Kieler Woche 2014

21. bis 29. Juni 2014
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26.06.2014
Kieler Woche - 21. bis 29. Juni 2014 Kiel bereit für Olympische und Paralympische Spiele

Kiel und die Olympischen Spiele: Diese „wunderbare Geschichte" könnte nach 1936 und 1972 eine dritte Fortsetzung finden. Zumindest wenn es nach dem Rat der Stadt und dessen frisch gewählten OB Ulf Kämpfer geht. Beim Seglerfrühstück der Schleswig-Holsteinischen Sportjournalisten und der Kiwo-veranstaltenden Vereine verkündete der Verwaltungschef der Landeshauptstadt, dass Hamburg in enger Abstimmung mit Schleswig-Holstein die Möglichkeiten einer Bewerbung für Olympia erarbeiten wolle. Und Kiel wäre bereit, den Segelpart zu übernehmen, so der OB.

Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und Markus Siebrecht (Leitung des Marketing Deutschland der AUDI AG) beim Seglertreff in Kiel
Foto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de
Wenn Hamburg sich beim Thema Olympia zu Schleswig-Holstein bekennt, dann wäre Rostock als Konkurrent schon mal außen vor, so Kämpfer. Und auch im Vergleich mit Travemünde habe die Landeshauptstadt als Standort des Bundesleistungszentrums und aufgrund seiner Infrastruktur die besseren Karten: „Die Revierkenntnisse sind ein Vorteil für die Athleten, den man nicht aus der Hand geben sollte." Offiziell hat Kiel seinen Ring aber noch nicht in den Hut geworfen: „Es wäre sicher unklug, dabei schneller zu sein als Hamburg. Aber wir werden das Thema nicht verpennen. Es wurde im Rat bereits diskutiert, und ich wurde aufgefordert meine Hand für Olympia zu heben", sagte Kämpfer.

Einhergehend mit Olympia wäre dann auch die Austragung der paralympischen Wettbewerbe. Und dafür hat sich die Landeshauptstadt bereits in Stellung gebracht. Seit dieser Kieler Woche hat die neue Rollstuhlrampe zum Steg das Segelereignis auch bei den paralympischen Startern in der Gunst deutlich steigen lassen. „Bisher war Kiel der Regatta-Ort, an den wir Rollstuhlfahrer nicht fahren wollten, um uns nicht kompliziert auf den Steg hieven zu lassen", sagte Robert Prem, zweimaliger paralympischer Medaillengewinner an Bord der Sonar von Jens Kroker. Jetzt habe man ein Vorzeigeobjekt. „Der einzige Nachteil der Rampe ist, dass ich die abfahren kann, ohne nachzudenken. Rampen an anderen Orten sind so steil, dass man das Befahren schon als Warmmach-Programm nutzen kann", sagte Crew-Kollege Siegmund Mainka mit einem Schmunzeln.

Motor für den Bau der Anlage war seit rund einem Jahrzehnt Heiko Kröger, Paralympics-Sieger von 2000 im 2.4mR und ehemals Sportler des Jahres in Kiel. „Bei diesem Thema war ich ein bisschen der Terrier. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, das Behinderte und Nicht-Behinderte zu 100 Prozent gleichberechtigt sind. Da dürfen die Finanzen nicht entscheidend sein", so Kröger.

Genau das waren sie aber, wie Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar bestätigte. Als die Entscheidung aber erst einmal gefallen war und die Mittel von Bund, Land und Stadt bereitstanden ging alles sehr schnell, lobte Kröger. Der Wunschzettel der paralmpischer Segler ist indes noch nicht abgearbeitet. „Wenn im kommenden Jahr auch noch die Skud18-Segler zur Kieler Woche kommen sollen, brauchen wir ein bis zwei Handkräne auf dem Steg. Denn dort ist auch immer ein Schwerstbehinderter mit an Bord", sagte Jens Kroker.

Die Stadt Kiel scheint für das Thema zugänglich. „Die Kräne sind meines Wissens nicht so teuer. Ich bin da guter Hoffnung", so Tovar. Das eröffnet möglicherweise auch die Chance auf die Austragung von Weltmeisterschaften im 2.4mR, Sonar oder Skud18. „Paralympische Worlds sind möglich, ob innerhalb oder außerhalb der Kieler Woche - das muss man mit den Klassen besprechen", sagte Peter Ramcke, der oberste Wettfahrtleiter.

Hermann Hell

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