiff (wo das Team Letztes wurde) reagiert haben. Ab und zu braucht man vielleicht so einen Tritt in den Hintern, damit man nicht vergisst, wie hart man für diese Erfolge arbeiten muss. Wir sind jeden Tag besser geworden, es war en sehr enges, hartes Event“, sagte Skipper Dean Barker.
Vor der letzten Wettfahrt hätte Alinghi den Act rein rechnerisch noch gewinnen können. Doch mit dem Gesamtsieg 2014 im Blick, war es das Hauptziel des Schweizer Team, The Wave, Muscat im Auge zu behalten und einen Sieg dieser Mannschaft zu verhindern. Die Schweizer hatten ihre Hausaufgaben gemacht und wussten ganz genau, wo sie ihren Rivalen am Ende des Rennens haben wollten: Mit Macht drängten sie den Konkurrenten in die Mitte des Feldes ab und verhinderten damit dessen Sieg bei diesem Act. „Wir hatten eine Außenseiter-Chance, das letzte Rennen zu gewinnen, und in der ersten Runde war das auch noch unser Ziel. Da wussten wir noch nicht, was noch passieren würde. Doch zu Beginn der letzten Runde erkannten wir, dass wir dieses Rennen zwar vielleicht vor Emirates Team New Zealand gewinnen könnten, der Preis dafür aber der Gesamtsieg von The Wave, Muscat bei diesem Act gewesen wäre. Wir haben in erster Linie an die Saisonwertung der Series gedacht. Wir ließen Emirates Team New Zealand also ziehen, und ließen uns zurückfallen, um The Wave, Muscat kontrollieren zu können, die stark aufkamen. Die sind so ein gutes Team, sie zogen an einem Boot nach dem anderen vorbei, wir mussten also versuchen, sie zu blocken“, erläuterte Morgan Larson.
Obwohl Leigh McMillan und sein Team auf The Wave, Muscat die Top-Platzierung in Istanbul verfehlten, schafften sie doch, was sie sich vorgenommen hatten: Alinghi zu schlagen und in der Saisonwertung aufzuschließen. Das war für McMillan aber kein echter Trost. Nach den Rennen sagte er: „Es war sehr eng zwischen uns und Emirates Team New Zealand. Leider wollte Alinghi unbedingt verhindern, dass wir hier gewinnen. So haben sie sich während des Rennens uns in den Weg gestellt und uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir sind enttäuscht, denn die letzten beiden Tage sind wie sehr gut gesegelt. Es kommen noch zwei Acts, und bei den vergangenen beiden konnten wir Morgan Larson schlagen. So müssen wir weitermachen. Ob wir hier Erster oder Zweiter geworden sind, ist nicht wirklich wichtig. Es kann auf eine Entscheidung erst in Sydney hinauslaufen, und darauf richten wir unseren Fokus.“
Rob Greenhalghs Oman Air schloss die Regatta mit Rang vier und damit der besten Platzierung der laufenden Saison ab. Damit erreichte das Team mehr als das selbstgesteckte Ziel Platz sechs. Greenhalgh sagte: „Das war wie jedes Mal eine sehr harte Veranstaltung. Aber wir sind Vierte geworden und darüber sehr glücklich. Die Crew hat hart gearbeitet und eine tolle Leistung gezeigt. Wir werden immer besser und arbeiten an den Details. Wir wollen uns alle verbessern, und es ärgert uns, wenn wir Fehler machen. Aber das kommt eben vor, wenn man seine Erwartungen anhebt. Ich hoffe, dass wir das Momentum beibehalten können und auch in Nizza eine starke Leistung abliefern.“
Für das SAP Extreme Sailing Team, das sich kontinuierlich verbesserte, war es ein guter Tag. Am Ende des Sonntags, den die Mannschaft als Achte begonnen hatte, stand ein unangefochtener fünfter Platz. Sechs Punkte dahinter folgte Groupama sailing team –auch für die Franzosen, die diesmal mit Tanguy Cariou als Skipper an den Start gingen, eine Saisonbestleistung. Wenn man als eines der besten Teams der Welt auf diesem Niveau segelt, geht nicht immer alles nach Plan. Das mussten die Franzosen schon am ersten Tag erfahren, als sie einen Mastbruch erlitten. Die Mannschaft verpasste vier Rennen und lag zunächst auf dem letzten Platz. Mit großer Beharrlichkeit, viel Hingabe und einer großen Leistung auf dem Wasser arbeitete sie sich dann noch auf Platz sechs vor und wurde dafür mit dem Land Rover Above and Beyond Award ausgezeichnet. Mehr dazu hier.
