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2/10/14
Realteam, Gazprom Team Russia und Groupama sailing team überzeugen an Tag 1 in Nizza
Leichte Winde haben den ersten Tag von Act 7 der Extreme Sailing Series™ im französischen Nizza bestimmt. Zum Auftakt des vorletzten Acts der diesjährigen Welttour zahlte sich am Donnerstag präzise Arbeit aus. Auf dem funkelnden Wasser des Mittelmeers deutete sich dabei ein möglicher Wachwechsel an: Einige der neueren Teams gaben auf dem Rennkurs den Ton an und Realteam überzeugte mit den richtigen taktischen Entscheidungen und der laut SAP sailing analytics schnellsten Bootsgeschwindigkeit. Die Schweizer Mannschaft wurde zweimal Erster und zweimal Zweiter und lag damit am Ende des Tages ganz vorn. Skipper Jérôme Clerc kommentierte: „Bei diesem schwachen Wind ist es noch schwieriger, konstant vorne zu segeln, aber ich denke, wir haben heute die passende Strategie gefunden. Wir müssen mit dieser Einstellung weitermachen und schlechte Rennen möglichst vermeiden.“
Auch Gazprom Team Russia demonstrierte Stärke. Obwohl die Mannschaft in Rennen zwei in Führung liegend einen falschen Kurs einschlug und nicht gewertet wurde, reichten zwei Siege für Platz zwei in der Tageswertung, punktgleich mit dem von Skipper Franck Cammas angeführten französischen Groupama sailing team. Team Russias Skipper Phil Robertson, der erst in Cardiff das Steuer übernommen hatte, erläuterte das Fine-Tuning der Extreme 40 in Leichtwind-Rennen: „Boot und Rigg werden komplett anders eingestellt, die Balance des Boots ist eine völlig andere. Wir diskutieren diese Punkte nach jedem Rennen, fragen uns, ob wir etwas verändern müssen oder nicht, und reden darüber, was wir noch verbessern können. Das hat heute wirklich hervorragend geklappt und die Jungs haben alles gegeben, damit wir schnell unterwegs waren. Die Kunst besteht nun darin, das so weitergehen zu lassen. Wir brauchen noch so einen Tag wie heute. Wir müssen darauf achten, beständig zu segeln. Das ist der Schlüssel.“
Das australische GAC Pindar, das vom olympischen Goldmedaillengewinner Nathan Wilmot angeführt wird, erlebte seinen besten ersten Tag des Jahres. Gute Starts und konstante Leistungen ergaben am Ende des Tages Platz vier. Cool wie stets, kommentierte Wilmot: „Wir haben einfach ein paar gute Rennen eingestreut. Bei diesem leichten Wind bleibt dir etwas mehr Zeit, um zu verstehen, was geschieht. Unser Ziel war es, das Boot schnell zu segeln und uns von Ärger fern zu halten. Das scheint heute gut funktioniert zu haben. Auf dem Rennkurs geht es hart zur Sache, und das kann frustrierend sein. Man muss also sein Hirn anstrengen, um herauszufinden, wo man am besten hinsegelt. Wenn es uns weiterhin gelingt, das Boot so gut über die Strecke zu bringen, werden wir am Ende gut aussehen.“
Ben Ainslie und sein britisches Team J.P. Morgan BAR beeindruckten in den ersten Wettfahrten und schienen in herausragender Form zu sein. Eine Strafe im dritten Rennen nach einem Zusammenstoß mit Alinghi auf der Startlinie kostete dann aber wertvolle Punkte. Die Briten beendeten den Tag auf einem ordentlichen fünften Rang, gleichauf mit Emirates Team New Zealand mit Peter Burling am Steuer, der gerade erst in Spanien seinen Weltmeister-Titel im olympischen 49er verteidigt hat. Matt Cornwell, Bugmann von J.P. Morgan BAR, beschrieb das Geschehen auf dem Rennkurs: „Es war heute sehr tricky, sehr leichter Wind, und es konnte leicht passieren, dass man eben noch unter den ersten drei war, nur um sich dann unter den letzten drei wiederzufinden. Es ist sehr schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber das gilt für alle gleichermaßen. Es gibt einige Teams, die offenkundig etwas frustriert davon sind, aber wir liegen alle noch dicht beieinander.“
Für das führende Team in der Saisonwertung Alinghi und dessen großen Rivalen The Wave, Muscat lief es am Donnerstag weniger gut. Beide hielten sich öfter im hinteren als im vorderen Teil des Feldes auf. Sie teilten sich schließlich mit jeweils 39 Punkten den siebten Platz und haben über die kommenden drei Tage noch einiges aufzuholen.
Oman Air, Red Bull Sailing Team und SAP Extreme Sailing Team konnten zwar eine Handvoll Rennen unter den Top drei beenden. Sie hatten jedoch mit den Schwachwindbedingungen besonders zu kämpfen und lagen zum Schluss auf den Plätzen neun bis elf. Der Eröffnungstag dürfte damit einen guten Vorgeschmack auf das geliefert haben, was noch zu erwarten ist. Häufige Wechsel an der Spitze des Leaderboards dürften der Normalfall sein. Am morgigen Freitag beginnen die Live-Übertragungen im Internet, jeweils ab 15.30 Uhr unter extremesailingseries.com.
Extreme Sailing Series™, Act 7 in Nizza, Zwischenstand nach Tag eins, acht Rennen (2.10.14)
Rang / Team / Punkte
1. Realteam by Realstone (SUI) Jérôme Clerc, Arnaud Psarofaghis, Bruno Barbarin, Bryan Mettraux, Thierry Wasem 51 Punkte.
2. Gazprom Team Russia (RUS) Igor Lisovenko, Phil Robertson, Matt Adams, Pete Cumming, Aleksey Kulakov 48 Punkte.
3. Groupama sailing team (FRA) Franck Cammas, Tanguy Cariou, Valentin Bellet, Arnaud Jarlegan, Devan Le Bihan 48 Punkte.
4. GAC Pindar (AUS) Nathan Wilmot, Seve Jarvin, Hugh Styles, Tyson Lamond, James Wierzbowski 45 Punkte.
5. J.P. Morgan BAR (GBR) Ben Ainslie, Nick Hutton, Paul Campbell-James, Bleddyn Mon, Matt Cornwell 44 Punkte.
6. Emirates Team New Zealand (NZL) Peter Burling, Glenn Ashby, Blair Tuke, Jeremy Lomas, Edwin Delaat 44 Punkte.
7. Alinghi (SUI) Morgan Larson, Anna Tunnicliffe, Pierre-Yves Jorand, Nils Frei, Yves Detrey 39 Punkte.
8. The Wave, Muscat (OMA) Leigh McMillan, Sarah Ayton, Pete Greenhalgh, Kinley Fowler, Nasser Al Mashari 39 Punkte.
9. Oman Air (OMA) Rob Greenhalgh, Ted Hackney, Kyle Langford, Hashim Al Rashdi, Musab Al Hadi 33 Punkte.
10. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher, Mark Bulkeley, Shaun Mason, Stewart Dodson 30 Punkte.
11. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Thierry Douillard, Christian Kamp, Brad Farrand 26 Punkte
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