J/80 Weltmeisterschaften

Kiel, 04.-10.Juli 2015
www.j80worlds2015.de - Übersicht

10.07.2015
Spanier holen den J/80 WM Titel im Olympiazentrum Kiel

Die stolzen Spanier tragen die Krone der J/80-Klasse. Zum Abschluss der Weltmeisterschaft vor Kiel lieferten sich die beiden iberisches Spitzenteams ein dramatisches Finale, in dem die Crew der „Hotel Princesa Yaiza“ um Skipper und Eigner Rayco Babares Alvarez noch an ihren Landsleuten vorbeizog. Marc de Antonio, Skipper der geschlagenen „Bribon Moviestar“, ließ an seiner Enttäuschung keinen Zweifel – hatte er doch die WM seit der ersten Wettfahrt angeführt. Den dritten Platz verteidigte die französischen „Co-Pilotes“ (Maxime Mesnil) gegen die noch stark aufkommende Bremer Mannschaft von der „Procedes Diva“ um Björn Beilken.

In einem Wetter-Szenario, das den 50 Teams aus acht Nationen über die gesamte WM Bedingungen von Leicht- bis Starkwind beschert hatte, wurden die Crews am letzten Regattatag noch mal kräftig gefordert. Der Sturm des Vortages hatte sich zwar am Freitagmorgen gelegt, aber kräftige Böen mit fast 30 Knoten fegten doch noch über die Regattabahn hinweg. Wettfahrtleiter Fabian Bach ließ mit einem frühen Signal zum Auslaufen aber keinen Zweifel, dass er das Wettfahrtpensum noch einmal deutlich erhöhen wollte, und brachte drei schnelle Rennen über die Bahn. „Es hat alles super geklappt. Auch die Teilnehmer waren sehr zufrieden. Viele haben sich direkt an der Ziellinie bedankt“, berichtete der Wettfahrtleiter. Die Windbedingungen seien anspruchsvoll, aber der Grundwind stabil gewesen, erklärte Bach, der nach einem Frühstart im ersten Tagesrennen die „black flag“ setzte und die Crews so unter verschärften Bedingungen über die Startlinie brachte. Nach der gesamten Woche zeigte er sich zufrieden mit der Arbeit seiner Mannschaft. Dem Lob konnte sich auch Thore Hansen, Geschäftsführer der Vermarktungsagentur POS, anschließen: „Das gesamte Team hat in der Vorbereitung und Durchführung der WM perfekt zusammengearbeitet. Wir sind stolz, solche Ehrenamlter aus dem Kieler Yacht-Club und der deutschen Klassenvereinigung der J/80 hier zusammen bekommen zu haben.“ Die Bedingungen habe für eine sehenswerte WM gesorgt. „Wir sind mit schwachem Wind im Pratice Race gestartet, hatten dann aber spektakuläre Bilder während der Wettfahrten. Kiel hat sich von seiner besten Seite gezeigt und Bedingungen für alle Segler geliefert. Die Wettfahrtleitung zeigte mit dem Auslegen der Bahn dicht unter Land zum Teil Segeln zum Anfassen und hat damit Werbung für den Standort Kiel betrieben“, so Hansen, der mit der Präsenz in der lokalen und Fachpresse glücklich war: „Die Segler-Zeitung als Medien-Partner der Worlds hat in kompetenter und umfangreicher Weise über das Event berichtet. Mit Hilfe der SZ ist täglich über die WM berichtet worden, sie hat somit dazu beigetragen, das Event auch medial zu einem Erfolg werden zu lassen“.

Gerade am letzten Tag wurde den Besuchern des Olympiazentrums in Schilksee noch mal bester Sport direkt vor der Mole geboten, als die Crews im böigen Wind um die Luvtonne gingen und den Gennaker setzten. Die große Chance, dass in diesen Bedingungen vor allem das perfekt eingespielte Team und eine gute Seemannschaft gefordert war, ließ sich Rayco Babares Alvarez nicht entgehen: „Wir sind eine Familiencrew, segeln seit Jahren zusammen. Da greift alles ineinander“, berichtete ein überglücklicher Skipper der „Hotel Princesa Yaiza“ nach der Ankunft im Hafen. „Wir mögen zwar auch etwas weniger Wind lieber, aber in den ersten beiden Rennen des Tages lief es bei uns einfach besser als bei unseren Konkurrenten um den Titel.“ Mit einem Sieg zum Auftakt des Tages und einem anschließenden vierten Platz hatte sich die von der Kanaren-Insel Lanzarote stammende Crew die WM-Krone bereits gesichert. Der sechste Platz zum Abschluss war dann das Streichresultat für Alvarez, der unter anderem seine Frau mit an Bord hat. „Dieser Titel bedeutet uns unglaublich viel. Es ist unser zweiter nach 2009. Wir waren hierher gekommen, um zu gewinnen, wussten aber, dass es schwer werden würde gegen unsere Landsleute. In den ersten Tagen mussten wir uns auch erst einmal auf das Charterboot einstellen. Im Laufe der WM haben wir dann aber immer besser den Trimm gefunden.“