In gut zwei Wochen beginnt der vorletzte Act des Jahres im französischen Nizza. Der Kampf um den Sieg spitzt sich immer weiter zu. Alinghi liegt mit 55 Punkten in der Saisonwertung in Führung. Aber der Vorsprung auf The Wave, Muscat ist auf einen einzigen Punkt zusammengeschmolzen. Mit Blick auf Nizza sagte Larson: „Das ist eine frische Veranstaltung. Wir müssen dort einen starken Auftritt hinlegen und gute Resultate anstreben. Jetzt gilt es! Wenn die Dinge in unserem Sinne laufen und wir gute Ergebnisse schaffen, können wir uns auf Sydney freuen. Aber es wird eng. Beim letzten Event in Sydney wird die doppelte Punktezahl vergeben. Ich bin mir sicher, dass die Entscheidung erst im letzten Rennen fallen wird.“
Extreme Sailing Series™, Act 6 in Istanbul, Gesamtwertung nach Tag 4, 31 Rennen (14.09.14)
Rang / Team / Punkte
1. Emirates Team New Zealand (NZL) Dean Barker, Glenn Ashby, James Dagg, Jeremy Lomas, Edwin Delaat 210 Punkte.
2. The Wave, Muscat (OMA) Leigh McMillan, Sarah Ayton, Pete Greenhalgh, Kinley Fowler, Nasser Al Mashari 204 Punkte.
3. Alinghi (SUI) Morgan Larson, Stuart Pollard, Pierre-Yves Jorand, Nils Frei, Yves Detrey 188 Punkte.
4. Oman Air (OMA) Rob Greenhalgh, Ted Hackney, Kyle Langford, Hashim Al Rashdi, Musab Al Hadi 169 Punkte.
5. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Thierry Douillard, Christian Kamp, Brad Farrand 154 Punkte.
6. Groupama sailing team (FRA) Tanguy Cariou, François Morvan, Romain Motteau, Thierry Fouchier, Devan Le Bihan 148 Punkte.
7. J.P. Morgan BAR (GBR) Ben Ainslie, Nick Hutton, Paul Goodison, Bleddyn Mon, Matt Cornwell 143 Punkte.
8. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Nick Blackman, Mark Bulkeley, Shaun Mason, Stewart Dodson 142 Punkte.
9. Realteam by Realstone (SUI) Jérôme Clerc, Arnaud Psarofaghis, Bruno Barbarin, Cédric Schmidt, Thierry Wassem 135 Punkte.
10. GAC Pindar (AUS) Nathan Wilmot, Jack Macartney, Ed Smyth, Seve Jarvin, Tyson Lamond 130 Punkte.
11. Gazprom Team Russia (RUS) Igor Lisovenko, Phil Robertson, Matt Adams, Pete Cumming, Aleksey Kulakov 126 Punkte.
12. TeamTurx (TUR) Mitch Booth, Can Bayülken, Selim Kakis, Deniz Çinar, Anil Berk Baki 85 Punkte.
Extreme Sailing Series™, Gesamtwertung 2014
Rang / Team / Punkte
1. Alinghi (SUI) 55 Punkte.
2. The Wave, Muscat (OMA) 54 Punkte.
3. Emirates Team New Zealand (NZL) 43 Punkte.
4. Realteam by Realstone (SUI) 36 Punkte.
5. J.P. Morgan BAR (GBR) 29 Punkte.
6. SAP Extreme Sailing Team (DEN) 24 Punkte.
7. Oman Air (OMA) 23 Punkte.
8. Gazprom Team Russia (RUS) 23 Punkte.
9. Red Bull Sailing Team (AUT) 23 Punkte.
10. Groupama sailing team (FRA) 20 Punkte.
11. GAC Pindar (AUS) 6 Punkte.
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