GIRAGLIA ROLEX CUP

SANREMO, ITA - SAINT-TROPEZ, FRA - GENOVA, ITA
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ITA June 20, 2015
Ein magischer Event

Rekordbeteiligung beim Giraglia Rolex Cup 2015: 240 Yachten gingen an den Start. Am Ende hatten die größten Yachten des Feldes den Bug vorn. Erste im Ziel war die Crew von Igor Simcics 100-Fuß-Maxiracer Esimit Europa 2 (Slowenien) unter dem deutschen Skipper Jochen Schümann (Penzberg), während der Brite Lindsay Owen-Jones mit der Wally Cento Magic Carpet Cubed den Sieg nach berechneter Zeit für sich verbuchte.

Sir Owen-Jones, der 2013 Erster im Ziel war, kann nun auch einen Giraglia-Gesamtsieg nach berechneter Zeit zu seinen Segelmeriten zählen. Seit 1953 wird im Mittelmeer um den Giraglia Rolex Cup gesegelt; Rolex ist seit 1998 Sponsor dieses traditionsreichen Events.

Am Ende reichte es doch für Magic Carpet Cubed Donnerstagabend (18. Juni) um 18.32 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit überquerte die Crew der Magic Carpet Cubed die Ziellinie in Genua, knapp 65 Minuten nach der Esimit Europa 2. Das primäre Ziel der Crew um Lindsay Owen-Jones, die sogenannten Line Honours, wurde damit verfehlt.

„Uns war schon vor dem Start bewusst, dass die Esimit Europa 2 das schnellere Boot sein müsste“, ließ Owen-Jones die Regatta Revue passieren, „daher mussten wir eine Taktik entwickeln, die diesen Konkurrenten von uns räumlich trennte, uns alle Entscheidungsmöglichkeiten ließ und bei der wir eventuell von einer günstigen Winddrehung profitieren konnten. Esimit hat über die ganze Distanz versucht, uns zu decken, was bis zum Giraglia-Felsen auch ganz erfolgreich gelang.“

Die beeindruckende Leistung der Magic Carpet Cubed auf der zweiten Etappe vom Giraglia-Felsen nach Genua reichte zwar nicht, um die Esimit Europa 2 nach gesegelter Zeit zu schlagen, doch die zurückeroberten Meilen summierten sich zu einem 50-minütigen Vorsprung nach berechneter Zeit. Ob Owen-Jones diese Führung würde halten können, war im Rennverlauf jedoch lange ungewiss, denn im Kielwasser näherte sich ein Feld hochklassiger Maxi 72-Racer.

Kühne Verfolgungsjagd
Das Finish der fünf Maxi 72 glich einem Match Race: Kaum mehr als zwei Seemeilen trennten deren Feld. Die Lichter von Genua bereits vor Augen verloren einige Crews auf den letzten Metern die Nerven, was sie wertvolle Platzierungen kostete. Am ärgsten traf es die Robertissima III unter der Flagge Großbritanniens: Eingeparkt in der Flaute musste die Crew um Roberto Tomasini Grinover hilflos zusehen, wie die Konkurrenz im Dämmerlicht vorbeizog. Entscheiden konnte dieses „Rennen im Rennen“ die älteste Maxi 72 im Feld, George Sakellaris’ Shockwave, die die Caol Ila R (beide USA) und die brandneue MOMO von den British Virgin Islands auf die Plätze verwies. Für die Shockwave-Crew allerdings kein wirklicher Grund zu feiern, denn die schwachwindigen Bedingungen hatten alle Hoffnungen auf einen Gesamtsieg nach berechneter Zeit zunichte gemacht. Dieses Schicksal teilten einige der 230 Teilnehmer; am gefährlichsten für den berechneten Sieg der Magic Carpet wurde Adrien Follins Melges 32 Give Me Five (Frankreich), die ein furioses Finish hinlegte.

Erinnerungen an viele Jahre Giraglia
Lindsay Owen-Jones und den Giraglia Rolex Cup verbindet eine wechselvolle Historie: Erst 2013 gelang der erste Sieg im Ziel, nachdem er sich im Jahr 2005 mit der alten Magic Carpet denkbar knapp geschlagen geben musste. Die Crew der North Sails Sportswear schnappte ihm damals auf den letzten Metern den Sieg weg. „Ich bin einige Giraglias mitgesegelt“, so Owen-Jones; „ein Rennen dauerte 72 Stunden, und wir gehörten zu den einzigen vier Yachten, die es beendeten.“
„Die letzten Meilen auf dem Weg nach Genua sind die schwierigsten. Oft fährt man mit einer schönen Brise hinein und hat die Hoffnung, dieses Mal mit einem Schlag und der gleichen Segelwahl ins Ziel zu kommen. Doch diese Hoffnung erweist sich jedes Mal als trügerisch! Im Hafen von Genua warten immer Flaute und sich überlagernde Windsysteme; es läuft auf mindestens drei Segelwechsel hinaus, weshalb die Crew auf den letzten Metern beim Setzen, Bergen und Packen noch einmal richtig ins Schwitzen kommt.“
„Ich liebe die Giraglia, ebenso meine Crew, denn der Event ist jedes Mal mit einer Menge Spaß verbunden. Wir verbringen sehr viel Zeit gemeinsam, und das Rennen hält jedes Mal wieder Überraschungen bereit“, ergänzt der sichtlich erfreute Lindsay Owen-Jones, „und nach so vielen Jahren hatten wir die Hoffnung auf den berechneten Sieg schon fast aufgegeben.“