Völlig konträr war die Gefühlslage auf der „Bribon Moviestar“, der auch ein Sieg im letzten Rennen nicht mehr zurück auf den Siegerschild verhalf, von dem sie durch zwei sechste Plätze zuvor gefallen war. „Ausgerechnet heute – am wichtigsten Tag – waren unsere Manöver nicht gut, und wir haben die falschen taktischen Entscheidungen getroffen. Die Starts waren eigentlich okay, aber an der Luvtonnen hatten wir die Rennen schon verloren“, sagte Skipper de Antonio. „Der Sieg zum Abschluss bessert zwar noch mal das Gefühl, aber insgesamt sind wir sehr unglücklich.“
Obwohl der Schlussspurt der „Procedes Diva“ (Segelkameradschaft Wappen von Bremen) nicht mit einem Platz auf dem Podium belohnt wurde, zeigte sich die Crew um Björn Beilken doch glücklich mit der WM: „Ein Treppchen-Platz wäre perfekt gewesen, denn das war unser Abschluss in dieser Klasse“, berichtete Taktiker Jork Homeyer: „Aber wir sind auch so zufrieden. Wir hatten uns einen Platz in den Top-Ten vorgenommen und sind zum Abschluss noch mal ganz dicht an die Medaillenränge herangekommen. Darauf hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Und dann noch einen Tagessieg bei der WM erreicht zu haben, ist klasse.“ Fünf Punkte fehlten schließlich zu Rang drei und dem französischen Team der „Co-Pilotes“, das mit einem 13. und einem 10. Platz in den letzten beiden Rennen noch einige Federn hatte lassen müssen.

Mit dem starken Auftritt am letzten Tag entschied die „Procedes Diva“ des interne deutsche Duell noch deutlich für sich. Die Vereinskollegen von der „Bootswerft Winkler Campaign“ mit Skipper Sven Vagt mussten sich noch mit einem 15-Punkte-Abstand mit Rang fünf zufrieden geben. Die „Pike“ von Lokalmatador Martin Menzner (Kieler YC) verlor gar noch einen Platz und landete schließlich auf Rang sieben. „Heute lief nichts zusammen. Erst ist der Kompass ausgefallen, was in der Strander Bucht noch kompensierbar ist. Aber dann ist uns noch die Top-Latte aus dem Segel geflogen. Da musste man schon sehr konzentriert weghören, um bei dem Geknatter des Segels nicht mitzuleiden“, berichtete Menzner, um dann schließlich mit dem Blick auf die Ergebnisliste festzustellen, dass der Bruch der Tackline des Gennakers kurz vor der letzten Tonne noch so viele Punkte gekostet hatte, dass sich die französische „Dunkerque VADK One“ noch auf den sechsten Gesamtrang vorbeischieben konnte.

Andreas Rose, Vorsitzender der deutschen Klassenvereinigung, fasste die WM schließlich in wenigen Worten zusammen: „Es war eine tolle Woche mit harten Bedingungen, aber auch mit Leichtwind-Wettfahrten. Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß.“ Und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer zeigte sich bei der Siegerehrung beeindruckt: „Sie haben großen Sport und großartige Sportmannschaft gezeigt. Es war eine Ehre für Kiel, Sie hier zu haben. Sie haben Kiel einmal mehr zum Mittelpunkt des Segelsports in Deutschland gemacht.“
Der erste Vorsitzende des Kieler Yacht-Clubs, Carsten Krage bedankte sich ebenfalls bei den Teilnehmern aus acht Nationen: „Vielen Dank, dass Sie alle nach Kiel gekommen sind und uns so spannende Wettfahrten geliefert haben. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen zur Kieler Woche im nächsten Jahr“.
Im Mittelpunkt wird die Landeshauptstadt auch in den kommenden Tagen stehen. Denn vom 11. bis zum 18. Juli tragen fast 200 Katamaran-Crews die Weltmeisterschaft der Formula 18 vor Schilksee aus.
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