Kieler Woche 2015

Kiel, 20.-28.Juni 2015
www.kielerwoche.de - Übersicht
25.06.2015
Starker internationaler Auftakt: 16 Klassen absolvierten 50 Wettfahrten

Der Start in die Wettbewerbe der internationalen Segelklassen der Kieler Woche war ein Tag, wie ihn Segler und Wettfahrtleitungen nicht erwartet hatten. In einem Szenario von schwachem Gradientwind am Mittag und einer thermischen Brise am Nachmittag konnten die Kielbootklassen immerhin eine Wettfahrt, die leichten 29er aber sogar vier Wettfahrten segeln. Aus deutscher Sicht setzte sich der gute Auftritt aus dem olympischen Teil fort, in elf der 16 Klassen weht die schwarz-rot-goldene Flagge an der Spitze.
„Das war überraschend erfreulich. Wir haben aus diesem Tag das Maximale herausgeholt“, sagte der oberste Organisationsleiter Dirk Ramhorst und erfreute sich auch noch am Abend an dem Blick auf die Förde: „Das macht wirklich Spaß, das zu sehen. Diese großen Flotten – das ist Kieler Woche“, so Ramhorst.

Für die Formula18-Katamrane, die sich am ersten Tag in schwierigem Wind über die landnahe Bahn quälten, ist die Kieler Woche der Testlauf für die Weltmeisterschaft ab dem 11. Juli vor Schilksee. Mit knapp 200 Duos hat sich die Klasse für die WM avisiert, zur Kieler Woche wollten schon mal 37 Boote das Revier testen. „Wir sind mit dem Meldeergebnis sehr zufrieden. In der Vergangenheit waren wir nur zwei oder drei Nationen, jetzt zehn“, sagte der deutsche Klassenboss Jens Uwe Tonne. „Wir sind zwar nur eine vergleichsweise kleine Klasse, dafür aber sehr unkompliziert. Nicht olympisch zu sein, vereinfacht einiges. Protestverhandlungen gibt es kaum. Regelverstöße werden meist direkt geregelt.“ Der große soziale Aspekt lockt immer wieder Quereinsteiger als Nachwuchs an. Eine klassische Kat-Karriere gibt es dagegen in Deutschland nicht. Bestes Beispiel ist Eckart Kaphengst (Kiel), der in den 70er Jahren von seinem Vater als Tornado-Vorschoter auf den Pönitzer See geschubst wurde und dann 1984 bei Olympia vor Los Angeles segelte. Er bildet inzwischen mit seiner Tochter Tine-Marie ein Team. „Wir segeln auch im olympischen Nacra17, aber wer da nicht 250 Tage auf dem Wasser ist, hat keine Chance“, so Kaphengst. „Das F18-Segeln ist ein tolles Hobby.“ Nach den ersten beiden Wettfahrten liegt das Familien-Duo auf Platz elf, an der Spitze etablierten sich erwartungsgemäß die Ex-Weltmeister Helge und Christian Sach aus Zarnekau.

In der zweiten Kat-Klasse, dem Hobie 16, zeigte das Kellenhusener Duo Lauritz Bockelmann/Karoline Berndt, warum es sich inzwischen in die deutsche Spitze vorgearbeitet hat und setzte sich auch im Kieler-Woche-Zwischenklassement an die Spitze.
In den Skiffklassen gab es dagegen eine britische Überlegenheit. Während Max Billerbeck (Kollmar) im Contender immerhin die deutsche Ehre rettet, sind Ben Schooling im Ein-Mann-Skiff Musto Performance und die Crew Phil Walker/Jahn Muther bei der Premiere der RS 800 vor Kiel die Führenden. Mit Susannah Pyatt gibt es eine weitere englische Muttersprachlerin in Kiel. Die Neuseeländerindarf sich über einen perfekten Tag im Laser Radial freuen und freut die breite Front an.

Für internationales Flair im Top-Ranking der Kieler Woche sorgen zudem die beiden Dänen Anna Livbjerg und Bo Petersen. Livbjerg zeigt einmal mehr, dass die Dänen in der Europe spitze sind, und Petersen, der Europameister von 2013, liegt auf Kurs Titelverteidigung vor Kiel.
In den jugendlich orientierten sowie in den Kielboot-Klassen gibt es dagegen deutsche Führende mit Paul Pietzcker/Linus v. Oppen (Berlin) im 29er, Julia von Büsselberg (Berlin) im Laser 4.7 und Theres Dahnke/Birte Winkel (Plau) im 420er. Bei den Dickschiffen liegen Ulf Kipcke (Kiel) im Folkeboot, Tobias Feuerherdt (Hamburg) im J/24 sowie Knut Viehweger (Loerick) im schmalen H-Boot-Feld an den Spitzen.

