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Kieler Woche 2015
Kiel, 20.-28.Juni 2015
www.kielerwoche.de- Übersicht
22.06.2015
Heil/Plößel: Kür auf dem Heimatrevier
Für Erik Heil ist die Kieler Woche in diesem Jahr eher die Kür. Das Pflichtprogramm für den Titelverteidiger zusammen mit Vorschoter Thomas Plößel ist vor allem die Olympia-Qualifikation für die Spiele in Rio de Janeiro 2016. Diesem Ziel wird naturgemäß alles untergeordnet. Dennoch steht Kiel bei Heil/Plössel natürlich im Programm.
„Die Kieler Woche ist ein geiles Event“, freut sich Thomas Plößel auf das Ereignis. „Hochprofessionell organisiert, die Übertragungen von SAP sind toll – und für uns ist das ein Heimspiel“, sprudelt es aus dem Vorschoter heraus. Das Team wohnt in Kiel, verbringt aber durch die vielen internationalen Einsätze vielleicht nur 40 Wassertage auf der Kieler Bucht, die sie aber inzwischen gut kennen. Das Revier selbst vergleicht Plößel eher mit einem See, wenn er auf die Reviere der Welt- und Europameisterschaften (die dieses Jahr in Buenos Aires und Porto stattfinden) schaut.
In Kiel treffen Heil/Plößel auf die Olympiasieger von 2008, Jonas Warrer. Die dänische Nummer Eins, Heil/Plößel und Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel) bilden zusammen eine Trainingsgemeinschaft, um sich auf dem Weg nach Rio gegenseitig anzutreiben.
Auf die Frage, ab wann aus der Kameradschaft reine Konkurrenz wächst, antwortet Heil: „Bei uns nie. Wir wollen uns gegenseitig stärken, und wer sich dann durchsetzt, wird von anderen weiter unterstützt. Die Freundschaft wird die Konkurrenz auf dem Wasser überstehen.“ In Kiel stellen Schmidt/Boehme die Freundschaft schon einmal auf die Probe. Sie führen nach fünf Wettfahrten souverän mit sieben Punkten. Heil/Plößel folgen mit 17 Punkten auf Rang drei. Insgesamt gehen vor Kiel 34 olympische 49er-Skiffs aus 15 Ländern an den Start.
Erik Heil (25) und Thomas Plößel (27) segeln schon seit Kindesbeinen miteinander. Beide haben im Tegeler Segel-Club in Berlin im Optimisten angefangen und sind seit 2001 ein Team. Ihre ersten gemeinsamen Regatten absolvierten sie im Teeny, später im 420er (Deutscher Meister 2005) und dann erst einmal im 470er (D/C-Kader, Deutscher Meister U19 2006). Mit dem Umstieg 2007 in den 49er und der Aufnahme in den C-Kader war Ortswechsel angesagt: Sie zogen um nach Kiel und wurden auch im Norddeutschen Regatta-Verein (NRV) also hoffnungsvolles Team aufgenommen.
Ein schwerer Rückschlag – nach dem EM-Titel 2014 – war ein kurioser, aber vermeidbarer Allerweltsunfall eine Woche vor der WM 2014 in Santander. Thomas Plößel rutschte auf einer Hafenböschung aus, griff mit der Hand in einen Scherbenhaufen und verletzte sich so schwer, dass sein Arm vom Ellbogen bis zur Hand fest eingepackt, geschient und somit stillgelegt war.
„Stell dir vor, es ist WM und du kannst nicht segeln“, überschrieb er seine Gedanken auf der eigenen Homepage (gold2016.de). Der Gedanke, dass so etwas kurz vor Olympia passieren könnte, lief ihm eiskalt den Rücken hinunter – und er versprach, künftig mehr Aufmerksamkeit für Gefahren am Wegesrand zu haben. Erik Heil segelte die WM mit dem Berliner Fabian Graf, der spontan eingesprungen war. Doch bei den schwierigen Windverhältnissen in Santander schwammen sie wörtlich mehr hinterher, als dass sie ins Ziel segelten.
Drei Wochen war der Thomas „krank“ – dann segelte er wieder, Gott sei Dank! Das Team gewann überlegen die Deutsche Meisterschaft am fränkischen Brombachsee. Im Jahr 2015 ging es weiter bergauf. Beim World-Cup in Miami (im Januar) segelten Heil/Plößel auf Rang 12. In Palma de Mallorca – wo sie 2012 den World Cup gewonnen hatten – kamen sie diesmal auf Platz zwei. Und nach einem gar nicht so blendenden Start in den World Cup in Hyères – am ersten Tag noch auf Rang 29 gelistet – holten sie stark auf und erklommen mit dem Medal Race noch Rang drei und damit das Podium. „Das Ergebnis können wir wirklich feiern“, resümierte Thomas Plößel.
Das zweitbeste deutsche Team, Justus Schmidt und Max Boehme vom Kieler Yacht Club, kam in Hyères ebenfalls ins Medal Race und insgesamt auf Rang sechs. In Palma waren sie auf Rang acht gesegelt. Damit sind die 49er die einzige Klasse, in der zwei deutsche Teams zweimal ins Medal Race kamen. Doch für die Pre-Olympics gibt es nur ein Ticket und das ging an Heil/Plößel.
Nach der Panne bei der WM 2014 fehlt den deutschen 49ern noch der Nationenstartplatz für Rio. Bei der WM im November in Argentinien werden die nächsten Plätze vergeben, ein letzter im Frühjahr 2016 in Palma. Diese beiden Regatten und die EM 2015, kurz nach der Kieler Woche in Portugal, entscheiden über den deutschen Vertreter in Rio 2016.
Vor Kiel geht es bis Mittwoch, den 24. Juni, um die Kieler-Woche-Titel in den olympischen und paralympischen Bootsklassen und erstmals um das Preisgeld des Landes Schleswig-Holstein. 3000, 2000 und 1000 Euro gehen an die drei Erstplatzierten und könnten eine Kür noch etwas mehr versüßen.
Für heute sind die Starts auf allen Bahnen für 11 Uhr angesetzt.
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Kieler Woche 2015 vom 20.-28.06.2015 - Weitere Informationen unter www.kieler-woche.de
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