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8.Extreme 40 Sailing Series 2014, Petertsburg
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26/6/14
Anspruchsvolle Bedingungen an Tag1 in Sankt Petersburg
Auf dem Fluss Newa, vor der weltberühmten Kulisse der Stadt Sankt Petersburg, hat am Donnerstag Act 4 der Extreme Sailing Series™, presented by Land Rover, begonnen. Die Teams kamen mit dem engen Stadionkurs, der teilweise nur 300 Meter breit ist, unterschiedlich gut zurecht. Starke Winddrehungen und ein kräftige Strömung von vier Knoten machten den Crews zu schaffen. Morgan Larson und die Alinghi-Mannschaft glänzten zum wiederholten Male mit einer ganz starken Leistung und schoben sich mit neun Punkten Vorsprung an die Spitze. „Gestern im Training lief es noch ziemlich schlecht. Heute sind wir mit einer ganz anderen Einstellung an den Start gegangen. Wir hatten ordentliche Starts und haben uns bemüht, uns vom Feld frei zu halten. Dadurch hatten wir immer freien Wind. Ein bisschen Glück kam auch noch dazu, und so ist es dann sehr gut für uns gelaufen. Dies ist ein sehr anspruchsvolles Revier, und so wird es auch für den Rest der Woche bleiben.“
Vier Rennen konnten gesegelt werden, bevor die zunehmende Strömung und der abnehmende Wind weitere Wettfahrten unmöglich machten. Race Director Phil Lawrence erläuterte, warum die Rennen vorzeitig beendet wurden: „Heute war es wirklich sehr schwierig für die Segler. Sie haben trotzdem Tolles geleistet. Wir haben vier ordentliche Rennen hinbekommen. Als der Wind dann ganz einschlief, musste ich das fünfte Rennen leider absagen. Das war schade, aber die richtige Entscheidung. Wir wollten dann noch die sechste Wettfahrt starten, aber der Wind war einfach zu schwach.“
Drei Teams teilten sich die vier Siege: Alinghi gewann zwei Wettfahrten, dem Schweizer Realteam und dem Gazprom Team Russia gelang dies jeweils einmal. Jerome Clerc, der Skipper von Realteam, gewann die vorletzte Wettfahrt und strebt nun in Russland die dritte Top-3-Platzierung der Saison an.
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Fotos:© Lloyd Images
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Er erklärte, was heute der Schlüssel zum Erfolg war: „Ich denke, gute Starts sind entscheidend, und uns sind einige davon gelungen. Du musst dann im richtigen Moment die richtige Winddrehung mitkriegen – wenn dir das gelingt, kannst du richtig nach vorne segeln. Wenn du an der ersten Bahnmarke vorne liegst, ist alles weitere ziemlich einfach. Ich würde nicht sagen, dass das Revier hier schwieriger ist als anderswo, aber die starke Strömung hat uns doch vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Wir müssen konstant segeln und als Team gut funktionieren. Dann kommen die Punkte von alleine.“
Sankt Petersburg markiert die Halbzeit der Welttour 2014. Der Druck auf die Mannschaften wächst, je näher das Saisonfinale rückt. Auf der morgendlichen Pressekonferenz, mit der Act 4 offiziell eröffnet wurde, beschrieb Titelverteidiger Leigh McMillan den Wettkampf als „von Jahr zu Jahr härter werdend.“ Sein Team The Wave, Muscat aus Oman, das in der Saisonwertung aktuell auf Rang zwei liegt, blieb dennoch ganz cool. Drei dritte Plätze reichten für Platz zwei auch in der Tageswertung, zwei Punkte vor Realteam.
