24.05.2015
Schleswig-Holsteins Sportminister Studt besuchte YES
Kiels Bewerbung um die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe an der Seite Hamburgs zeigt Wirkung. So nahm der Senator für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg, Michael Neumann, bereits an der Vorabpressekonferenz zur Kieler Woche in Hamburg teil und demonstrierte den engen Schulterschluss mit Kiel. Am Pfingstsonntag folgte nun der Besuch des Ministers für Inneres und Bundesangelegenheiten und damit des Sports des Landes Schleswig-Holstein, Stefan Studt, bei den Young Europeans Sailing (YES) in Kiel-Schilksee. Gemeinsam mit dem KYC-Vorsitzenden, Carsten Krage, und POS-Geschäftsführer Thore Hansen fuhr Studt auf die Regattabahnen hinaus.
Dabei betonte der Minister gegenüber der Segler-Zeitung, dass die Zusammenarbeit zwischen Kieler Yacht-Club, Stadt Kiel und Land besonders harmonisch liefe und man jetzt an der weiteren Verknüpfung arbeite. „Natürlich haben wir mit Herrn Neumann schon darüber gesprochen, dass auch andere Sportarten wie Handball oder Beachvolleyball nach Schleswig-Holstein passen, und der Hamburger Senator war von der Stimmung in der Sparkassen-Arena sehr angetan“, so Studt, der auf die Frage nach dem Einsatz der zwei Millionen Euro des Landes für die Olympia-Bewerbung in den nächsten beiden Jahren daraufhinwies, dass zunächst Regularien und Erlässe dafür geschaffen werden müssten. „Aber es geht um den olympischen Segelsport und es geht um Kiel“, machte Studt in Schilksse deutlich, in welche Richtung die Unterstützung des Landes fließen solle. Ziel sei es, WM und EM olympischer Klassen nach Kiel zu holen. „Wir sind natürlich schon dran, auch wenn 2017 realistischer ist“, kennt Krage natürlich diesen Auftrag. Und während die Millionen allein der Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 dienen, sollte das dieses Jahr erstmals ausgelobte Preisgeld des Landes Schleswig-Holstein nachhaltiger sein, so Studt.
Doch viele Wettfahrten gab es Pfingstsonntag nicht zu sehen. Bis 16 Uhr sorgte die Flaute dafür, dass kein Start zustande kam und die Aktiven sich auf der Skimboardbahn der boot Düssledorf an Land sportlich betätigten. Rund 600 Nachwuchsseglerinnen und -segler aus sieben Nationen kämpfen in neun Klassen (elf Disziplinen) um die Podiumsplätze bei den Young Europeans Sailing. Noch bis morgen gehört Schilksee dem Segelnachwuchs in den Klassen 29er, 420er, 470erM, 470erW, 505er, Europe, Laser 4.7, Laser Standard M, Laser Radial W, Laser Radial M und Pirat. Unter die Jugendlichen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, aus Polen, der Schweiz und Tschechien mischen sich auch fünf Crews aus der deutschen Nationalmannschaft, sechs aus der Jugend- und vier aus der Jüngsten-Nationalmannschaft sowie der dreifache Kieler-Woche-Sieger im Laser Standard, Philipp Buhl (Sonthofen), der mit drei Siegen zum Auftakt zeigte, dass er auch bei wenige Wind eine Klasse für sich ist..
Neben dem Andrang in den Laser-Klassen und bei den 29ern gibt es harte Kämpfe in den kleinen, aber feinen Feldern der olympischen 470er-Klasse.
In der Frauen-Flotte sind Fabienne Oster/Alexandra Lauber (NRV/Hermannsburg) aus dem Audi Sailing Team Germany favorisiert. Nach drei Wettfahrten führen hier Muriel-Natalie Schröder/Fanny Popken (Potsdam) mit der Idealnote von drei Punkten für drei Siege vor Antonina Marciniak/Karolina Soltaniuk (Polen) und Ostere/Lauber.
