Kieler Woche 2014

21. bis 29. Juni 2014
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28.06.2014
29er: Deutsche Crews kämpfen um EM-Medaillen

Absagen wegen zu starkem oder schwachem Wind hatte die Kieler Woche in diesem Jahr schon, was fehlte, war ein Gewitterabbruch. Der folgte am Sonnabend. Die meisten Klassen hatten ein Rennnen geschafft, als die schwarze Wand über Schilksee aufzog. Organisationsleiter Peter Ramcke beorderte die Flotten in den Hafen und hatte die Segler an Land, bevor die Blitze zuckten und der große Regen einsetzte. Für die Laser, Europes, 420er sowie Flying Dutchman und 505er begann damit aber das lange Warten. Denn für sie war noch am Abend ein weiteres Rennen geplant, da sie bisher erst ein schmales Programm geschafft hatten. Um 18 Uhr nach fünf Stunden Wartezeit kam das endgültige Aus. Alle Wettfahrten wurden auf Sonntag ab 10 Uhr geschoben.

Die 29er gehörten bei ihrer Europameisterschaft im Rahmen der Kieler Woche zu den Gewinnern des Tages. Auf der landnahen Bahn unter den Objektiven der TV-Kameras hielt der Wind für zwei kurze Rennen. Damit gelang den jugendlichen Skiffsegler quasi der Neustart. Denn am Freitag wurde die Vorrunde abgeschlossen und lediglich die Platzierung daraus nahmen die Crews als Punktzahl mit in die Finalrunde.

Das passte insbesondere den deutschen Medaillen-Anwärtern Jasper Steffens/Tom-Lennart Brauckmann (Kiel) ins Konzept. Dann sie waren nur schwach in die Qualifikationsserie gestartet, arbeiteten sich aber bis auf Platz 13 nach der ersten Hälfte vor und blieben damit nach Punkten in Schlagdistanz zu den vorderen Plätzen. Mit zwei guten Plätzen (5, 7) zum Auftakt der Finalrunde schoben sie sich gar bis auf Platz fünf vor und sind nun beste deutsche Mannschaft, während die Spanier Nil Mas/Oriol Mahiques die Spitze übernahmen.
„Wir haben nicht so begonnen, wie wir uns das vorgestellt haben. Nach dem ersten Tag haben wir lieber gar nicht auf die Liste geguckt, um uns nicht deprimieren zu lassen. Umso schöner, dass wir so gut zurückgekommen sind", sagte Jasper Steffens. „Unser Ziel auf eine Top-Platzierung besteht weiter. Bis zu den Medaillenplätzen sind es nur ein paar Punkte", freute sich Tom-Lennart Brauckmann über den Modus.

Nach den sechstplatzierten Düsseldorfer Brüdern Ingmar und Henrik Vieregge folgen die Kieler Jacob Clasen/Luke Willim schon auf Platz acht. Das liegt weit über den Erwartungen der Crew, die erst im vergangenen Jahr zusammengestellt worden ist. „Eine Platzierung unter den Top-25 war das Ziel. Das klappt bisher sehr gut. Für die WM in Kanada in vier Wochen haben wir uns das gleiche Ziel gesetzt", sagte Jacob Clasen, der nach der WM in den 49ern umsteigen wird. Der drei Jahre jüngere Luke Willim bleibt der Klasse indes noch treu: „Ich bin im Herbst aus dem Opti ausgestiegen, und es war immer klar, dass ich gern Vorschoter im 29er sein würde. Ich werde mich nun mit unserem Trainer Patrick Böhmer zusammensetzen und nach einem neuen Steuermann suchen."

Unglücklich verlief der Tag zumindest beim ersten Versuch für die Laser und Europes. Sie hatten einen Teil des Kurses abgesegelt, als der Wind komplett einbrach und das Rennen abgebrochen werden musste. Für Laser Radial-Seglerin Constanze Stolz war das allerdings kein Problem. Die Wahl-Kielerin nutzt den zweiten Teil des Segelereignisses vor allem zum Training: „Der olympische Teil war für uns Mädchen wichtiger. Jetzt bereiten wir uns schon auf die Junioren-Europameisterschaften auf dem Gardasee in zwei Wochen vor." Vor allem im Startverfahren ließe sich Wettkampfhärte üben, da die Jungs auf dem Kurs laut Stolz deutlich aggressiver agieren würden. Nach zwei Wettfahrten liegt Stolz auf Platz 13, ihre Kader-Kollegin Lena Haverland führt das Feld an.

