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Kieler Woche 2015
Kiel, 20.-28.Juni 2015
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24.06.2015
Hörmann sieht Nachholbedarf und gute Ansätze
Höchster sportpolitischer Besuch im Olympiazentrum: Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nahm am Mittwoch zu dem Medalraces der Kieler Woche die Anlagen in Schilksee und die Darstellung des Segelsports unter die Lupe, erkannte dabei Nachholbedarf, aber auch gute Ansätze.
„Wir haben uns die Darstellung mal von der technischen Seite her angesehen. In der Wahrnehmung und der Verständlichkeit hat der Segelsport sicherlich Defizite. Aber es ist sehr interessant, wie das mit dem Partner SAP aufgeholt wird“, sagte Hörmann. „Obwohl ich durchaus Hobby-Segler war, hatte ich immer Schwierigkeiten, beim Segeln das Spielfeld zu erkennen. Die bessere Erkennbarkeit wird ein entscheidender Schritt für die Zukunft sein.“
Ob und in welchem Umfang der Segelsport bei den kommenden Olympischen Spielen im Kanon des größten Sportereignis der Welt stattfinden wird, sei eine schwer zu beantwortende Frage, so Hörmann: „Es gibt eine Limitierung der Disziplinen nach oben. Und die Felxibilität des Sports ist eine Chance für neue und eine Gefahr für traditionelle Sportarten. Segeln steht damit in einem knallharten Wettbewerb mit anderen Sommersportarten.“ Junge und innovative Formate wie das Kiten könnten sich wegen der medial guten Vermittelbarkeit als interessante Segelvariante entpuppen.
Der DOSB-Präsident sprach dem Segeln auch zu, in einigen Aspekten gut geordnet zu sein: So gehe das Einführen einer Mixed-Disziplin in die richtige Richtung. Außerdem sei der Wettbewerb auf dem Wasser ein zentrales Element für das Gelingen von Olympischen Spielen und damit schon eine Art Kernsportart.
Mit Blick auf Kiel stellte Hörmann deutlich heraus, dass das Wiedererlangen des Weltcup-Statuses elementar sei. „Wer so viel Tradition wie Kiel hat, muss auf das Niveau des Weltcups zurückkommen. Sonst besteht die Gefahr, in die Zweitklassigkeit abzurutschen.“ Zu sehr auf den Status quo zu setzen, sei nicht angezeigt, wenn es in Richtung Olympiabewerbung gehe. „Kiel hat sich viele Meriten erworben. Aber die Frage ist: Wieviel Vertrauen hat die Sportfamilie in die Bewerberstädte?“
Die Landeshauptstadt müsse nun den Schritt in die nächste Ära gehen. Bei der Frage nach konkreten Beispielen ließ Hörmann vielsagend den Blick durch das Olympiazentrum von 1972 mit seinen Betonbauten schweifen: „Bei einem 360-Grad-Blick ist offenkundig, was sich verändern kann.“ In der Frage der Nachhaltigkeit kam er wieder zurück auf den Stellenwert der Kieler Woche, die in diesem Jahr unter den schwachen Meldezahlen in den olympischen Klassen leidet: „Man muss jedes Jahr eine kleine Weltmeisterschaft veranstalten, so wie es etwa Aachen im Reitsport macht.“ Die Auseinandersetzung mit dem Weltseglerverband, der die Kieler Woche in den vergangenen Jahren immer wieder in Terminnot mit Weltmeisterschaften oder den Worldcup gebracht hat, müsse daher sportfachlich und sportpolitisch ausgetragen werden.
Gemeinsam in Schilksee (v.l.): Dr. Carsten Krage, Vorsitzender des Kieler Yacht Clubs; Nikolaus Rickers, Geschführung Point of Sailing; Claudia Bokel, Vorsitzende der IOC-Athletenkommission und Mitglied des Präsidums des DOSB; Alfons Hörmann; Präsident des DOSB; Dirk Rammhorst, Wettfahrtleiter der Kieler Woche. (Foto: C. Schneider)
Ansprechpartner für die Presse:
Hermann Hell
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