Unterschiedliche Gefühlslagen dürften es bei den Spitzenreitern der Bahn Charly geben. Während Shmuel Markhoff/Michael Happich (Frankfurt) im Flying Dutchman nach dem Wegbleiben der internationalen Konkurrenz mit ihrem ersten Sieg vor Kiel liebäugeln dürfen, wäre es für Wolfgang Hunger (Strande), der Julien Kleiner an der Vorschot hat, bereits der 22. Erfolg auf seinem Heimatrevier.

Ergebnisliste Kieler Woche Teil 2 Tag 1
420er: (2) 1. Jack Johansson / Rhett Ullmann (USA,1/1) Punkte 2; 2. Theres Dahnke / Birte Winkel (Plau am See,4/2)6; 3. Joe Burns / Ryan Orr (GBR,3/3)6; 4. Wiley Rogers / Jack Parkin (USA,1/7)8; 5. Marina Lefort / Lara Granier (FRA,4/5)9; 6. Paola Amar / Carly Pedron (FRA,8/2)10;
5O5: (2) 1. Wolfgang Dr. Hunger / Julien Kleiner (Potsdam,1/3) Punkte 4; 2. Morten Bogacki / Lars Dehne (Velbert,8/2)10; 3. Jan Saugmann / Jakob Karbo (DEN,10/1)11; 4. Jørgen Bojsen-Møller / Jacob Bojsen-Møller (DEN,7/5)12; 5. Tim Böger / Markus Schöner (Hamburg,6/7)13; 6. Ulf Pleßmann / Heini Rix (Jork,4/14)18;
29er: (4) 1. Paul Pietzcker / Linus V. Oppen (Berlin,1/1/1/4) Punkte 7; 2. Gwendal Lamay / Luke Willim (Kiel,5/9/2/1)17; 3. Hinnerk Siemsen / Sören Brandt (Eckernförde,8/6/2/1)17; 4. Adrian Salamon / Fabian Bergman (SWE,3/9/4/2)18; 5. Alexander Grönblom / Martin Mikkola (FIN,15/2/1/2)20; 6. Dan Venables / Patrick Keech (GBR,5/10/1/4)20;
Contender: (2) 1. Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder,3/1) Punkte 4; 2. Mark Bulka (AUS,2/3)5; 3. Christian Krupp (Hamburg,6/2)8; 4. Søren Dulong Andreasen (DEN,1/11)12; 5. Jacob Kristensen (DEN,8/5)13; 6. Winfred Westerman (NED,7/6)13;
Europe: (2) 1. Anna Livbjerg (DEN,1/3) Punkte 4; 2. Anna Munch (DEN,3/2)5; 3. Maurice Oster (Suderburg,4/4)8; 4. Kristoffer Rosmo (NOR,5/5)10; 5. Fabian Kirchhoff (Herford,2/10)12; 6. Sylvain Notonier (FRA,12/1)13;
FD: (2) 1. Shmuel Markhoff / Michael Happich (Frankfurt,1/2) Punkte 3; 2. Olaf Ballerstein / Jobst Wellensiek (Warnsdorf,3/1)4; 3. Jiri Hruby / Roman Houdek (CZE,5/3)8; 4. Kilian König / Johannes Brack (Waldeck,4/4)8; 5. Helge Pilgram / Jan Pilgram (Düsseldorf,2/7)9; 6. Christoph Robert / Gabi Robert (Hamburg,8/6)14;
Folkeboot: (1) 1. Ulf Kipcke / Dieter Kipcke, Gero Martens (Neumünster,1) Punkte 1; 2. Carl-Otto Hedegaard / Peter Secher, Ole Hjaltelin (DEN,2)2; 3. Andreas Blank / Svenja Loerke, Alexander Loerke (Berlin,3)3; 4. Jürgen Breitenbach / Felix Rathgens, Wolfgang Rosteck (Kiel,4)4; 5. Udo Hompesch / Jan Mohr, Jan Mohr, Vincent Büsch (Düren,5)5; 6. Siegfried Busse / Uwe Pfuhl, Hendrik Scheidler (Boksee,6)6;
Formula 18: (2) 1. Helge Sach / Christian Sach (Zarnekau,1/2) Punkte 3; 2. Magnus Dahl Nicolaisen / Jesper Ralph Vogelius (DEN,4/3)7; 3. Jörg Gosche / Hannes Pegel (Bremen,7/4)11; 4. Mikko Räisänen / Oliver Hartas (FIN,2/10)12; 5. Frank Weigelt / Roland Metzner (München,3/11)14; 6. Stephen Stroebel / Seamus Woodward-George (USA,8/6)14;