Im stark besetzten Feld der 505er müssen die Heimcrews dagegen noch etwas nachlegen. Der fünfmalige Weltmeister und Rekord-Kieler-Woche-Sieger Wolfgang Hunger ist mit Julien Kleiner lediglich Neunter. Der dänische Weltmeister von 2012, Jan Saugmann, verteidigte die Spitze. „Es ist eine unglaubliche Qualität in dem Feld mit vielen Mannschaften, die ehemals olympischen Kampagnen gefahren sind und Welt- oder Europameistertitel gewonnen haben", befand Rolf Meyer (Dümmer), der mit seiner Tochter Leonie segelt, die im „wahren" Sportlerleben mit Elena Stoffers im 49erFX um ein Olympiaticket kämpft.
„Der 505er ist ein tolles Boot, und es macht viel Spaß, mal abseits des Skiffs in solch einem großen Feld zu segeln. Wir werden auch noch die deutsche Meisterschaft segeln. Leider liegt die WM der 505er zu dicht an den Worlds der Olympiaklassen dran. Daher kann ich da nicht mit meinem Vater segeln", sagte Steuerfrau Leonie Meyer.

Nach dem schwierigen Sonnabend gehen weitere fünf deutsche Teams als Führende in den Abschlusstag der 132. Kieler Woche. Die Crew von Ulf Kipcke (Kiel) liegt im Folkeboot vorn, Tom Schreyack/Marlon Wollschläger (Kellenhusen) im Hobie 16, Tobias Feuerherdt (Hamburg) mit seiner Crew in der J/24, Moritz Paschen (Potsdam) im Laser 4.7, und Frithjof Schwerdt (Kiel) verteidigt souverän seine Führung im Musto Skiff.

Kieler Woche im Ergebnis - Internationale Klassen 29er EM: 1. Nil Mas / Oriol Mahiques (ESP,5/8/1) Punkte 14; 2. Emil Järudd / Fabian Bergmann(SWE,1/2/11) 14; 3. Jim Colley / Shaun Connor (AUS,3/15/2) 20; 4. Adrian Salamon / Julius Hallstrom (SWE,10/4/6) 20; 5. Jasper Steffens / Tom Lennart Brauckmann (Kiel,13/5/7) 25; 6. Ingmar Vieregge / Henrik Vieregge (Alsdorf,9/17/3) 29;

420er (3): 1. Jose Manuel Ruiz / Fernando Davila Ponce De Leon (ESP,1/1/3) Punkte 5; 2. Maor Abu / Yoav Rooz (ISR,1/2/5) 8; 3. Swann Hayewski / Alexis Thomas (FRA,7/3/3) 13; 4. Lizzy Mcdowell / Cara Mcdowell (IRL,2/14/6) 22; 5. Kimberly Lim / Savannah Siew (SIN,6/4/13) 23; 6. Jia Yi Loh (SIN,7/4/12) 23;

505er (2): 1. Jan Saugmann / Jakob Karbo (DEN,1/2) Punkte 3; 2. Jan-Philipp Hofmann / Felix Brockerhoff (Langenfeld,2/3) 5; 3. Cédric Bart / Laurent Grob (SUI,6/7) 13; 4. Tina Plattner / Mike Martin (RSA,3/12) 15; 5. Harald Möser / Johannes Tellen (Kiel,11/5) 16; 6. Mike Holt / Rob Woelfel (USA,12/6) 18;

Contender (4): 1. Søren Dulong Andreasen (DEN,2/5/3/2) Punkte 12; 2. Jesper Nielsen (DEN,3/6/1/3) 13; 3. Christoph Engel (Hamburg,5/3/2/4) 14; 4. Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder,8/10/4/1) 23; 5. Volker Niediek (Braunschweig,1/16/5/7) 29; 6. Christoph Homeier (Bremen,20/2/7/8) 37;

Europe (2): 1. Kristoffer Rosmo (NOR,1/1) Punkte 2; 2. Anna Munch (DEN,3/2) 5; 3. Lars Johan Brodtkorb (NOR,6/3) 9; 4. Janika Puls (Ratzeburg,7/4) 11; 5. Anna Livbjerg (DEN,4/7) 11; 6. Gustav Wantzin (DEN,2/10) 12;

Flying Dutchman (3): 1. Szabolcs Majthényi / András Domokos (HUN,1/2/1) Punkte 4; 2. Jørgen Bojsen-Møller / Jacob Bojsen-Møller (DEN,3/3/2) 8; 3. Kilian König / Johannes Brack (Waldeck,4/4/3) 11; 4. Dirk Bogumil / Michael Lisken (Berlin,10/1/4) 15; 5. Kay-Uwe Lüdtke / Kai Schäfers (Stechlin,2/12/5) 19; 6. David Thiemann / Mathias Haase (Wunstorf,5/10/6) 21;

