Langenargen, 8. Juni 2014
Alpari World Match Racing Tour Stop
Langenargen / Bodensee
Pressemitteilung 012/ MRG 2014
Erst die Flaute, dann der Viertelfinalkrimi
– ein Weltmeister ist K.o, der andere führt im Halbfinale
. Der vierte Tag im Match Race Germany dürfte als einer der ungewöhnlichsten in die Geschichte von Deutschlands führendem Duellsegel-Klassiker eingehen. Acht Stunden lang bemühten sich Wettfahrtleiter Rudi Magg und die Profi-Crews in der hartnäckigen Sommerflaute auf dem Bodensee vergeblich um die Austragung der Viertelfinalrunde. Als es gegen 16 Uhr in der Kressbronner Bucht endlich losging, ließen sich die Segler nicht lange bitten.
Schwedens bester Matchracer Björn Hansen bezahlte die eigene Wahl seines Viertelfinalgegeners Mathieu Richard (LunaJets) teuer, hatte sich tatsächlich – so heißt es in Matchrace-Kreisen – sein eigenes Gift gewählt. Die Franzosen schickten die Skandinavier zügig und souverän mit 2:0 vom Kurs. Hansens Crew-Mitglied Phillip-Kai Guhle sagte: „Wir waren nach der langen Wartezeit einfach nicht wach und konmzentriert genug. Wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Dennoch erreichte Hansen mit Platz fünf sein bestes Ergebnis im Match Race Germany. Ebenso klar setzte sich Keith Swintons australisches Team Alpari FX gegen den amtierenden Weltmeister Taylor Canfield und dessen Team USone mit 2:0 durch – das Aus für die co-favorisierten Steuermann von den amerikanischen Jungferninseln. Der sympathische Skipepr gratulierte den Siegern fair: „Sie haben uns heute ausgesegelt. Sie waren sehr gut und wir müssen unser Spiel verbessern, denn wir wollen natürlich den WM-Titel verteidigen.“
Die dritte Viertelfinalbegegnung verlief umkämpft wie ein Krimi: Das neuseeländische Team Waka Racing mit dem 27-jährigen Steuermann Phil Robertson übernahm zunächst die Führung, doch der 22-jährige David Gilmour konnte postwendend zum 1:1 ausgleichen. Im alles entscheidenden Rennen setzte sich im Down-Under-Duell schließlich der erfahrenere Neuseeländer Robertson gegen den australischen Tour-Neueinsteiger David Gilmour durch, dessen Vater Peter Gilmour das Match Race Germany 2004, 2005 und 2006 dreimal in Folge gewinnen konnte und zu den Gründervätern der Alpari World Match Racing Tour zählt. Robertson hatte sich als Zweiter hinter Vorrundengewinner Ian Williams seinen Viertelfinalgegner selbst wählen dürfen. Phil Robertsons Plan war aufgegangen: „Ich hatte David Gilmour gewählt, weil er die wenigste Erfahrung von allen Tour-Skippern mitbringt und die wenigste Erfahrung hier auf dem Bodensee.“
Direkt im Anschluss an die Viertelfinalduelle wurden noch auf dem Wasser die Halbfinalduelle zusammengestellt. Dieses Mal durfte sich der als Vorrundensieger direkt ins Halbfinale eingezogene viermalige britische Weltmeister Ian Williams unter den drei siegreichen Viertelfinalisten einen Halbfinalgegner wählen. Williams Wahl fiel auf Mathieu Richards LunaJets. Das zweite Halbfinalduell tragen die Teams von Keith Swinton und Phil Robertson aus.
Im ersten Durchgang setzte sich Williams klar gegen Richard durch, weil sich die Franzosen einen Frühstart geleistet hatten und noch einmal zur Linie zurückkehren mussten. Anschließend hatten sie keine Chance mehr, das Blatt noch zu ihren Gunsten zu wenden. Der zweite Durchgang dieses Duells verlief kurios. Richard hatte sich nach gewonnenem Start einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, als der Wind immer flauer wurde. Aufgrund einer Fehlkommunikation an Bord der Briten dachte Williams, die Wettfahrtleitung hätte das Match abgebrochen und startete den Motor der Bavaria 40S. Der Abbruch aber hatte noch gar nicht stattgefunden. Nun hätte Richard das Rennen lediglich zu Ende bringen müssen und hätte es so oder so gewonnen, weil Williams sich aufgrund des gestarteten Motors selbst disqualifiziert hatte. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit den Franzosen, die wenige Meter vor dem Ziel bei null Wind immer weiter von der Linie wegtrieben und den Siegpunkt partout nicht einheimsen konnte. Schließlich musste die Wettfahrtleitung das Match ebenso abbrechen wie den zweiten Durchgang der anderen Halbfinalbegegnung, nachdem zuvor Keith Swinton mit 1:0 gegen Phil Robertson in Führung gegangen war.
Der Deutsche Grand Prix der Alpari World Match Racing Tour wird am Pfingstmontag mit den Halbfinalbegegnungen fortgesetzt und endet am frühen Nachmittag mit dem Finale und der großen Siegerehrung. Wettfahrtleitung und Schiedsrichter lobten am Sonntag auf der Pressekonferenz die Fairness aller Teilnehmer. Nur zwölf Penalties in bislang 75 Matches über vier Tage sprechen eine klare Sprache. Chefschiedsrichter Bill Edgerton nannte Mathieu Richard als gutes Beispiel für den Sportsgeist, der beim Match Race Germany herrsche: „Mathieu ist bei der Rundung einer Wendemarke nicht in ein anderes Duell hineingesegelt, obwohl er Wegerecht hatte.“ Während die Matches am Sonntag aufgrund der Windverhältnisse nicht vor Langenargen ausgetragen werden konnten sondern in der Kressbronner Bucht stattfanden, strömten alleine am Pfingstsonntag mehr als 15.000 Besucher in das internationale Regattadorf im Langenargener Gondelhafen und wurden dort von Moderator Christoph Kröger live und mitreißend über den Verlauf der Duelle informiert.
Ende
MATCH RACE GERMANY GMBH
Obere-Seestr. 2/2
D-88085 Langenargen
Geschäftsführung:
Harald Thierer, Eberhard Magg, Bernd Buck
|