H-Boot: (1) 1. Knut Viehweger / Rainer Kamrath, Sabine Viehweger (Düsseldorf,1) Punkte 1; 2. Peter Späth / Kerstin Dr. Späth, Lukas Fischer-Späth (Essen,2)2; 3. Falko Lotz / Oliver Hahne (Möhnesee,3)3; 4. Helmut Claußen / Müller Marc, Thomas Molt, Jan-Henrik Schmidt (Fahrdorf,4)4; 5. Peter Zauner / Timo von Schorlemer, Maren Bertling, Frank Hummel (München,5)5; 6. Björn Wendel / Henning Herges, Kai Spranger (Radel,6)6;
Hobie 16: (2) 1. Lauritz Bockelmann / Karoline Berndt (Kellenhusen,1/3) Punkte 4; 2. Christian Diederich / Kerstin Wichardt (Bordesholm,3/2)5; 3. Detlef Mohr / Karen Wichardt (Reinfeld,5/1)6; 4. Knud Jansen (Kiel,2/5)7; 5. Jens Goritz / Tobias Tittjung (Wyk auf Föhr,4/4)8; 6. Horst Miera / Janneke Fock (Hamburg,7/6)13;
J/24: (1) 1. Tobias Feuerherdt / Jan-Marc Ulrich, Lukas Feuerherdt, Tobias Peters, Wolfgang Panuschka (Kiel,1) Punkte 1; 2. Johann Huhn / Jannik Dühren, Jonas Lyssewski, Fabian Damm, Björn Sievers (Hamburg,2)2; 3. Peer Kock / Marc-daniel Mählmann, Dennis Ruge, Simon Zweigler, Kuhlmann Frank (Hamburg,3)3; 4. Stefan Karsunke / Tim Habekost, Carsten Kerschies, Christian Carstens, Malte Gibbe (Hamburg,4)4; 5. Janne Schleifer / Maike Hass, Carlotta Meewes, Gesa Göllner, Maureen Dresler, Naomi Kosmehl (Hamburg,5)5; 6. Dirk Strelow / Elmar Schmitz, Mathias Jakobtorweihen, Jan Broyer, Laura Hatje (Erftstadt,6)6;
Laser 4.7: (3) 1. Julia Büsselberg (Berlin,1/6/1) Punkte 8; 2.Hannah van Goor (NED,5/2/5)12; 3. Lasse Kaack (Kiel,2/3/9)14; 4. Jaard Jannis Paulsen (Kiel,4/8/6)18; 5. Balázs Argay (HUN,21/1/2)24; 6. Nico Naujock (Berlin,3/5/26)34;
Laser Radial (open): (3) 1. Susannah Pyatt (NZL,2/3/1) Punkte 6; 2. Viktorija Andrulyte (LUT,5/3/1)9; 3. Anna Pohlak (EST,6/2/2)10; 4. Oskari Muhonen (FIN,1/13/3)17; 5. Mads Severin Hassum-Olsen (NOR,4/4/10)18; 6. Scipio Houtman (NED,7/7/5)19;
MPS: (3) 1. Ben Schooling (GBR,1/2/1) Punkte 4; 2. Iver Ahlmann (Büdelsdorf,2/1/5)8; 3. Alastair Conn (GBR,3/3/3)9; 4. Dan Kilsby (GBR,5/4/7)16; 5. Richard Smith (GBR,7/9/4)20; 6. Götz Modersitzki (Hamburg,6/5/9)20;
OK: (2) 1. Bo Petersen (Hellerup,7/1) Punkte 8; 2. Charlie Cumbley (GBR,6/2)8; 3. Greg Wilcox (Potsdam,4/7)11; 4. Thomas Hansson-Mild (SWE,5/10)15; 5. Jørgen Lindhardtsen (DEN,1/16)17; 6. André Budzien (Schwerin,3/14)17;
RS800: (3) 1. Phil Walker / John Mather (GBR,1/1/1) Punkte 3; 2. Hugh Shone (GBR,2/2/2)6; 3. Jan Busch / Riada Meyer (Düsseldorf,3/3/3)9; 4. Stewart Patience (GBR,6/5/4)15; 5. Tobias Waschmann (Aachen,4/6/5)15; 6. Adam Knight (GBR,5/4/6)15;

Bei den Folkebooten liegt Ulf Kipcke an der Spitze des Feldes. Foto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de
Für die Formula 18-Katamrane, die sich am ersten Tag in schwierigem Wind über die landnahe Bahn quälten, ist die Kieler Woche der Testlauf für die Weltmeisterschaft ab dem 11. Juli vor Schilksee. In Führung liegen nach zwei Läufen Helge und Christian Sach aus Zarnekau. Foto: Kieler Woche / OKPress
Ansprechpartner für die Presse: Hermann Hell
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