Folkeboote (5): 1. Ulf Kipcke / Dieter Kipcke, Gero Martens (Neumünster,(8)1/3/1/5 Punkte 10; 2. Per Buch / Hans Schultz, Tobias Forman (DEN,2/2/2/5(6)) 11; 3. Sönke Durst / Karsten Butze Bredt, Lukas Brüning (Strande,3/7/4/4(12)) 18; 4. Rainer Hasselmann / Jochen Bobbert, Gernot Meyer (Essen,4/5/7/3(11)) 19; 5. Thomas Müller / Udo Pflüger, Mario Wagner (Hamburg,1(17)12/2/8) 23; 6. Walther Furthmannn / Hans Christian Mrowka, Paul Girolstein (Kiel,(10)6/6/8/3) 23;

Formula 18 (3): 1. Tim Sandberg / Joergen Beyer Stroemquist (NOR,5/1/3) Punkte 9; 2. Jörg Gosche / Hannes Pegel (Bremen,1/9/2) 12; 3. Mikko Räisänen / Oliver Hartas (FIN,4/5/8) 17; 4. Helge Sach / Christian Sach (Zarnekau,2/12/4) 18; 5. Sven Lindstädt / Maren Odefey (Norderstedt,3/3/14) 20; 6. Dieter Maurer / Katrin Oldenburg (Siek,11/7/6) 24;

Hobie 16 (3): 1. Tom Schreyack / Marlon Paul Wollschläger (Hoisdorf,1/3/4) Punkte 8; 2. Knud Jansen / Rolf Neu (Kiel,4/4/6) 14; 3. Lauritz Bockelmann / Kim Liedtke (Faßberg OT Poitzen,3/1/11) 15; 4. Ingo Delius / Sabine Delius-Wenig (Bielefeld,2/10/5) 17; 5. Detlef Mohr / Karen Wichardt (Reinfeld,12/6/1) 19; 6. Horst Miera / Otte Julia (Hamburg,7/2/10) 19;

J/24 (5): 1. Tobias Feuerherdt / Jan-Marc Ulrich, Wolle Panuschka, Tobias Peters, Justus Kellner (Kiel,3(19)1/5/10) Punkte 19; 2. Mike Ingham / Marianne Schoke, Max Holzer, Scott Ikle, Klaus Walkusch (USA,6/11/2/2(21)) 21; 3. Frank Schönfeldt / Nicklas Feuerstein, Finn Möller, Till Krüger, Thorsten Sperl (Hamburg,(27)17/3/1/1) 22; 4. Johann Huhn / Jannik Ochen, Fabian Damm, Jonas Lyssenski, Hendrik Preuß (Hamburg,1(15)8/8/14) 31; 5. Jan Kähler / Olaf Zietz, Roland Böhm, Ole Harder (Hamburg,(16)2/9/16/5) 32; 6. Paul Ost / Jan Lüneberg, Tim Schuhmacher, Felicia Moeltzner, Florian Schlitter (Berlin,20/4/7(26)4) 35;

Laser 4.7 (2): 1. Moritz Paschen (Stahnsdorf,1/3) Punkte 4; 2. Nico Steenbuck (Lengede,4/1) 5; 3. Anna Skaar (NOR,2/5) 7; 4. Alexander Dahl Hogheim (NOR,9/4) 13; 5. Mads Severin Hassum-Olsen (NOR,8/10) 18; 6. Jasper Janik Paulsen (Dänischenhagen,12/8) 20;

Laser Radial open (2): 1. Lena Haverland (Kiel,1/6) Punkte 7; 2. Anna Pohlak (EST,6/2) 8; 3. Vejas Pajarskas (LUT,5/4) 9; 4. Viktorija Andrulyte (LUT,10/1) 11; 5. Karolis Janulionis (LUT,11/3) 14; 6. Pia Kuhlmann (Wunstorf,3/12) 15;

Musto Performance Skiff (5): 1. Frithjof Schwerdt (Kiel,(3)1/1/3/1) Punkte 6; 2. Ben Schooling (GBR,1/7/6(9)2) 16; 3. Iver Ahlmann (Büdelsdorf,4(11)8/1/3) 16; 4. Richard Stenhouse (GBR,2/5/5/4(11)) 16; 5. Alastair Conn (GBR,6/2/7/2(8)) 17; 6. Alexander Greil (SUI,7/4/4(12)9) 24;

OK-Jolle (4): 1. Bo Petersen (DEN,1/1/1/1) Punkte 4; 2. Greg Wilcox (Potsdam,6/2/2/9) 19; 3. Jörgen Lindhardtsen (DEN,2/9/6/8) 25; 4. André Budzien (Schwerin,14/3/3/6) 26; 5. Gunter Arndt (Flensburg,4/12/10/3) 29; 6. Pawel Pawlaczyk (POL,9/4/16/2) 31;

Der dänische Weltmeister von 2012, Jan Saugmann, verteidigt die Spitze in einem stark Besetzten 5O5er Feld Foto: Kieler Woche / OKpress

Zur Zeit auf Platz fünf und damit bestest deutsches Team Jasper Steffens / Tom Lennart Brauckmann Foto: Kieler Woche / OKpress

Hermann Hell

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