Bei den Herrren (14 Crews aus drei Nationen) sind mit Simon Diesch/Patrick Aggeler (WYC/Deggenhausertal), Frederick Eichhorst/Julius Erbach (PYC/Berlin) und Matthes Waack/Matthias Rummel (Rostock) gleich drei Nationalmannschafts-Crews am Start. Und die Namen in der Herren-Flotte spiegeln erfolgreiche Segler-Familien wider. Simon Diesch tritt in die Fußstapfen seines Vaters Eckart Diesch, der 1976 in Kanada zusammen mit seinem Bruder Jörg Diesch olympisches Gold im FD gewann.
Simon trifft auf die 470er-Crew Julian Patrunky/Max Schümann. Vater Lutz Patrunky war 1984 bei den Olympischen Spielen als Aktiver, 1988 und 1992 als Coach und trainierte seitdem acht Weltmeister, 13 Europameister und sieben Olympiateilnehmer. Max ist der Neffe des zweifachen America’s Cup-Siegers und dreifachen Goldmedaillengewinners Jochen Schümann. Vor dem Finaltag führen Diesch/Aggeler vor drei polnischen Crews.
Nur 12 Crews fanden bei den 420ern den Weg nach Kiel. Gewohnt stark ist dabei die Schweizer Flotte mit fünf Jollen. Bei den Eidgenossen ist der Pfingsttermin fest im Regattaplan verankert. Leider nicht so in Deutschland. Zeitgleich findet in Ribnitz-Damgarten die IDM der 420er statt, so dass lediglich zehn deutsche Jollen vor Schilksee am Start sind.
In der einst starken Jugendklasse beherrschen seit Jahrzehnten die Routiniers das Geschehen. Abonnements-Sieger Svenja Thoroe und Karsten Bredt (Schilkseer YC) sind seit Urzeiten im Piraten nicht zu schlagen, und daran dürfte sich auch dieses Jahr nichts ändern. Vor dem Abschlusstag liegen Thoroe/Bredt mit den Platzierungen 1,1,2 in Front.
Landprogramm:
Dank der boot Düsseldorf wird im Hafenvorfeld des Olympiazentrums die beliebte Skimboardbahn aufgebaut, auf der Groß und Klein ihre sportliche Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Auf einer bunten Meile laden zahlreiche gastronomische Betriebe zum kulinarischen Zwischenstopp ein, und Aussteller wie Elkline, Surfshop Secret Spot, Intersport Knudsen und Aquamarin Segelsport locken mit angesagtem Outfit. Bereits seit vier Jahren ist die Müllverbrennung Kiel GmbH & Co. KG (MVK) Sponsor der Nachwuchssegelveranstaltung.
Termine:
Segeln: Montag, 25. Mai - erster Start um 11 Uhr; letztmöglicher Start: 14 Uhr. Siegerehrung: Montag, 25. Mai, 16 Uhr (geplant) im Hafenvorfeld, bei schlechtem Wetter in der Ch!ll-Out-Zone.
Die ersten sechs Punktplätze jeder Klasse erhalten Punktpreise, zusätzlich werden in den einzelnen Klassen Wanderpreise verliehen.
Bahnen und Klassen:
Bahn Delta: 505er, 470er
Bahn Echo: 420er, Pirat
Bahn Kilo: Laser Standard, Laser Radial W, Laser Radial M
Bahn Hotel: 29er
Bahn Juliett: Europe, Laser 4.7
Ergebnisse Young Europenas Sailing:
Olympische Klassen:
Laser Standart (3W): 1. Philipp Buhl (Sonthofen) 3 Punkte, 2. Hannes Hollaender (Wedel) 15, 3. Maximilian Müller (Stein) 21, 4. Christian Guldberg Rost (Risskov) 24, 5. Timm Schoening (Brunsbüttel) 27, 6. Leah Noel Gonseth (Hamburg) 28.
Laser Radial/Frauen (3W): 1. Hanne Jansch (Hamburg) 11 Punkte, 2. Laura Schewe (Altenholz) 15, 3. Martje Uecker (Kiel) 21, 4. Anja Weick (Rostock) 21, 5. Caroline Marchot (Berlin) 23, 6. Pernille Aaberg (Dänemark) 24.
