Kieler Woche 2014

21. bis 29. Juni 2014
www.kieler-woche.de - Übersicht
20.06.2014
Olympiasieger Mathew Belcher favorisiert

Angeführt vom Weltsegler des Jahres 2013, dem australischen Multi-Talent Mathew Belcher, startet am morgigen Sonnabend mit dem ersten Startschuss um 12 Uhr eine elitäre Flotte von Seglern in den olympischen Klassen in die Kieler Woche (21. bis 29. Juni). Die Olympia- und Paralympics-Aspiranten in insgesamt zehn Klassen ziehen im 132. Jahr der Veranstaltung bis zum Mittwoch (25. Juni) die Aufmerksamkeit auf sich - ebenso wie die Seesegler, die mit dem Welcome-Race (Sonnabend, 9.30 Uhr) in die deutsche Meisterschaft starten. Die Titelrennen werden ebenfalls am Mittwoch entschieden sein. Für die Yacht-Einheitsklassen gehen die Regatten dagegen von Sonnabend bis Dienstag. Ab Mitte kommender Woche folgen dann die 14 internationalen Klassen, unter denen die 29er bei ihrer Europameisterschaft das größte Feld stellen.

Begleitet wird das Segelspektakel von einem medialen Aufwand, der zu den vergangenen Jahren noch einmal eine weitere Aufwertung erhält. Zehn Kameras setzen das Geschehen ins Szene, über Richtfunk, WLAN und LTE werden die Bilder an Land übertragen und dort im eigenen Studio in Schilksee geschnitten, mit 3D-Grafiken unterstützt und von fachkundiger Moderation erläutert. Kieler Woche TV, das täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr in Schilksee direkt auf den Großbildschirm übertragen wird, zudem im Internet abrufbar ist, setzt damit weltweit Maßstäbe. Und das wissen auch die Segler zu honorieren.
„Die sportlichen Höhepunkte in diesem Jahr sind für uns die Weltmeisterschaft in Santander und das olympische Testevent in Rio. Aber medial ist die Kieler Woche der Höhepunkt", sagt Susann Beucke (Strande), die als Vorschoterin von Tina Lutz (Chiemsee) ihren Kieler-Woche-Titel im Frauen-Skiff 49erFX verteidigen möchte. Es wird eine schwere Aufgabe, denn das Feld in dieser Klasse ist hochklassig besetzt. Die fünf deutschen Frauen-Crews müssen sich unter anderem gegen die olympische Silbermedaillen-Gewinnerin im Match Race von 2012, Olivia Price (Australien), beweisen. Insgesamt sind sechs Crews aus den Top-Ten der WM 2013 am Start.

Ein Mammutfeld von 73 Duos bringen die 49er-Männer an den Start. Die 15 Crews starke deutsche Flotte wird hier angeführt von Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel), die auf ihrem Heimatrevier den Top-Teams aus dem Weltcup das Heck zeigen wollen.

Der Super-Star der Kieler Woche segelt indes im 470er vor Kiel. Mathew Belcher gewann 2012 Olympia-Gold, wurde im Herbst vergangenen Jahres zum Weltsegler des Jahres gekürt und schließlich in diesem Frühjahr zum Skipper des australischen Amercia's Cup-Team berufen. An ihm und seinem Vorschoter Will Ryan wird vor Kiel kein Weg zum Sieg vorbei führen.

Der Weltmeister von 2010 bis 2013 ist von der Kieler Woche begeistert: „ Ich liebe die Atmosphäre hier. Kiel investiert viel in die mediale Präsenz und tut viel für das Publikum, damit es die Regatten verfolgen kann. Zudem ist es immer gutes Segeln hier. Die Kieler Woche gibt es immerhin schon seit über einhundert Jahren, und sie ist ein Teil der Segel-Geschichte. Es ist toll hier hoch zu kommen.“

Belchers Vorschoter Will Ryan definiert seine Ziele in Kiel mit einem Augezwinkern: „ Das ist immer eine schwierige Frage. Ich glaube aber, wir sind konkurrenzfähig. Am Ende möchten wir einfach niemanden vor uns haben. Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass es großartige Segler hier gibt, und gerade die lokalen deutschen Teams sind hier schwer zu schlagen.“

Trainer Viktor Kovalenko weiß um die Stärken seines Teams: „Zuerst einmal sind es beide großartige Segler und großartige Persönlichkeiten. Ich liebe es mit Ihnen zu trainieren und zu sehen, dass sie auf dem Top-Level segeln und ja auch meistens gewinnen.“ In Kiel gewann Belcher bereits zweimal die Kieler Woche (2010 und 2011). Da allerdings noch mit Vorschoter Malcom Pade. Für Ryan wäre es der erste Kieler-Woche-Erfolg.