Auf Platz vier rangiert Emirates Team New Zealand. Das neue Führungsduo aus Taktiker Ray Davies und Peter Burling am Steuer konnte sich dabei im Tagesverlauf kontinuierlich verbessern. Burling, der bei Olympia schon Silber holte, sagte: „Das ist ein ordentlicher Kampf da draußen. Wir sind mit unseren Starts ganz zufrieden und sind gut von der Linie weggekommen. Die Mannschaft trimmt die Segel sehr gut und wir haben immer wieder eine gute Linie gefunden.“
Mehr als 100 nationale und internationale Journalisten waren vor Ort. Viele Zuschauer unterstützen die beiden Heimmannschaften, das mit einer besonderen Einladung teilnehmende Team RussianFirst sowie Gazprom Team Russia. Gazprom’s Igor Lisovenko und Paul Campbell-James teilen den Ehrgeiz, auf dem Heimatrevier erstmals ein russisches Team auf einen Podestplatz zu führen. Nach dem Sieg im zweiten Rennen schienen sie auch auf dem besten Weg dorthin zu sein. Enttäuschende elfte und zwölfte Plätze in den folgenden Rennen sorgten dann aber für viel Frust und Platz acht, einen Punkt hinter Groupama sailing team. „Es war heute sehr tricky. Zu Beginn des Tages hatten wir noch etwas Wind, später reichte er kaum, um gegen den Tidenstrom anzukommen.“, erläuterte Campbell-James. „Außer in einem Rennen hatten wir immer gute Starts. Es ist uns aber nicht gelungen, daraus auch gute Platzierungen zu machen. Das war extrem frustrierend. Wir haben ein Rennen gewonnen, wissen also, dass wir das drauf haben. Wir brauchen einfach noch ein paar gute Rennen mehr und müssen dafür mehr leisten – vielleicht nicht den großen Sprung machen, aber durch viele kleine Schritte nach vorne kommen.“
Olympiasieger Nathan Wilmot erlebte heute sein Debüt im Stadionsegeln. Erst am Vortag war er das erste Mal bei GAC Pindar an Bord einer Extreme 40 gegangen. Mit zwei fünften Rängen konnte er gleich beeindrucken und dabei einige Male routiniertere Mannschaften hinter sich lassen. Nach seinem ersten Tag als Skipper sagte er: „Es war heute sehr interessant. Viele Winddreher und schwierige Bedingungen. Aber es hat auch viel Spaß gemacht. Das war erst der neunte Tag, an dem ich überhaupt einen Katamaran gesteuert habe. Wir müssen erst einmal als Mannschaft zusammenfinden und uns von dieser Basis aus weiterentwickeln.“ Die australische Truppe beendete den Tag auf Rang neun, einen Punkt hinter Gazprom Team Russia. Schon heute zeichnete sich ab, dass es eine extrem enge und hart umkämpfte Woche des Stadionsegelns wird.
Trotz der schwierigen Bedingungen, die zu vielen Wechseln an der Spitze führten, waren sich alle Teams einig, dass Sankt Petersburg einen spektakulären Rennkurs zu bieten hat. Noch vor dem Start der Rennen hatten das Land Rover Extreme Sailing Team und das SAP Extreme Sailing Team die weißen Nächte genutzt, um im Herzen Sankt Petersburgs vor einer fantastischen Stadt-Kulisse bis in die frühen Morgenstunden hinein zu segeln. Ergebnisse und weiter Informationen auf der offiziellen Website www.extremesailingseries.com.
Extreme Sailing Series™ Act 4, Sankt Petersburg, presented by Land Rover, Zwischenstand nach Tag 1, vier Rennen (26.06.14)
Rang / Team / Punkte
1. Alinghi (SUI) Morgan Larson, Stuart Pollard, Pierre-Yves Jorand, Nils Frei, Yves Detrey 37 Punkte.
2. The Wave, Muscat (OMA) Leigh McMillan, Sarah Ayton, Pete Greenhalgh, Kinley Fowler, Nasser Al Mashari 28 Punkte.
3. Realteam by Realstone (SUI) Jérôme Clerc, Arnaud Psarofaghis, Denis Girardet, Bryan Mettraux, Thierry Wassem 26 Punkte.
4. Emirates Team New Zealand (NZL) Peter Burling, Ray Davies, Blair Tuke, Jeremy Lomas, Edwin Delaat 25 Punkte.
5. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Thierry Douillard, Peter Wibroe, Nicolai Sehested 22 Punkte.
6. J.P. Morgan BAR (GBR) Ben Ainslie, Nick Hutton, Paul Goodison, Phil Sparks, Matt Cornwell 20 Punkte.
7. Groupama sailing team (FRA) Franck Cammas, Romain Motteau, Tanguy Cariou, Thierry Fouchier, Devan Le Bihan 17 Punkte.
8. Gazprom Team Russia (RUS) Igor Lisovenko, Paul Campbell-James, Matt Adams, Pete Cumming, Aleksey Kulakov 16 Punkte.
9. GAC Pindar (AUS) Nathan Wilmot, Troy Tindill, Ed Smyth, Seve Jarvin, James Wierzbowski 15 Punkte.
10. Oman Air (OMA) Rob Greenhalgh, Tom Johnson, Kyle Langford, Hashim Al Rashdi, Musab Al Hadi 11 Punkte.
11. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher, Mark Bulkeley, Nick Blackman, Stewart Dodson 7 Punkte.
12. RussianFirst (RUS) Georgy Shayduko, Sergey Dzhienbaev, Pavel Kalinchev, Leonid Kazinets, Pavel Karachov 4 Punkte.
© Lloyd Images
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