470er/Männer (3 W): 1. Simon Diesch/Patrick Aggeler (Deggenhausertal) 4 Punkte, 2. Maciej Sapiejka/Adam Krefft (Polen) 11, 3. Pawel Roszkowski/Beniamin Waszkiewicz (Polen) 13, 4. Filip Florek/Dominik Janowczyk (Polen) 14, 5. Frederick Eichhorst/Julius Erbach (Berlin) 19, 6. Matthes Waack/Matthias Rummel (Rostock) 20.
470er/Frauen (3 W): 1. Muriel-Natalie Schröder/Fanny Popken (Potsdam) 3 Punkte, 2. Antonina Marciniak/Karolina Soltaniuk (Polen) 3. Fabienne Oster/Alexandra Lauber (Hermannsburg) 11, 4. Lena Stückl/Tobias Bolduan (Tutzing) 11, 5. Johanna Meier/Carolin Groß (Moers) 14, 6. Domenique Freund/Annabell Prockat (Berlin) 16.
Internationale und Nationale Klassen:
Laser Radial M (3 W.): 1. Philipp Loewe (Berlin) 6 Punkte, 2. Alexander Ebert (Berlin) 7, 3. Johannes Neumann (Berlin) 8, 4. Philipp Roitsch (Hamburg) 8, 5. Leonhard Hanisch (Detmold) 15, 6. Nico Steenbuck (Lengede) 18.
Laser 4.7 (3W): 1. Julia Büsselberg (Berlin) 6 Punkte, 2. Philip Walkenbach (Potsdam)10, 3. Julian Hoffmann (Blaiach) 11, 4. Leonie Siepmann (Hamburg) 14, 5. Leonard Zacher (Hemsbach) 15, 6. Moritz Peitzner (Kiel) 17.
Pirat: 1. Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel) 4 Punkte, 2. Jakob Von Hausen/Konrad Kuhmann (Münster) 10, 3. Kira Vagt/Lukas Brüning (Bremen) 11, 4. Carsten Wiegel/Lotta Vienenkötter (Münster) 12, 5. Jonas Hentschel/Justus Klemme (Hamburg) 22, 6. Kai Hendrik/Jakob Keudel (Kiel) 29.
505er (3W): 1. Meike Schomäker/Holger Jess (Kiel) 4 Punkte, 2. Morten Bogacki/Lars Dehne (Velbert) 8., 3. Jan Saugmann/Jakob Karbo (Dänemark) 13, 4. Paul Meyer/Rolf Meyer (Osnabrück) 20, 5. Julian Ramm/Oliver Lewin (Kiel) 23, 6. Timon Treichel/Morten Roos 23 (Düsseldorf).
Europe (3 W): 1. Sverre Reinke (Bremen) 5 Punkte, 2. Marisa Roch (Wees) 8, 3. Janika Puls (Ratzeburg) 14, 4. Fabian Kirchhoff (Herford) 14, 5. Linus Pleines (Bremen) 15, 6. Maurice Oster (Hamburg) 21.
420er (3W): Nicolas Rolaz/Erwan Lamoureux (Schweiz) 5 Punkte, 2. Lea Rüegg/Diana Otth (Schweiz) 7, 3. Tim Hansen/Ole Grube (Bremen-Hemelingen) 12, 4. Maxime Bachelin/Philippe Pittet (Schweiz) 21, 5. Christopher Wenzke/Veit Felske (Eckernförde) 21, 6. Anna Ellermann/Milia Bunke (Schwanewede) 22.
Weitere Informationen, Meldeliste und Ergebnisse finden Sie unterwww.manage2sail.com, www.young-europeans-sailing.de oder Facebook.com/YoungEuropeansSailing
YES-Organisationsleiter Jobst Richter, Thore Hansen (POS-Geschäftsführer), Carsten Krage (KYC-Vorsitzender) mit Schleswig-Holsteins Sportminister Stefan Studt und Sohn. Foto: www.segel-bilder.de
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Young Europeans Sailing 2015 - Weitere Informationen unter www.kyc.de/regatten/yes
Hermann Hell
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