Zu den stärksten Konkurrenten im kleinen exklusiven 470er-Feld mit 24 Startern aus allerdings zwölf Nationen zählen die Schweden Anton Dahlberg/Frederik Bergström (Weltranglisten-Vierter) und die Weltranglisten-Sechsten Panagiotis Mantis aus Griechenland. Die deutschen Hoffnungen ruhen auf die Nationalmannschafts-Crews Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (München) und Jasper Wagner/Dustin Baldewein aus Berlin. Auch die Brüder Julian und Philipp Autenrieth (München) sind immer für eine Überraschung gut.

Bei der Strahlkraft Belchers stehen die weiteren Klassen zwar etwas im Schatten, doch auch die 470er-Frauen, die Mixed-Teams im Nacra 17, die Finn-Männer und die Laser (Fruaen und Männer) werden hochklassige Wettkämpfe liefern, da ist sich Deutschlands Segler des Jahres, Philipp Buhl (Kiel), sicher. Er trifft im Laser auf 91 Konkurrenten und damit das größte Kieler-Woche-Feld bei den olympischen Klassen. "Mein Ziel ist zwar die Titelverteidigung, aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn mit dem Neuseeländer Mike Bullot ist immerhin der Vize-Weltmeister von 2009 am Start", sagt Buhl, der für sich und alle anderen Teilnehmer an der Kieler Woche um die Bedeutung des Events weiß: „Medial ist es weltweit das beste Event im olympischen Bereich."

Wenn am Sonnabend um 12 Uhr die Olympia-Klassen auf der Außenförde in ihre Regatten starten, sind die Dickschiff-Segler schon zweieinhalb Stunden auf dem Wasser. Ihr Startschuss fällt um 9.30 Uhr vor dem Sportboothafen Düsternbrook. Neben den Rennen der Anwärter auf den nationalen Titel wird auch der Auftritt des MOD70-Trimarans "Musandam Oman" erwartet, der bei entsprechenden Windbedingungen den Streckenrekord von Kiel nach Eckernförde brechen könnte.

Dazu muss der 21 Meter lange Trimaran um Skipper Damian Foxall (Irland) mit seiner multinationalen Crew die Bestzeit des „SAP Extreme 40“ vom Vorjahr brechen. Der 12-Meter-Kat brauchte allerdings nur zwei Stunden, sechs Minuten und 50 Sekunden für die 28-Seemeilen-Strecke. Das sind knapp 14 Knoten (mehr als 25 km/h) im Schnitt.
„Vom Speed her könnten wir das sicher schaffen“, meint Crewmitglied Tim Kröger, „denn die Windstärke scheint ja zu stimmen. Allerdings ist die vorhergesagte Richtung nicht so günstig.“ Westnordwest der Stärke vier soll es geben. Der zweimalige Weltumsegler und America’s Cup-Teilnehmer aus Hamburg ist neben der nach Frankreich ausgewanderten Anna-Maria Renken einer von zwei Einheimischen an Bord des Trimarans, der bereits 2012 beim Auftakt des European Circuits das Kieler Publikum begeisterte.

Nach dem Start des Welcome Races stehen um 12 Uhr die Starts der olympischen Klassen auf dem Plan.
Bereits 2011 gewann Mathew Belcher die Kieler Woche
Regattatermine der Kieler Woche 2014 (21. bis 29. Juni) Olympischer Teil, EUROSAF Champions Sailing Cup, 21. - 25 Juni: Charlie: 470er - M + W Echo: Laser Standard - M Golf: 2.4mR/open, Sonar/open Hotel: 49er - M Juliett: Nacra 17 – Mix, 49er FX - W Kilo: Laser Radial - W, Finn - M

Internationaler Teil, 26. – 29. Juni: Charlie: Formula 18, Hobie 16 Delta: 505er, FD Echo: 420er Foxtrott: J 24, Folkeboot, B/one Golf: Musto Performance Skiff (Euro-Cup) Hotel: 29er /ab Mittwoch, 25. Juni India: 29er /ab Mittwoch, 25. Juni Juliett: Europe, Laser Radial open, Laser 4.7 Kilo: Contender, OK

Seebahnen, 21. – 28. Juni: 21. – 22. Juni: Welcome Race*: (ORC-Club I –III, ORC-Int. I-III, Albin Ballad, X-79, Multihull) 21. – 24. Juni: Kiel-Cup Foxtrott (Melges 24, J/70, Platu 25, J/80, SB 20, Albin Express) 23. – 25. Juni: Kiel-Cup Alpha (ORC-Int. I-III)* 26. – 27. Juni: Silbernes Band (ORC-Club I-III) 28. Juni: Senatspreis (ORC-Club I-III) * IDM Seesegeln, 21. – 25. Juni: IDM Seesegeln ORC-Int. I-III

Hermann Hell

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