Sonnabend, 25. Juli 2015
Zwei Tagessiege für „Oman Air“ „The Wave“ zurück auf Platz 2 Überschlag von „SAP Extreme“
Das war ein Segeltag, den Hamburg so schnell nicht vergessen wird. Tag drei bei Act5 der Extreme Sailing Series™ endete am Sonnabend (25. Juli) auf der Elbe mit einem spektakulären Überschlag des zwölf Meter langen Katamarans vom dänischen SAP Extreme Sailing Team, das dennoch eine hauchdünne Gesamtführung vor „The Wave, Muscat“ aus dem Sultanat Oman übernahm. Das Team „Oman Air“ glänzte mit zwei lupenreinen Tagessiegen.
Direkt vor den Augen von 15.000 Besuchern in der Hafencity verlor Jes Gram Hansen am Ruder der neuen Spitzenreiter in der fünften und letzten Tageswettfahrt die Kontrolle über die „Rennziege“. Die unverletzte Crew musste „kopfüber“ zusehen, wie die unmittelbaren Konkurrenten um den Gesamtsieg der neunteiligen Regattaserie sowie um den Triumpf in der Hansestadt wichtige Punkte gutmachten. „The Wave, Muscat“ unter Skipper Leigh McMillan wurde Dritter und ist vor dem Schlusstag am Sonntag nun Zweiter vor dem russischen Team Gazprom, das Platz eins einbüßte und fünf Punkte zurück folgt.
Mit zwei Tagessiegen avancierte die „Oman Air“ von Stevie Morrison neben dem Red Bull Racing Team aus Österreich zur Mannschaft des Tages. Und auch der deutsche Team Extreme Germany mit Steuermann Paul Kohlhoff aus Kiel zeigte als Schlusslicht der neun Boote eine steile Lernkurve und mischte zweimal im Mittelfeld mit.
Starke böige südliche Winde mit Gewitterstörungen und Regenfronten sorgten für ein Setup im Hamburger Hafen, das selbst eingefleischte Fans der Extreme 40-Boote selten gesehen hatten. Als der erste Kat („Red Bull“) bereits im ersten Tagesrennen beinahe kenterte, zog ein lautes Raunen durch die voll besetzten Zuschauerränge. Doch nach einer Pause durch eine Regenfront mit Starkwind ging es erst richtig zur Sache. Gegen 16.30 Uhr erreichten stürmische Windböen den Regattakurs, und für alle Teilnehmer stand von einer auf die andere Sekunde nur noch Durchkommen auf dem Programm.
„Viele von uns haben noch keinen Extreme 40 kentern gesehen“, so der „Oman Air“-Skipper, „der Überschlag von ‚SAP‘ hat uns allen die Augen geöffnet. Es war eindrucksvoll, wie viel Druck auf den Booten herrscht, und zugleich respekteinflößend. Die haben halt keinen Kiel drunter wie eine Yacht. Die können schon umkippen.“ Seine Crew mit dem einheimischen Ali Al Balashi behielt die „Oman Air“ jederzeit im Griff und rückte als Sechster im Zwischenklassement dem türkischen Team Turx powered by Kaya Ropes bis auf einen Punkt ans Heck. „Wir haben gezeigt, dass wir stark genug waren und sind für alle Bedingungen“, so Balashi, „und das macht uns richtig stolz.“
„Es war ein viel besserer Tag für uns, obwohl die Starts immer noch nicht so gelangen, wie wir es uns vorgenommen hatten“, analysierte Morrison. „Ein Sieg fühlt sich gut an, und zwei umso schöner“, strahlte der britische 49er-Olympionike, „vor allem vor den frenetischen Hamburger Zuschauern, die sich auch von dem kräftigen Regenschauer nicht haben abschrecken lassen. Selbst wir wären zwischendurch am liebsten zurück in den Hafen gefahren.“ Sein Ziel war vor allen am Ende des Tages, zunächst überhaupt sicher ins Ziel zu kommen. „Sonst kannst du gar nicht gewinnen.“ Morrison weiter: „Wir fanden auch die Vortage schon, dass wir ganz gut gesegelt sind. Es spiegelte sich nur noch nicht in den Ergebnissen wider.“
Leigh McMillan schaute auf eine „schwache Leistung mit gutem Ausgang“ seines Teams zurück. „Wir sind sehr froh, in der Tabelle wieder nach oben geklettert zu sein. Das war geradezu überraschend, denn wir hatten eher das Gefühl, dass es ein rabenschwarzer Tag für uns war.“ Der Brite berichtete von zahlreichen frustrierenden Momenten, in denen „alles schief lief, was wie geplant hatten“. Insofern sei es ein Glück, mit allen Chancen in den Finaltag zu gehen. McMillan: „Wir können sogar noch gewinnen, und das ist unser Ziel.“
Auf dem allerletzten Teilstück ging es auch an Bord von „The Wave“ hoch her. „Das hat dann irgendwann rein gar nichts mehr mit Taktik oder Strategie zu tun“, erklärt Sarah Ayton, die als einzige Frau an Bord und im Feld genau dafür zuständig ist. „auch wir wollen dann nur noch ‚überleben‘ und kämpfen darum, heil ins Ziel zu kommen“, sagte die zweifache Olympiasiegerin. „Es war aufregend, sehr aufregend, aber mit einen guten Abschluss für uns“, ergänzte Nasser Al Mashari, „am Sonntag greifen wir nochmal an.“ Ab 14.15 Uhr kann es bis zu acht weitere Wettfahrten geben, ehe der Sieger vom fünften Event der globalen Tour feststeht.
Zwischenstand nach dem dritten Tag von Act5 der Extreme Sailing Series in Hamburg:
SAP Extreme Sailing Team (Dänemark) - 137 Punkte
The Wave, Muscat (Oman) - 136
Gazprom Team Russia (Russland) - 131
Red Bull Sailing Team (Österreich) - 130
Team Turx powered by Kaya Ropes (Türkei) - 118
Oman Air (Oman) - 117
Lino Sonego Team Italia (Italien) - 108
GAC Pindar (Großbritannien) - 95
Extreme Team Germany (Deutschland) - 50
Für Zugang zu hochauflösenden Fotos klicken Redaktionen hier
Um auf dem Laufenden zu bleiben: www.omansail.com
©2015 Oman Sail. All rights reserved.
|