Fünfmal Esimit
Die Crew der Esimit Europa 2 bewies am besagten Donnerstag erneut ihre Dominanz: Zum fünften Mal konnte sie den Titel des schnellsten Bootes nach gesegelter Zeit für sich beanspruchen. Mit 29 Stunden, 11 Minuten und 58 Sekunden blieb die Crew um den dreimaligen Olympiasieger und zweifachen America’s Cup-Gewinner Schümann bei schwachwindigen Bedingungen dieses Jahr allerdings fast 15 Stunden hinter ihrem eigenen Streckenrekord zurück.

Gleichwohl führte die Esimit vom Start bis zum Ziel. „Wir haben ein sehr schnelles Boot und eine gute Performance“, sagte Igor Simcic. „Wieder einmal hat sich gezeigt, dass wir auf dem Mittelmeer kaum zu schlagen sind, auch nicht durch die große Zahl von Yachten jüngeren Baujahrs. Sowohl 2012 bei Starkwind als auch dieses Jahr bei Leichtwind haben wir gewonnen. Das Ergebnis beweist eindrucksvoll, dass wir ein gutes Boot haben und eine Crew, die bereit ist, alles zu geben.“

Giraglia im Aufwind
Die Beliebtheit der ältesten Regattaveranstaltung des Mittelmeeres ist ungebrochen: Der 2010 aufgestellte Melderekord von 220 Yachten wurde 2015 noch übertroffen. „Im vergangenen Jahr habe ich auf der Preisverleihung in Monaco die Giraglia als ‚Alte Lady‘ des Segelsports bezeichnet. Die Atmosphäre des Events ist einzigartig und hat schon immer die besten Segelpersönlichkeiten der Welt angezogen. Nein, die alte Lady kann wirklich nichts mehr überraschen“, sagte Carlo Croce, Präsident des Yacht Club Italiano und des Weltsegelverbands ISAF.
Fast 280 Yachten nahmen an den drei Wettfahrten der Regattawoche teil, die das San Remo-Saint Tropez Race, die Kurzregatten vor Saint Tropez und schließlich den Hauptevent, die 243 Seemeilen von Saint Tropez nach Genua, umfassten.

Zum Zeitpunkt der Preisverleihung am Sonnabend, dem 20. Juni, hatten 193 der 240 teilnehmenden Yachten das Rennen beendet. Die sehr leichten Winde, die die zweite Hälfte des Rennens prägten, machte den Crews das Leben schwer. Unter den Gezeiteten ist auch ein Segler, der beim Giraglia Rolex Cup Geschichte geschrieben hat: Der Italiener Pierpaolo Ballerini hat mit der Azuree nach knapp 50 Stunden das Rennen als erster Einhand-Segler beendet.

Verdiente Sieger
Bei der Abschluss-Siegerehrung beim gastgebenden Yacht Club Italiano (YCI) in Genua nahmen die Eigner von Magic Carpet Cubed und Esimit Europa 2 Rolex-Uhren für ihre herausragende Leistung in Empfang. Lidsay Owen-Jones darf zudem den begehrten Giraglia Rolex Cup als Trophäe mit nach Hause nehmen.

Videohighlights des Giraglia Rolex Cup 2015 finden Sie hier. Medienvertreter, die Videos auf ihrer Seite einbetten wollen, klicken hier.
Ergebnisse
Giraglia Rolex Cup Offshore Race (243 Seemeilen)
IRC über Alles:
1. Magic Carpet Cubed (GBR), Sir Lindsay Owen-Jones 2. Give Me Five (FRA), Adrien Follin 3. Esimit Europa 2 (SLO), Igor Simcic
Erste im Ziel: Esimit Europa 2 (29 Stunden, 11 Minuten und 58 Sekunden)
Giraglia Rolex Cup Kurzrennen (Saint-Tropez)
IRC 0: Caol Ila R (USA), Alexander Schaerer IRC A: B2 (ITA), Michele Galli IRC B: Dare Dare (FRA), Christophe Bru ORC A: Bewild (GBR), Renzo Grotteschi ORC B: Overdose Bravo (FRA), Luc Baradat
Giraglia Rolex Cup San Remo-Saint-Tropez (60 Seemeilen)
IRC Gewinner über Alles: Jet Lag (FRA), Richard Burton

Rolex im Yachtsport
Rolex ist seit 1998 Partner des Giraglia Rolex Cup. Der Event eröffnet die europäische Regattasaison. Im August folgt das Rolex Fastnet Race, eine der berühmtesten Hochseeregatten weltweit. Mehr Details über das Engagement von Rolex im Yachtsport lesen Sie in der zugehörigen Pressemappe, die auf Englisch oder Italienisch verfügbar ist.
Offizielle Webseiten
Rolex Pressebereich: https://pressroom.rolex.com/en/sports-and-culture.html
Yacht Club Italiano: www.yci.it
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