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Kieler Woche 2015
Kiel, 20.-28.Juni 2015
www.kielerwoche.de- Übersicht
Sonntag, 21. Juni 2015
MOD70-Trimaram „Musandam-Oman Sail“ mit Pierre Casiraghi
und Boris Herrmann auf der Kieler Woche zweimal erster Sieger
Auch langsam am schnellsten: Nach dem Sieg beim Welcome Race zum Auftakt der Kieler Woche war der 21 Meter lange MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“ auch am Sonntag (21. Juni) bei sehr schwachen Winden auf der größten Segelregatta der Welt das erste Boot im Ziel. Pierre Casiraghi, Sohn von Prinzessin Caroline aus dem Fürstentum Monaco, steuerte das Flaggschiff aus dem Sultanat Oman nach zwei Stunden, 54 Minuten und 27 Sekunden bei Kiel-Leuchtturm über die Ziellinie der Rückregatta von Eckernförde aus. Zusammen mit dem Hamburger Hochseesegler Boris Herrmann als Navigator war der „Stargast“ der internationalen Crew um Skipper Sidney Gavignet aus Frankreich tags zuvor nur knapp am eigenen Streckenrekord gescheitert.
„Meine erste Kieler Woche und dann auch noch auf diesem phänomenalen Boot war schlicht und einfach großartig“, sagte Casiraghi nach seinem Blitzbesuch in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Der passionierte Segler durfte in beiden Rennen lange Zeit das Ruder von Gavignet übernehmen und bewies dabei sein großes Talent. „Die ‚Musandam-Oman Sail‘ reagiert in jeder noch so kleinen Bö sofort und springt an“, berichtete der Co-Steuermann, „im Wechselspiel mit dem Großsegeltrimm war das ein absolutes Highlight für mich.“
Der Skipper lobte aber auch den menschlichen Charakter seiner Mitsegler: „Pierre und Boris haben sich nach nur wenigen Trainingsminuten vor unserem ersten Start nahtlos in die internationale Mannschaft eingefügt und waren eine echte Bereicherung an Bord.“ Dort trafen sie unter anderen auf die omanische Spitzenseglerin Ibtisam Al Salmi, die aus dem Frauenprogramm der Initiative Oman Sail hervorgegangen ist. Diese promotet nicht nur das Sultanat als Premiumurlaubsziel am Arabischen Golf, sondern soll über die maritimen Wurzeln auch die Weltoffenheit der modernen Gesellschaft des Landes fördern.
„Ibti hat ihre feste Position in der Crew und dem Team während der Rennen herannahende Böen, Winddreher und Flautenlöcher angesagt“, so Herrmann, „das wurde voll akzeptiert und dringend gebraucht.“ Auch Mohsin Al Busaidi, der erste arabische Weltumsegler – also vom selben Fach wie Herrmann, agiere auf hohem Niveau, so der 34-jährige. Der geborene Oldenburger war von dem Ansatz des Projekts so fasziniert, dass er „unbedingt einmal selbst im Oman segeln“ wolle.
Vielleicht sogar zusammen mit Pierre Casiraghi, mit dem er künftig auch Zweimann-Rennen auf hoher See plane. „Wir haben viel vor in nächster Zeit“, verriet der Monegasse, der Ende Juni zunächst an einem Audi-TT-Autorennen auf dem Norisring bei Nürnberg teilnimmt „und im Sommer erstmal heiraten“ will. Sportlich hat der prominente Gast also bei der persönlichen Kiel-Premiere seinen Urgroßvater tief in den Schatten gestellt, der von 1888 bis 1914 regelmäßig auf der Kieler Woche zu Gast war, nur nie auf der Regattabahn.
Für Sidney Gavignet, der schon in der olympischen Tornado-Katamaranklasse an der Kieler Woche teilgenommen hat, war der Regattaauftritt „anspruchsvoll und erfolgreich“, wenngleich er schon eine offene Rechnung zurück behalte. Die sechs Minuten und 56 Sekunden, die zur neuen Rekordzeit von Kiel nach Eckernförde gefehlt hatten, seien „trotz suboptimaler Windverhältnisse“ vielleicht doch drin gewesen, blickte der Routinier selbstkritisch aufs Welcome Race zurück. Die Bestzeit hatte der Ire Damian Foxall im Vorjahr in seiner Vertretung mit der „Musandam-Oman Sail“ aufgestellt.
Schon forderte Mohsin Al Busaidi von seinem Skipper vor der Rückregatta „100prozentigen Racemodus“ und Ibtisam Al Saidi schlug „optimalen Gewichtstrimm aller“ für den Leichtwind vor. „Das war auch bitternötig, denn zwei-, dreimal sind wir mangels Wind komplett eingeparkt“, berichtete Boris Herrmann von einem Flautenpoker, in dem der Trimaran für 20,4 Seemeilen fast drei Stunden brauchte – dreimal so lange wie für den Mehrrümpfer möglich – dabei aber immer noch bei weitem am schnellsten war. Herrmann: „Wir sind am Wind mit Gennaker gefahren und haben sogar alle aufgerollten Vorsegel geborgen, um den Windwiderstand zu minimieren.“ Obwohl ein Rennen allein gegen die Uhr, nahm es das Team von Oman Sail wirklich ernst.
Auf eine frischere Brise hofft auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der sich nach seiner Segelpremiere im vorigen Jahr für Dienstagmittag (23. Juni) erneut zum Mitsegeln an Bord des MOD70 angesagt hat. „Meine Kieler Woche-Mission lautet in diesem Jahr, den Segelnationen der Welt zu zeigen, dass Kiel das ideale Olympiarevier für 2024 ist“, erklärte der Oberbürgermeister. Dabei solle und wolle die „Musandam-Oman Sail“ gerne helfen.
Um auf dem Laufenden zu bleiben: www.omansail.com
Andreas Kling
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